/Iranische Gemeindeleiter

Iranische Gemeindeleiter

Iranische Gemeindeleiter

Diese vier Iraner sind zu jeweils 10 Jahren Haft verurteilt worden – nur weil sie Muslime waren, Christen geworden sind und aktiv in ihren Gemeinden mitgearbeitet haben: Youcef Nadarkhani (l.), Mohammad Reza Omidi (2.v.r.) und Saheb Fadaei (r.) drohen anschließend weitere zwei Jahre Verbannung. Mohammad Reza Omidi wurde außerdem zusammen mit Saheb Fadaei (r.) und Yasser Mossayebzadeh (2.v.l) zu 80 Peitschenhieben wegen des Trinkens von Abendmahlwein verurteilt – helfen Sie mit, dass sie wieder freikommen!

10 Jahre Haft, Verbannung und Peitschenhiebe für iranische Gemeindeleiter

Die freie Wahl der Religion ist ein Menschenrecht. Völkerrechtlich verbindliche Verträge und Menschenrechtsdokumente schreiben dies fest – auch solche, die der Iran aus freien Stücken selbst anerkannt, unterschrieben und ratifiziert hat. Trotzdem missachtet die Regierung der Islamischen Republik Iran dieses und andere Rechte ihrer Bürger offen: Das Verlassen des Islams und Mission unter Muslimen sind im Iran nach dem Islamischen Recht mit dem Tod bedroht, während gleichzeitig die islamische Mission stark gefördert wird.

Im Jahr 2010 verurteilte ein islamisches Revolutionsgericht einen der bekanntesten Apostaten, den Pastor Youcef Nadarkhani, wegen „Abfall vom Islam“ zum Tode durch den Strang. In der Regel verschleiern die Behörden der Islamischen Republik die eigentlichen Gründe und fällen Urteile wegen angeblicher Gefährdung der „Sicherheit“. Nach intensivem internationalen Druck kam er 2012 frei, er ist allerdings seit 2018 aufgrund der Wiederaufnahme seiner Arbeit als Pastor erneut inhaftiert.

Mehr Infos zu Youcef Nardakhani …
Mehr Infos zu Menschenrechten im Iran …

Gegen drei weitere christliche Konvertiten (Mohammad Reza Omidi, Saheb Fadaei und Yasser Mossayebzadeh) verhängte das Gericht im selben Verfahren ebenfalls 10-jährige Haftstrafen. Der 38-jährige Gemeindeleiter Saheb Fadaei wurde schon am 13. Mai 2016 wegen des Verdachts eines Vergehens gegen die nationale Sicherheit während einer Versammlung der Hauskirche „Kirche des Iran“ festgenommen. Mehrere Wochen war Fadaei eingesperrt, bevor er zunächst gegen eine Kautionszahlung von umgerechnet knapp 30.000 Euro freikam. Im Oktober 2016 wurde ebenfalls eine Verurteilung zu 80 Peitschenhieben wegen Verstoßes gegen das Alkoholverbot bekannt, weil er im Gottesdienst Messwein getrunken hatte. Angehörige der Revolutionsgarden drohten Fadaei mit der Festnahme, wenn er weiter über seinen Glauben spreche. Davon ließ er sich nicht abschrecken.

Nach einer Anhörung im Juni 2017 ist der Vater einer elfjährigen Tochter, zusammen mit Nadarkhani und den anderen beiden Gemeindeleitern zu je zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Revolutionsgericht hielt ihm vor, dass er die Gründung von Hauskirchen unterstützt und für ein angeblich „zionistisches Christentum“ geworben habe.

Das Berufungsgericht hat in allen vier Fällen die Strafen bestätigt. Seit Juli 2018 sind alle vier Gemeindeleiter (wieder) in Haft. Alle vier haben lediglich von ihrem Recht auf Religionsfreiheit Gebrauch gemacht und nach internationalen Rechtsstandards keinerlei Vergehen begangen.

Zur Unterschriftenliste der 4 Gemeindeleiter …

Bitte kontaktieren Sie die iranischen Botschaften per Post oder Telefon:

Bitte schreiben Sie an das iranische Staatsoberhaupt, Ayatollah Sayed Ali Khamenei, an den Präsidenten Irans, Hassan Rohani, und an die Botschaften des Iran. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Aufhebung der Urteile:

Sehr geehrter Herr Präsident,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf Urteile gegen vier iranische Gemeindeleiter aufmerksam zu machen: Youcef Nadarkhani, Mohammad Reza Omidi, Saheb Fadaei und Yasser Mossayebzadeh.

Alle vier wurden zu je 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Pastor Nadarkhani, Mohammad Reza Omidi und Saheb Fadaei zusätzlich zu weiteren zwei Jahren in der Verbannung. Nachdem, was in den Medien über diese vier berichtet wird, ergingen die Urteile letztlich ausschließlich wegen ihrer Gemeindearbeit. Außer Nadarkhani wurden alle drei außerdem zu 80 Peitschenhieben wegen des Trinkens von Wein beim Abendmahl verurteilt.

Eine Verurteilung aufgrund der friedlichen Ausübung der eigenen, selbst gewählten Religion, steht in klarem Widerspruch zu dem, auch für den Iran völkerrechtlich bindenden, Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte. Darin heißt es in Artikel 18:

(1) Jedermann hat das Recht auf Religionsfreiheit. Dieses Recht umfasst die Freiheit, eine Religion eigener Wahl zu haben oder anzunehmen, und die Freiheit, seine Religion allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Beachtung religiöser Bräuche, Ausübung und Unterricht zu bekunden.

(2) Niemand darf durch Zwang in seinem Recht auf Religionsfreiheit eingeschränkt werden.

Ich appelliere an Sie, Ihren Einfluss für die sofortige und bedingungslose Aufhebung der Urteile geltend zu machen.

Hochachtungsvoll

Englische Version:

Your Excellency,

I am writing you today to draw attention to the verdicts of four Iranian church leaders: Youcef Nadarkhani, Mohammad Reza Omidi, Saheb Fadaei and Yasser Mossayebzadeh.

Each one of them was sentenced to 10 years in prison; Pastor Nadarkhani and Mohammad Reza Omidi received an additional two years in exile. According to media reports, the only reason for the verdicts was their work with the church. Moreover, all of them, except for Nadarkhani, were convicted to 80 lashes due to drinking wine at the Eucharist.

A conviction as a result of the peaceful exercise of one’s religion of choice stands in clear contradiction to the International Covenant on Civil and Political Rights, which Iran is also bound to under international law. Article 18 states:

(1) Everyone shall have the right to freedom of thought, conscience and religion. This right shall include freedom to have or to adopt a religion or belief of his choice, and freedom, either individually or in community with others and in public or private, to manifest his religion or belief in worship, observance, practice and teaching.

(2) No one shall be subject to coercion which would impair his freedom to have or to adopt a religion or belief of his choice.

I call upon you to exert your influence to rescind the verdicts immediately and unconditionally.

Respectfully,

Weitere aktuelle Appelle
Wie schreibe ich einen Appell?

Appelladressen:

Bitte schreiben Sie direkt oder über die jeweilige iranische Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung (Briefporto aus Deutschland: 0,90 Euro)

“Führer” Ayatollah Ali Khamenei

His Excellency Ayatollah Sayed Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader of the Islamic Republic
Shahid Keshvar Doust Street,
Teheran
Islamische Republik Iran
Tel: +98 21 64412020
Fax: +98 21 64412030
E-Mail: contact@leader.ir

Präsident Hassan Rohani
His Excellency Hassan Rohani
The Presidency
Palestine Avenue Azerbaijan Intersection
Teheran
Islamische Republik Iran
Fax: +98 21 64454811
E-mail: media@rouhani.ir

Leiter des Menschenrechtsrates der iranischen Justiz und einer der wichtigsten Berater des “Führers” Khamenei
Mohammad Javad Larijani
Secretary General, High Council for Human Rights
Howzeh Riassat-e Ghoveh Ghazaiyeh
Pasteur St, Vali Asr Ave.,
South of Serah-e Jomhuri
Tehran 1316814737
Islamic Republic of Iran
Fax: 0098-21-3390 4986

Vorsitzender der Judikative
Ebrahim Raisi
c/o Public Relations Office
Number 4, 2 Azizi Street intersection, Valiasr Ave, Pasteur Street intersection
Tehran
Islamic Republic of Iran
E-mail: info@dadiran.ir
Kontaktformular: samolilarijani.com/fa/contacts

Adresse des Justizministeriums
Valiasr Ave, Teheran, 1638
Postleitzahlen: 1416783619 und 1416783595
Tel.: 5-88893621
Fax: 88909346
E-mail: info@justice.ir

Menschenrechtsbüro Iran
Mohammed Javad Larijani
Telefon: +98 21 2280958
Fax: + 98 21 2719130
E-Mail: larijani@ipm.ir

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Tel. 0049-(0)30-84353399 und 0049-(0)30-843530
Fax: 0049-(0)30-8435 3535
E-Mail: info@iranbotschaft.de

Iranische Botschaft in Österreich
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Österreich
Tel. 0043-1-7122657
Fax: 0043-1-7135733
E-Mail: public@iranembassy-wien.at
Online-Formular: www.iran.embassy.at/asps/S_POL.ASP

Iranische Botschaft in der Schweiz
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Thunstrasse 68
Postfach 227
3006 Bern
Schweiz
Tel: 0041-3135108-01
Fax: 0041-313515652
E-Mail: Secretariat@iranembassy.ch
Kontaktformular: iranembassy.ch/en/msg/add