Kuba

"The appearance of U.S. Department of Defense (DoD) visual information does not imply or constitute DoD endorsement."

Kubanische „Boatpeople“ flüchten mit dem Boot aus Kuba zur US-amerikanischen Küste. 2021 ist die Zahl der Flüchtlinge stark angestiegen. Besonders in der Hurrikan-Saison kann der Fluchtversuch tödlich enden. Erreichen die Flüchtlinge die Küste, werden sie nach Kuba zurückgeschickt. Foto: US-Verteidigungsministerium.

Flüchtlingsboote von US-Küstenschutz abgefangen und nach Kuba zurückgebracht

Immer mehr kubanische „Boatpeople“ trotz Hurrikan-Saison

Frankfurt am Main/Havanna, 5. Juli 2021 – Allein in den vergangenen zwei Wochen wurden drei Boote mit kubanischen Flüchtlingen vor der Küste Floridas abgefangen. Die Boote mit 29 Kubanern an Bord waren aus Plastik und Holz notdürftig gebastelt und dadurch nicht hochseetauglich. Die Gruppe wurde von der US-Küstenwache nach Kuba zurückgebracht. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert die pauschale Zurückweisung kubanischer Flüchtlinge. Die US-Küstenwache diene so dem Regime von Castro-Nachfolger Miguel Díaz-Canel, vor dem die Kubaner fliehen, so Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Die anhaltende Wirtschaftskrise Kubas, die fehlenden Zukunftsaussichten für die junge Generation und die Verfolgung Oppositioneller haben dazu geführt, dass immer mehr Kubaner ihr Heimatland um jeden Preis verlassen wollen, so die IGFM. Die Risiken, denen die Flüchtlinge ausgesetzt sind, werden derzeit durch die Hurrikan-Saison in der Karibik noch verschärft.

Bei dem Versuch, mit unsicheren Booten nach Florida zu gelangen, kommt es häufig zu tragischen Unfällen. Diese Vorfälle werden vom Regime für ihre Propaganda genutzt. So berichtete die Zeitung ‚Granma‘ der Kommunistischen Partei, zeitgleich Kubas einzige Tageszeitung, kürzlich über den Schiffbruch eines Bootes mit 24 Migranten von denen 12 ertranken, darunter auch Kinder.

Das kubanische Regime will Armutsflüchtlinge weiterhin durch Agitation von der Flucht abschrecken und beschuldigt sie des Verrats. Die Regierung wirft Flüchtlingen vor, sie würden das Paradies gegen ein mittelmäßiges Leben im Norden eintauschen. Damit kann sie die Fluchtbewegung jedoch nicht stoppen, so die IGFM. Bis Juni 2021 wurden 512 Menschen auf See abgefangen, 2020 waren es noch 49. Die Zahlen zeigen, wie sich die Fluchtbewegung unter der Herrschaft des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel verschärft.

Das Elend der Flüchtlinge wird von kubanischen Medien dem „mörderischen Gesetz“ zugeschrieben. Gemeint sind Privilegien, die kubanischen Flüchtlingen in den USA eingeräumt werden. Von 1966 bis 1995 erleichterte die US-Regierung die Seeflucht für kubanische Flüchtlinge. Ab 1995 wurde diese Politik begrenzt, um die Flüchtlingswelle einzuschränken. Mit dem „nasse Füße/trockene Füße“-Gesetz hatten nur Flüchtlinge, die das Festland der nordamerikanischen Küste erreichten, ein Aufenthaltsrecht. Davor genügte das Erreichen US-amerikanischen Gewässers, um dieses zu beanspruchen. Bei dem Versuch, das Festland zu erreichen, sterben viele Kubaner. Im Januar 2017 wurde das Gesetz abgeschafft und die Bestimmungen für kubanische Flüchtlinge den geltenden Auflagen für Flüchtlinge anderer lateinamerikanischer Länder angenähert.

Die Seeflucht von Kuba zur nordamerikanischen Küste ist ein Problem seit Jahrzehnten. Es kommt immer wieder zu tödlichen Unglücken.

Kubanische Flüchtlinge auf einem selbstgebautem Boot im August 2014. Foto: Andrew Smith

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben