Kateryna Korowina

Kateryna Korowina wurde am 10. Juni 2024 von russischen Sicherheitskräften verschleppt. Am 17. Februar 2025 verurteilte ein russisches Militärgericht sie zu 10 Jahren Haft – wegen angeblicher Finanzierung von Extremismus und Terrorismus. Derzeit ist sie in einem russischen Untersuchungsgefängnis inhaftiert.

Willkürliche Gefängnisstrafe für Ukrainerin

Kateryna Korowina (ru. Катерина Коровина)
Geburtsdatum: 6. Oktober 1996

Verschleppt: angeblich 10. Juni 2024

Letzter Aufenthaltsort: Untersuchungshaftanstalt Nr. 3 GUFSIN Russlands, Nowotscherkassk (Russland)

Unrechtmäßiges Urteil: 10 Jahre

Kateryna Korowina stammt aus dem Dorf Pischtschane bei Starobilsk in der Region Luhansk. Sie schrieb Artikel, interessierte sich für Lyrik und setzte sich trotz der russischen Besatzung für humanitäre Hilfe in der Ukraine ein.

Verschleppung und Verurteilung
Im März 2024 wurde Kateryna vom russischen Geheimdienst FSB über mehrere Stunden verhört. Unter psychischem Druck, Drohungen und Einschüchterung zwang man sie, ein vorbereitetes „Geständnis“ zu unterschreiben. Am 10. Juni 2024 drangen schließlich bewaffnete russische Sicherheitskräfte in ihre Wohnung ein, nahmen Kateryna fest und verschleppten sie. Die Festnahme wurde gefilmt und im russischen Propaganda-Fernsehen gezeigt.

Kateryna wurde am 17. Februar 2025 zu zehn Jahren Haft verurteilt – wegen angeblicher Finanzierung von Extremismus und Terrorismus. Grundlage des Verfahrens waren Überweisungen im Gesamtwert von umgerechnet etwa 10 Euro. Kateryna selbst erklärte, dass diese Spenden ausschließlich für humanitäre Zwecke gedacht waren.

Haftbedingungen und Gesundheit
Kateryna befindet sich derzeit in der Untersuchungshaftanstalt Nr. 1 in Rostow am Don. Sie ist dort von russischen Häftlingen getrennt untergebracht – gemeinsam mit anderen ukrainischen Frauen, die ebenfalls wegen „Extremismus“ angeklagt sind.

Laut Gericht leidet Kateryna infolge der Haftbedingungen und der psychischen Belastung an Depressionen. Dennoch zeigt sie in Briefen nach außen Stärke und Hoffnung – sie schreibt Gedichte und betont, dass sie ihre Heimat niemals verraten werde.

Stand: Juli 2025 

So können Sie Kateryna helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden“

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Kateryna Korowina.

Коровиной Екатерине Анатольевне 1996 г. р.

346408, Ростовская область, г. Новочеркасск,
ул. Украинская, д. 1, ФКУ СИЗО-3
ГУФСИН России по Ростовской области

346408, Region Rostow, Nowotscherkassk, Ukrainskaja-Straße 1, FKU SIZO-3 GUFSIN Russlands für die Region Rostow, Korowina Ekaterina Anatoljewna, geb. 1996

Wichtig: Damit der Brief zugestellt werden kann, muss die Adresse auf Russisch geschrieben werden!

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann. 

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: Bitte um die unverzügliche Freilassung der ukrainischen Zivilistin Kateryna Korowina

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew / Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die politisch motivierte Inhaftierung der ukrainischen Zivilistin Kateryna Korowina (geb. 6. Oktober 1996) aufmerksam zu machen. Sie wurde am 10. Juni 2024 im Dorf Pischtschane (Region Luhansk) von russischen Sicherheitskräften verschleppt und am 17. Februar 2025 von einem Militärgericht in Rostow am Don zu zehn Jahren Haft verurteilt – wegen angeblicher Finanzierung von Terrorismus und Extremismus.

Die Grundlage des Urteils sind Überweisungen in Höhe von umgerechnet rund 12 US-Dollar, die Kateryna laut eigener Aussage im Rahmen humanitärer Hilfe getätigt hat. Ihre Aussagen während der Ermittlungen wurden unter psychischem Druck, Drohungen und Einschüchterung erzwungen. Im Gerichtsprozess widerrief sie diese und erklärte, sich zu einem Geständnis gezwungen gefühlt zu haben – aus Angst um sich und ihre Angehörigen.

Besonders besorgniserregend ist der Gesundheitszustand von Frau Korowina. Bereits im Urteil wurde ein depressiver Zustand festgestellt, der sich unter den Haftbedingungen vermutlich verschärft. Aktuell befindet sie sich in Untersuchungshaftanstalt Nr. 1 in Rostow am Don, getrennt von russischen Häftlingen und ohne verlässlichen Zugang zu medizinischer oder psychologischer Unterstützung.

Kateryna Korowina ist eine unschuldige Zivilistin, die aufgrund eines konstruierten Vorwurfs und unter Missachtung rechtsstaatlicher Prinzipien inhaftiert wurde. Ihre Verurteilung widerspricht grundlegenden menschenrechtlichen Standards und dem internationalen humanitären Völkerrecht.

Ich appelliere an Sie, sich für die sofortige Freilassung von Kateryna Korowina einzusetzen, ihr den Kontakt zu ihrer Familie zu ermöglichen sowie einen unabhängigen Rechtsbeistand zu gewährleisten. Zivile Gefangene, insbesondere aus den besetzten ukrainischen Gebieten, dürfen nicht länger zu politischen Zwecken missbraucht werden.

Hochachtungsvoll,

Machen Sie in den Sozialen Medien auf Kateryna aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

#KaterynaKorowina

#standwithukraine

#freeallukrainiancivilians

Teilen Sie diesen Beitrag, setzen Sie sich für Katerynas Freiheit ein!

Weitere ukrainische Zivilgefangene

Ljudmila Kolesnikowa

Ljudmila Kolesnikowa wurde im Juni 2024 nach der Beerdigung ihrer an Krebs verstorbenen Mutter auf der besetzten Krim festgenommen. Ein russisches Besatzungsgericht verurteilte die ukrainische Zivilistin wegen angeblichen Hochverrats zu 17 Jahren Haft.

Bohdan Ziza

Bohdan Ziza wurde am 16. Mai 2022 wegen seiner proukrainischen Haltung gefangen genommen. Er bespritzte das Rathaus von Jewpatorija mit gelber und blauer Farbe als symbolischen Protest gegen den Krieg, unter Einsatz seiner Freiheit. Bohdan wurde zu 15 Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstraflager verurteilt.

Oleksandr Borysov

Oleksandr Borysov wurde am 6. Januar 2021 wegen seiner proukrainischen Haltung gefangen genommen. Er half Ukrainern, unter Einsatz seines Lebens, in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet zu fliehen. Oleksandr wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben