Leila Hosseinzadeh

Die studentische Aktivistin wurde bereits mehrfach festgenommen und verurteilt, u.a. wegen ihrer Teilnahme an landesweiten Protesten. Derzeit ist Leila auf Kaution frei. Im November 2024 wurde sie in Abwesenheit von einem Teheraner Revolutionsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt.
Inhaftierte Studentin vorübergehend freigelassen
Leila Hosseinzadeh ist eine studentische Aktivistin, die im Dezember 2017 an landesweit stattfindenden Protesten gegen die iranische Wirtschaftspolitik teilnahm. Wegen ihrer Teilnahme an den Protesten wurde sie zunächst zu fünf Jahren Haft verurteilt, später wurde die Strafe auf zweieinhalb Jahre reduziert. Im März 2020 kam sie wegen gesundheitlicher Probleme aus dem Gefängnis frei. Aufgrund ihrer Teilnahme an einer Geburtstagsfeier für einen inhaftierten Studenten, wurde Hosseinzadeh im Dezember 2021 erneut verhaftet. Am 3. Januar 2022 wurde sie vorübergehend auf Kaution aus der Haft entlassen. Hosseinzadeh ist MA-Studentin im Bereich Anthropologie an der Universität Teheran und war Vorsitzende der Studierendenvertretung. Die junge Studentin setzte sich friedlich für die Belange vieler StudentInnen ein und organisierte dafür auch Protestaktionen auf dem Universitätscampus, wie z.B. Sitzstreiks.
Im August 2022 wurde sie erneut festgenommen und mehrere Monate festgehalten, bevor sie wieder auf Kaution entlassen wurde. Im November 2024 wurde Leila in Abwesenheit vom 26. Teheraner Revolutionsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt. Details sind nicht bekannt.
Festnahme und Prozess
Aufgrund ihrer Beteiligung an den 2017 stattfindenden Protesten wurde Hosseinzadeh am 1. Januar 2018 festgenommen. Nach 16 Tagen in Haft kam sie auf Kaution wieder frei. Am 7. März 2018 wurde sie schließlich wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“, „Störung der öffentlichen Ordnung durch Teilnahme an illegalen Versammlungen“ und „Propaganda gegen das Regime“ zu fünf Jahren Gefängnis sowie zu einem zweijährigen Ausreiseverbot verurteilt. Die Strafe wurde 2019 im Berufungsverfahren auf zwei Jahre und sechs Monate herabgesetzt, da nach dem iranischem Gesetz bei mehreren Anklagepunkten nur die längste Haftstrafe verbüßt werden muss. Im Juli 2019 wurde die Studentin erneut von Sicherheitskräften in ihrem Haus festgenommen und ins Evin-Gefängnis gebracht. Hiernach protestierten mehrere Studierende der Teheraner Universität drei Tage lang gegen Leila Hosseinzadehs Haftstrafe, etliche nahmen nicht an den Prüfungen teil. In einem an die Behörden gerichteten Brief forderten Professoren und Fakultätsmitglieder die Freilassung der inhaftierten AktivistInnen. Am 11. März 2020 wurde Hosseinzadeh, die an Morbus Crohn leidet, aufgrund ihres Gesundheitszustands zunächst vorübergehend in den medizinischen Hafturlaub entlassen und kam schließlich aus dem Gefängnis frei, da sie aufgrund ihrer Krankheit nicht in der Lage war, ihre restliche Strafe abzusitzen.
Erneute Festnahme im Dezember 2021 und August 2022
Nachdem Hosseinzadeh gemeinsam mit anderen Studenten vor der Teheraner Sharif-Universität für Technologie eine Geburtstagsfeier für den inhaftierten Derwisch-Studenten Mohammad Sharifi Moghaddam veranstaltet hatte, wurde sie im Februar 2021 erneut wegen „Versammlung und Kollaboration gegen die nationale Sicherheit“ angeklagt. Ein Berufungsgericht bestätigte schließlich ihre ursprüngliche fünfjährige Haftstrafe. Am 7. Dezember 2021 wurde die Studentin gewaltsam in Shiraz festgenommen und ins Adelabad Gefängnis gebracht, wo sie elf Tage lang in Isolationshaft gehalten wurde. Anschließend wurde sie ins Teheraner Evin-Gefängnis verlegt. Am 3. Januar 2022 wurde Hosseinzadeh vorübergehend auf Kaution freigelassen.
Im August 2022 wurde sie erneut festgenommen und mehrere Monate festgehalten, bevor sie wieder auf Kaution entlassen wurde. Im November 2024 wurde Leila in Abwesenheit vom 26. Teheraner Revolutionsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt. Details sind nicht bekannt.
Hartes Vorgehen gegen friedliche DemonstrantInnen
Von Dezember 2017 bis Anfang Januar 2018 fanden im Iran landesweit Proteste gegen die Wirtschaftspolitik statt. Während der Proteste wurden etwa 5.000 Menschen festgenommen und mindestens 25 getötet. Neben Hosseinzadeh nahmen auch zahlreiche Studierende an den Protesten teil – Der Geheimdienst verhaftete mindestens 90 StudentInnen. Es wurden sogar einige inhaftiert, die nicht an den Protesten teilgenommen hatten. Der Geheimdienst nahm sie in ihren Wohnungen oder an den Universitäten fest. Auch Hosseinzadeh wurde während der landesweiten Aufstände im Januar 2018 festgenommen, dann jedoch gegen Hinterlegung einer Kaution vorläufig freigelassen. Im März 2018 verurteilte das Teheraner Gericht sie anfänglich zu sechs Jahren Gefängnis und zwei weiteren Jahren Ausreiseverweigerung. Während der Iran mit Millionen von US-Dollar Terrorgruppen im Nahen Osten unterstützt, fehlen den iranischen Schulen und Universitäten oft elementare Mittel.
Stand: November 2024


