Maryam Akbari Monfared

Die Aktivistin wurde im Dezember 2009 wegen „Feindschaft gegen Gott“ zu 15 Jahren im Gefängnis verurteilt. Seit 2009 wurde ihr kein einziger Tag Hafturlaub gewährt. Im Gefängnis setzte sie sich durch offene Briefe weiterhin für die Menschenrechtslage im Iran ein und drängte den UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran über die Menschenrechtsverletzungen des Regimes zu berichten. Aktuell ist sie im Semnan-Gefängnis mit Gewaltverbrechern inhaftiert.
Menschenrechtsaktivistin erneut verurteilt

Politische Patenschaft
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann hat im Juli 2023 die politische Patenschaft für Maryam Akbari Monfared übernommen.
Die Menschenrechtsaktivistin und dreifache Mutter Maryam Akbari Monfared, geboren am 14. Dezember 1975, wurde im Dezember 2009 von den iranischen Behörden verhaftet und zu 15 Jahren Gefängnis wegen „Feindschaft gegen Gott“ verurteilt. Seit 2009 ist sie ununterbrochen in Haft, zunächst im Evin-Gefängnis in Teheran. Am 9. März 2021 wurde sie abrupt und gewaltsam gegen ihren Willen ins Semnan-Gefängnis verlegt. Mitgefangene, darunter Zahra Zehtabchi, Aras Amiri, Sepideh Kashani, Niloufar Bayani, Aliyeh Motallebzadeh und Atena Daemi, protestierten mit einem offenen Brief gegen ihre Verlegung.
Verhaftung und Prozess
Nach ihrer Festnahme wurde Monfared 43 Tage lange in Einzelhaft gehalten. Ihre drei Töchter durften sie zunächst nicht besuchen. 2010 verurteilte sie der für seine harten Urteile bekannte Richter Abdolqassem Salavati zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe wegen „Feindschaft gegen Gott“. Ihren Anwalt traf die Aktivistin das erste Mal im Gerichtssaal, da ihr Kontakt zu ihm bis dato verwehrt wurde. Während des weniger als eine Stunde dauernden Schauprozesses wurden keine Beweise gegen Monfared vorgebracht.
Am 31. August 2020 begann unter dem Vorwurf der „Störung der Gefängnisordnung“ ein neuer Prozess gegen Monfared, da sie angeblich regierungskritische Lieder gesungen hatte. Monfared verwies hingegen darauf, sich lediglich für kranke Mitinhaftierte eingesetzt zu haben.
Engagement aus dem Gefängnis
Auch im Gefängnis setzte sich Monfared weiterhin für die Rechte anderer ein. So stellte sie am 15. Oktober 2016 eine offizielle Anfrage beim iranischen Generalstaatsanwalt über den Verbleib ihrer Geschwister nach dem Massaker an politischen Gefangenen im Jahr 1988, bei dem vier von ihnen ermordet worden waren. Dieser Forderung nach Aufklärung verlieh sie durch die Veröffentlichung eines offenen Briefes Nachdruck.
Am 10. Oktober 2018 wandte sich Monfared gemeinsam mit den ebenfalls inhaftierten Frauenrechtlerinnen Golrokh Iraee und Atena Daemi an den UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Javaid Rehman. Sie forderten ihn in einem offenen Brief auf, den Iran zu besuchen, um über die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen des Regimes zu berichten. Dafür listeten sie zahlreiche Fälle von Menschenrechtsverletzungen durch die iranische Regierung auf.
Desaströse Haftbedingungen
Trotz ihres schlechten Gesundheitszustands wurde Monfared medizinische Hilfe sowie die Verlegung in ein Krankenhaus verwehrt. Sie leidet an rheumatischer Arthritis und klagte über starke Schmerzen in Kniegelenken und Füßen, weshalb sie an Schlaflosigkeit leidet.
Seit ihrer Verlegung ins 180 Kilometer von Teheran entfernte Semnan-Gefängnis im Zentraliran ist sie unter katastrophalen hygienischen Umständen mit Straftätern inhaftiert. Sie darf lediglich kurze, beaufsichtigte Telefonate mit ihrer Familie führen. Ihren Kindern sind Besuche aufgrund der weiten Entfernung kaum noch möglich. Monfared erhielt seit Dezember 2009 nicht einen Tag Hafturlaub.
Neues Urteil nach 14 Jahren
Im Juli 2023 wurde Monfared durch die Staatsanwaltschaft von Evin vorgeladen. Nach der Erläuterung von fünf neuen Anklagepunkten, „Propaganda gegen das System“, „Versammlung und Verschwörung gegen die Sicherheit“, „Veröffentlichung von Lügen“, „Beleidigung Khameneis“ sowie „Ermutigung der Menschen zur Störung der öffentlichen Ordnung“, wurde sie sofort ins Semnan-Gefängnis zurückgebracht. Von ihrer 15-jährigen Haftstrafe blieben zu dieser Zeit für die unschuldig Gefangene noch 18 Monate.
Monfared wurde im August 2023 vom Gericht in Semnan wegen „Verbreitung von Lügen in Sozialen Medien“ zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 15 Millionen Toman (ca. 1.000 Euro) verurteilt. Die haltlosen Anschuldigungen haben zu einer willkürlichen Haftverlängerung für Monfared geführt – nach 14 Jahren Haft.
Ende Dezember 2023 wurde Maryam Akbari Monfared zu weiteren drei Jahren Haft verurteilt. Die Anklagepunkte gegen sie lauten „Propaganda gegen das Regime“, „Versammlung und Verschwörung gegen die Sicherheit des Landes“ und „Beleidigung von Khamenei“.
Stand: Januar 2024