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Iranischer Geheimdienst stürmte Häuser von Konvertiten

Sieben gefangene iranische Konvertiten

Iranische Konvertiten in Haft

Sieben iranischen Christen, allesamt ehemalige Muslime, sind am 1. Juli 2019 vom iranischen Geheimdienst gewaltsam festgenommen worden und werden seither willkürlich gefangen gehalten. Bild: Article 18

Iranischer Geheimdienst stürmte Häuser von Konvertiten

Als „Gefangene des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea vier Angehörige einer christlichen Familie im Iran benannt, die zum christlichen Glauben übergetreten sind. Sie rufen dazu auf, sich für sie mit Hilfe von Appellen einzusetzen. Mitarbeiter des Geheimdienstministeriums stürmten am 1. Juli 2019 das Haus des 36-jährigen Christen Sam Khosravi und seiner 35-jährigen Frau Maryam Falahi in der Stadt Bushehr im Südwesten des Iran. Die Beamten beschlagnahmten persönliche Gegenstände der Eheleute, darunter Laptops, Mobiltelefone, Ausweise und Bankkarten, aber auch Bibeln, Kreuze und Andachtsbilder sowie religiöse Literatur. Die Geheimdienstmitarbeiter verhafteten die Eheleute und halten sie seither in der örtlichen Dienststelle des Geheimdienstes fest.

Unklar ist bislang, was ihnen konkret vorgeworfen wird. Die Kinder mussten miterleben, wie die Beamten mit roher Gewalt gegen ihre Eltern vorgingen. Opfer von willkürlicher Gewalt wurden auch Sams ein Jahr jüngerer Bruder Sasan und dessen 33-jährige Frau Marjan Falahi sowie drei weitere Konvertiten aus Bushehr. Der Geheimdienst führte zunächst auch die 61-jährige Mutter der beiden Brüder ab, ließ sie aber am selben Tag wieder frei. Den insgesamt sieben Gefangenen verweigern die Behörden bisher den Kontakt zu einem Anwalt. Nur vier Tage nach diesen Festnahmen mussten fünf Konvertiten wegen angeblicher Propaganda gegen das Regime in Karadsch bei Teheran eine mehrmonatige Gefängnisstrafe antreten. Bild: Article 18

Appellvorschlag

Seine Exzellenz
Präsident Hassan Rohani
c/o Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Fax: 030-8435 3535

Sehr geehrter Herr Präsident,

seit dem 1. Juli 2019 werden in der örtlichen Dienststelle des iranischen Geheimdienstministeriums in Bushehr sieben Christen festgehalten. Eine achte Christin, die zunächst abgeführt wurde, kam am selben Tag noch frei. Unklar ist bislang, was ihnen konkret vorgeworfen wird.

Mitarbeiter des Geheimdienstministeriums stürmten am 1. Juli 2019 das Haus des 36-jährigen Christen Sam Khosravi und seiner 35-jährigen Frau Maryam Falahi. Die Beamten beschlagnahmten persönliche Gegenstände der Eheleute, darunter Laptops, Mobiltelefone, Ausweise und Bankkarten, aber auch Bibeln, Kreuze, Andachtsbilder sowie religiöse Literatur.

Sie nahmen die Eheleute mit und halten sie seither fest. Ebenso Sams ein Jahr jüngeren Bruder Sasan und dessen 33-jährige Frau Marjan Falahi sowie drei weitere Christen aus Bushehr. Den insgesamt sieben Gefangenen wird bisher ihr Recht auf anwaltliche Hilfe verweigert.

Der Iran hat sich durch bindendes Völkervertragsrecht selbst dazu verpflichtet, das Recht auf Religionsfreiheit zu schützen und zu garantieren. Der Iran hat aus freien Stücken den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert und bekennt sich öffentlich dazu. Ich appelliere daher an Sie, sich für die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

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