/Kuba: Gefängnisstrafe gegen Naturschützer

Kuba: Gefängnisstrafe gegen Naturschützer

Kuba: Gefängnisstrafe gegen Naturschützer

Ein Kommentar von Martin Lessenthin,
Vorstandssprecher der IGFM – Internationale Gesellschaft für Menschenrechte:

Frankfurt am Main (12. Dezember 2018) – Wer sich auf Kuba konsequent für den Schutz der Umwelt engagiert oder sogar die Behörden anmahnt, die bestehenden Normen für Natur-, Gesundheits- und Umweltschutz durchzusetzen, steht mit einem Bein im Gefängnis. Die Erkenntnis wächst: Bürgerrechtler und Umweltschützer sitzen auf Kuba in einem Boot. Aus Sicht der Herrschenden sind sie Störenfriede und sollen zum Schweigen gebracht werden. Sie werden daher ständig vom übermächtigen Unterdrückungsapparat der Diktatur bedroht und drangsaliert.

Die kubanische Staatssicherheit überwacht und verleumdet jeden, der Versäumnisse von Behörden oder staatseigenen Betrieben anprangert. Es wird versucht, sie von Freunden und Kollegen zu trennen. Sie werden als gefährlich oder psychisch labil dargestellt. Für die Umweltaktivisten ist dies eine neue Erfahrung, für die Demokratieaktivisten ist dies das übliche Verhalten des Regimes.

Die kubanischen Bürgerrechtler erleben eine sich verbreitende kritische Auseinandersetzung mit Vertuschung, Profitgier und staatssozialistischer Vetternwirtschaft. Sie haben damit begonnen, den Schutz der Natur als eines ihrer wichtigsten Ziele für ein demokratisches zukünftiges Kuba zu benennen und sie üben Solidarität mit den drangsalierten Umweltaktivisten.

Als Menschenrechtler fordern wir die Aufhebung der Gefängnisstrafe gegen den Naturschützer Ariel Ruiz Urquiola sowie die Aufhebung seines Reiseverbots. Ariel wäre heute gerne hier in Berlin um seine Sicht der Umweltprobleme auf Kuba darzulegen und die demokratischen Staaten zu bitten, Kuba nur dann Leistungen zu gewähren, wenn es Fortschritte bei den Menschenrechten gibt. Dass er dies nicht konnte zeigt, wie sehr sich das Regime vor einem Naturschützer fürchtet.

Mehr Infos zu Menschenrechten in Kuba

Der kubanische Umweltschützer Ariel Ruiz Urquiola konnte an der Pressekonferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung und der IGFM in Berlin am 12. Dezember 2018 nicht teilnehmen. Die kubanischen Behörden hatten ihn wegen seines Engagements für die Umwelt verhaftet

2019-01-31T14:36:25+01:00Donnerstag, Dezember 13, 2018|