Lew Schlosberg

Am 17. August wurde der Jabloko-Politiker Lew Schlosberg wegen Kritik am Krieg gegen die Ukraine zu elf Jahren und einem Monat Straflager verurteilt. Gleichzeitig wächst der Druck auf Jabloko: Die Partei wurde von der Wahl ausgeschlossen, zudem wurden bei einer Berufungsverhandlung mindestens 30 Unterstützer festgenommen.
Anti-Kriegs-Politiker zu 11 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt
Lew Schlosberg wurde am 30. Juli 1963 in Pskow geboren und ist ein Journalist, Politiker, Menschenrechtler und stellvertretender Vorsitzender der Partei Jabloko. Er gehört zu den wenigen russischen Politikern, die sich öffentlich gegen den Krieg positionieren.
Festnahme
Am 11. Juli 2025 wurde er festgenommen und unter zwei Monate Hausarrest gestellt.
Vorwurf und Urteil
Am 17. August verhängte das Stadtgericht Pskow gegen Lew Schlosberg, einen langjährigen russischen Politiker, Journalisten und stellvertretenden Vorsitzender der Partei Jabloko, eine Haftstrafe von elf Jahren und einem Monat in einer Strafkolonie. Grundlage der Verurteilung waren Artikel 280.3 Absatz 1 des russischen Strafgesetzbuches wegen „wiederholter Diskreditierung der russischen Streitkräfte“ sowie Artikel 207.3 Absatz 2 wegen der „Verbreitung wissentlich falscher Informationen über die russischen Streitkräfte“. Die Vorwürfe beziehen sich auf Schlosbergs Teilnahme an einer Online-Debatte über den Krieg gegen die Ukraine und das Teilen eines Beitrags in den sozialen Medien, der ein Titelblatt der Daily Mirror mit Wladimir Putin und einer mit Blut bedeckten ukrainischen Frau zeigte.
Der Prozess gegen Schlosberg fand vor dem Hintergrund des zunehmenden Drucks auf die Partei Jabloko statt. Am 10. August 2026 hatte das Oberste Gericht Russlands die Partei kurzfristig von der Parlamentswahl im September ausgeschlossen. Jabloko legte gegen diese Entscheidung Berufung ein. Am Tag der Berufungsverhandlung, dem 17. August, wurden nach Angaben der Partei mindestens 30 ihrer Unterstützer vor dem Obersten Gericht in Moskau festgenommen.
Stand: August 2026


