Kambiz Khoroot

Der aus Zahedan stammende Belutsche Kambiz Khoroot wurde während der landesweiten Proteste im Alter von 20 Jahren willkürlich festgenommen und unter dem Vorwurf „Kriegsführung gegen Gott“ und „Korruption auf Erden“ zum Tode verurteilt. Sein Leben ist in großer Gefahr.
Junger Belutsche zum Tode verurteilt
Der junge Belutsche Kambiz Khoroot aus Zahedan, Provinz Sistan und Belutschistan, wurde während der landesweiten Proteste am 31. September 2022 von Geheimdienstkräften in seinem Laden im Karimabad-Viertel von Zahedan festgenommen. Anfang November wurde Kambiz Khoroot vorerst gegen Kaution freigelassen. Am 12. November wurde er dann erneut vorgeladen und verhaftet. Kambiz wurde am 3. Januar 2023 vom Strafgericht in Zahedan unter dem Vorwurf „Kriegsführung gegen Gott“ und „Korruption auf Erden“ zum Tode verurteilt.
Kambiz Zwangsgeständnisse wurden alle unter massiver Folter im Gefängnis erlangt. Ihm wird das Recht auf einen selbst gewählten Anwalt verwehrt. Der junge Iraner hat alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor Gericht deutlich bestritten. Der für seinen Fall verantwortliche Staatsanwalt Mehdi Shamsabadi beantragte dennoch eine Todesstrafe, die der Richter bewilligte.
Folter und willkürliche Beschuldigung
Nach Angaben von Personen, die Kambiz nahestehen, wurde er so stark gefoltert, dass er Aufgrund der Elektroschocks und Schläge nicht mehr stehen konnte. Zudem wurde er mit Kabeln massiv ausgepeitscht. Laut Bericht haben die Verhörer ihn schließlich gezwungen, ein Dokument mit den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu unterschreiben. Das Gericht wirft Kambiz vor, eine Bank in Brand gesetzt zu haben. Als Indiz dient dem Gericht lediglich das unter Folter entstandene Zwangsgeständnis. Alle weiteren Beweise sprechen für die Unschuld von Kambiz. So wurde nach Angaben mehrerer Aktivisten die Bank von Polizisten in Zivilkleidung angezündet und Kambiz wurde der Brandstiftung beschuldigt, weil sein Geschäft sich neben der Bank befindet.
Derzeit befindet er sich in der Abteilung (9) des Zentralgefängnisses von Zahedan, wo er weder Anrufe tätigen noch Besuch empfangen darf. Seinen Geburtstag verbrachte er alleine im Gefängnis. Auch viele weitere junge Belutschen werden wegen ihrer Teilnahme an Protesten zum Tode verurteilt. Shoaib Mirbaluchzehi Rigi, Mansour Dehmordeh und Ebrahim Naroui wurden bei den Protesten in Zahedan ebenfalls festgenommen.
Proteste in Sistan und Belutschistan
Seit September 2022 wurden viele Bürger, darunter viele Minderjährige, in der Provinz Sistan und Belutschistan willkürlich festgenommen. Das Schicksal vieler bleibt unbekannt.
Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden. Mit der unmenschlichen Behandlung ihrer Gefangenen verletzt die Islamische Republik Iran in hohem Maße die von ihr ratifizierten menschenrechtlichen Mindeststandards des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte („Zivilpakt“) der Inhaftierten. Dazu gehören unter anderem das Verbot von Folter und grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung (Artikel 7), das Verbot willkürlicher Gefangennahme (Artikel 9) sowie das Recht auf ein faires Verfahren (Artikel 14).
Stand: Mai 2023





