Kubanischer Künstler inhaftiert

Hamlet Lavastida wird aktuell in Untersuchungshaft in Havanna festgehalten. Er hatte das kubanische Regime bei einer Veranstaltung in Berlin kritisiert. Der Künstler war anlässlich einer Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien in der Stadt. In seiner Kunst thematisiert er die Unterdrückung der Bevölkerung durch die kubanische Regierung. Bildquelle: Peter Rosemann
Hamlet Lavastida von kubanischer Staatssicherheit inhaftiert
Junge Künstler opponieren gegen die Diktatur

Hamlet Lavastida forderte bei einer Demonstration in Berlin die Freilassung seines Künstlerkollegen Luis Manuel Otero Alcántara.
Havanna/Berlin/Frankfurt am Main, 29. Juni 2021 – Durch immer neue Verhaftungen von regimekritischen Künstlern will Kubas Staatsführung jede Kritik aus der Kunstszene ersticken, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Am 26. Juni 2021 verhaftete die politische Polizei den Künstler Hamlet Lavastida und hielt ihn für 12 Stunden in Einzelhaft fest. Seither sitzt Lavastida in Untersuchungshaft in der „Villa Marista“, dem berüchtigten Geheimdienst-Gefängnis in Havanna. Sein Vergehen: Der Künstler hatte die Freilassung eines anderen kubanischen Künstlers bei einer Veranstaltung in Berlin gefordert.
Die Inhaftierung von Lavastida folgt einem systematischen Muster der Unterdrückung. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM erklärt dazu: „Die kubanische Führung fürchtet die stetig wachsende Demokratiebewegung. Deswegen sitzen so viele Bürgerrechtler im Gefängnis. Die Zahl der politischen Gefangenen hat sich unter der Führung des neuen Machthabers Miguel Díaz-Canel noch vergrößert. Díaz-Canel hat aber auch ein Problem mit der immer lauter werdenden Regimekritik durch die kritische Intelligenz. Schriftsteller, Musiker, bildende Künstler und unabhängige Journalisten opponieren gegen die totalitäre Staatsführung.“
Während seiner Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien in Berlin nahm Lavastida an einem friedlichen Protest für den inhaftierten Künstler Luis Manuel Otero Alcántara teil, der sich nun auch für die Freilassung Lavastidas aussprach. Lavastida kehrte am 21. Juni 2021 in seine Heimat zurück. Trotz Impfung begab er sich zur Isolation vorerst in ein Quartier zurück, wo er am 26. Juni von Beamten der kubanischen Staatssicherheit verhaftet wurde. Der Künstler ist Mitglied der Plattform 27N (27. November), einer Bewegung Intellektueller, die demokratische Veränderungen und die Einhaltung der Menschenrechte auf Kuba fordern.
Von 2011 bis 2015 lebte Lavastida im Ausland, da ihm die kubanische Führung aufgrund seiner Regimekritik die Einreise verweigerte. Der Künstler macht in seinen Videos, Collagen und Drucken auf die Unterdrückung der kubanischen Bevölkerung durch das Regime aufmerksam. Seine Kunst darf in den öffentlichen kulturellen Institutionen Kubas nicht gezeigt werden.
Die IGFM berichtet regelmäßig über Schikanen, Verfolgungen und andere Arten von Repressionen gegen Oppositionelle auf Kuba. Luis Manuel Otero Alcántara, Maykel Castillo „El Osorbo“ und Denis Solís sind nur die jüngsten Beispiele von Künstlern, die aufgrund ihrer Regimekritik verhaftet wurden oder gewaltsam in ihren Häusern festgehalten werden.