Solidarität mit iranischen Gefangenen

In den wenigen aus dem Iran kommenden Berichten, die über Umwege ins Ausland gelangt sind, wird von repressiven Maßnahmen gegen politische Gefangene, Demonstrierende und mutmaßliche Regimegegner gesprochen. Zahlreiche Verfahren sollen unter Ausschluss rechtsstaatlicher Standards durchgeführt worden sein. Berichte über Folter, erzwungene Geständnisse und Geheimverfahren häufen sich. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig kurze Portraits von iranischen Zivilisten, die im Zuge der Iran Revolution 2026 willkürlich festgenommen wurden und u.a. die Hinrichtung droht.
Vor der Vergeltung schützen und Hoffnung schenken
Fokus auf die politischen Gefangenen der Iran Revolution 2026
Seit Beginn der Proteste im Januar 2026 setzen die iranischen Behörden die massive Repressionswelle gegen die Zivilbevölkerung unvermindert fort. „Sicherheitskräfte“ gehen mit äußerster Gewalt gegen Protestierende, mutmaßliche Unterstützer der Protestbewegung sowie unbeteiligte Zivilpersonen vor. Neben tödlicher Gewalt kam es zu mehreren Tausend dokumentierten willkürlichen Festnahmen, Misshandlungen und Folter in Haft sowie zu beschleunigten Gerichtsverfahren gegen Demonstrierende. Die Todesstrafe wird systematisch als Instrument politischer Einschüchterung und Repression eingesetzt.
Die Menschenrechtslage wird zusätzlich durch weitreichende Internet- und Kommunikationssperren verschärft. Die Internetblockade isoliert die Bevölkerung weitgehend von unabhängigen Informationen und die Dokumentation staatlicher Gewalt ist dadurch erheblich erschwert.
Auf dieser Seite wird der Fokus auf die Schicksale der willkürlich inhaftierten Iranerinnen und Iraner gelegt, die sich mutig gegen die Unterdrückung des iranischen Regimes stellen.
Aktueller Iran-Bericht
Die IGFM berichtet über die aktuellsten Entwicklungen der Menschenrechtslage im Iran.

Ghazal Ghalandari
Festnahme: 1. Februar 2026
Die Jugendliche aus Yasudsch in der Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad wurde von Geheimdienstkräften festgenommen. Zwölf Beamte in Zivil, deren Gesichter verdeckt waren, drangen ohne Durchsuchungsbefehl in das Haus ihres Vaters ein. Bis heute hat ihre Familie keine Informationen über ihren Aufenthaltsort.
Stand: Mai 2026

Mohammad Zeyghami
Festnahme: nicht bekannt
Mohammad wurde wegen „Moharebeh” (Krieg gegen Gott) verurteilt. Die Behörden informierten die Angehörigen darüber, dass sie sich bei ihnen melden würden, um seine Leiche zu übergeben. Sollte die Familie den Fall jedoch weiterverfolgen, drohte das Regime damit, den einzigen Bruder des Gefangenen zu töten.
Stand: Mai 2026

Balutsche Abbass Niyo
Festnahme: 8. oder 9. Januar 2026
Balutsche wurde im Januar während der landesweiten Proteste in Azadschahr (Provinz Golestan) festgenommen. Er wurde von Mitgliedern des Regimes schwer gefoltert und zu einem Geständnis gezwungen. Dabei verlor er mehrfach das Bewusstsein. Er befindet sich derzeit in der Jugendstrafanstalt von Golestan.
Stand: Mai 2026

Morteza Ebrahimi
Festnahme: 8. Januar 2026
Morteza verschwand am Abend des 8. Januar 2026, seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihm. Seine Mutter verlässt das Haus nicht mehr, in der Hoffnung, dass er zurückkehrt. Die IRGC-Offiziere (Islamische Revolutionsgarde bzw. das Korps der Islamischen Revolutionsgarde) geben der Familie widersprüchliche Auskünfte und seinde Angehörigen erhalten verdächtige Anrufe.
Stand: April 2026

Aida Azimi Jozani
Festnahme: 28. Dezember 2025
Aida aus Fardis, Karadsch, verließ am 28. Dezember 2025 um 19 Uhr ein Café in Teheran und wurde von mehreren Beamten in Zivil festgenommen. Nach einmonatiger Suche erfuhr die Familie, dass Aida sich in Shahr-e Rey (Provinz Teheran) in Quarantäne befindet. Obwohl eine Kaution für ihre Freilassung hinterlegt wurde, gibt es immer noch keine Nachrichten von ihr.
Stand: April 2026

Amir-Mohammad Mojallal Chobari
Festnahme: 2. Januar 2026
Amir-Mohammad wurde in Teheran festgenommen und wird seitdem im Rajaei-Shahr-Gefängnis in Karadsch (Provinz Alborz) festgehalten. Ihm droht die Todesstrafe, weil ihm „versuchter vorsätzlicher Mord durch den Versuch, Sicherheitskräfte zu überfahren“ vorgeworfen wird. Sein Vater ist Arbeiter, seine Mutter Hausfrau. Zuvor hatte ein Anwalt in diesem Fall von der Familie 6.000 Euro Honorar verlangt, um die Erteilung eines Hinrichtungsbefehls zu verhindern. Die Eltern konnten jedoch nur 1.000 Euro aufbringen. Seitdem hat der Anwalt nicht mehr reagiert.
Stand: April 2026
»Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.«
Art. 9 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
Die IGFM setzt sich seit ihrer Gründung 1972 für die weltweite Achtung von Menschenrechten und Grundfreiheiten ein. Vor diesem Hintergrund setzt sich die IGFM gezielt für die Freilassung politischer Gefangener und verschleppter ukrainischer Zivilisten ein, die aufgrund ihrer politischen Überzeugungen unterdrückt werden. Mit Öffentlichkeitsarbeit, Appellen und politischen Patenschaften soll auf die Schicksale der willkürlich Inhaftierten aufmerksam gemacht werden.
Werden auch Sie aktiv und unterstützen uns bei unserem Einsatz für politische Gefangene und verschleppte Zivilisten!

Das Patenschaftsprogramm der IGFM vermittelt politische Gefangene aus verschiedenen Ländern und verschleppte Zivilisten aus der Ukraine an Abgeordnete aus Deutschland, die sich mit einer politischen Patenschaft für ihre Freilassung einsetzen. Werden Sie ein Teil unserer Menschenrechtsarbeit!
Mehr zum Patenschaftsprogramm hier.
Hilft Menschenrechtsarbeit überhaupt?
JA auf jeden Fall!
Immer wieder erhält die IGFM positive Nachrichten, die durch Menschenrechtsarbeit erwirkt werden konnten, z.B. Haftverbesserungen bis hin zur Freilassung politischer Gefangener.
