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Frei: Mohammad Taheri

Mohammad Taheri

Der iranische Ingenieur Mohammad Ali Taheri ist der Begründer einer alternativen Heilmethode. Er wurde 2011 verhaftet, saß fünf Jahre im Gefängnis und wurde anschließend für zwei Jahre ohne Anklage und Urteil willkürlich gefangen gehalten. Am 10. März 2018 wurde er erneut zu fünf Jahren Haft verurteilt. Viele Menschen haben sich mit Briefen für seine Freilassung beteiligt. Diese Arbeit hat Wirkung gezeigt! Am 24. April 2019 hat ein Sprecher der iranischen Justiz bekannt gegeben, dass die Strafe gegen Taheri aufgehoben ist. Nach Jahren willkürlicher Haft ist er durch Ihre Hilfe wieder ein freier Mensch!

Mystiker Mohammad Taheri ist frei!

Wir freuen uns! Die IGFM freut sich über die Freilassung des iranischen Mystikers Mohammad Taheri. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin sieht in der Freilassung einen Erfolg des anhaltenden öffentlichen Drucks. Die IGFM dankt allen, die sich für die Freilassung Taheris eingesetzt haben.

Auf einen Blick

Der iranische Ingenieur Mohammad Ali Taheri ist der Begründer der mystisch spirituellen Lehre Erfan-e Halgheh („Interuniversalismus“), von der er alternative Heilmethoden abgeleitet hat. Die Führung des Iran betrachtet seine Weltsicht als nicht kompatibel mit den Dogmen der Islamischen Republik.

Nach seiner Verhaftung im Jahr 2011 war Taheri über Jahre in einer Einzelzelle inhaftiert. Nachdem er 2016 seine erste fünfjährige Haftstrafe verbüßt hatte, hielten ihn die Behörden zwei Jahre ohne Anklage und Urteil willkürlich weiter gefangen. Wegen angeblichem „Verderbenstiften auf Erden“ wurde er am 10. März 2018 erneut zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im April 2019 wurde er nach jahrelanger Haft aus dem Gefängnis entlassen.

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Zur Person

Mohammad Ali Taheri, geboren am 21. März 1956 in Kermanschah, ist Maschinenbauingenieur. Er war Dozent an der Universität Teheran. Er verfasste mehrere Bücher zu der von ihm begründeten spirituellen Lehre von Erfan-e Halgheh und zu den ebenfalls von ihm selbst entwickelten alternativen und nicht medizinischen Heilmethoden „Faradmani“ und „Psymentology“. Taheri ist verheiratet, das Paar hat eine erwachsene Tochter.

Verhaftung und Prozess

Aufgrund seiner – nach Auffassung der iranischen Staatssicherheit – nicht mit der islamischen Staatsdoktrin konformen Weltanschauung geriet Mohammed Ali Taheri ins Visier der iranischen Behörden. Er wurde bereits im Jahr 2010 unter dem Vorwurf der angeblichen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ festgenommen und für 67 Tage in Einzelhaft im Evin-Gefängnis gefangen gehalten, danach aber zunächst freigelassen. Am 4. Mai 2011 nahm ihn die Staatssicherheit im Zusammenhang mit der Entwicklung seiner spirituellen Lehre „Erfan-e Halgheh“ erneut fest und inhaftierte ihn bis zum Gerichtsbeschluss ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt in Einzelhaft. Die Behörden warfen ihm eine “illegitime Beziehung” zu einer Frau vor, weil er während einer Behandlung ihr Handgelenk angefasst hatte; außerdem Verbreitung nicht autorisierter Veröffentlichungen und angebliche „Beleidigung von Islamischen Heiligkeiten“. Im Oktober 2011 wurde Taheri von der Abteilung 26 des Revolutionsgerichts in Teheran zu 5 Jahren Haft im Evin-Gefängnis, 74 Peitschenhieben und einer nach iranischen Maßstäben ungeheuer hohen Geldstrafe verurteilt (nach dem Wechselkurs von Februar 2019 umgerechnet rund 90.000 Euro). 2014 wurde ihm außerdem “Verderbenstiften auf Erden” vorgeworfen, da er angeblich starken Zweifel gegenüber dem islamischen Glauben verbreitet habe. Taheris zweiter Prozess fand im März und Juli 2015 statt. Im November 2015 verurteilte das Islamische Revolutionsgericht in Teheran Taheri zum Tod – diese Strafe wurde jedoch im Berufungsverfahren im Dezember 2015 wieder aufgehoben. Zwischen 2016 und 2018 war er im Evin-Gefängnis ohne Prozess oder Urteil in Einzelhaft. Am 2. März 2018 wurde er laut den Berichten seines Anwaltes Mahmoud Alizadeh Tabatabaee schließlich erneut zu 5 Jahren Haft wegen angeblichem „Verderbenstiften auf Erden“ verurteilt. Nach starken internationalen Protesten hat das Gericht im August 2018 unter Auflagen seine Freilassung genehmigt. Er wurde dennoch weiter gefangen gehalten.

Haftbedingungen

Seit seiner Verhaftung im Jahr 2011 war Mohammad Ali Taheri im Evin-Gefängnis inhaftiert. Sämtliche Anträge auf Verlegung in eine Gruppenzelle wurden bis 2018 abgelehnt. Taheri ist mehrmals in Hungerstreik getreten, um gegen seine unrechtmäßige Inhaftierung, das unfaire Gerichtsverfahren und den fehlenden Kontakt zu seiner Familie und seinem Anwalt zu protestieren. Besuche seiner Familie oder seines Anwalts wurden ihm seit 2014 verweigert und Telefonate nur sehr selten erlaubt. Berichten zufolge ist er von Vernehmungsbeamten bedroht und psychisch gefoltert worden.

Helfen Sie auch anderen Gefangenen im Iran!

Trotz der Freilassung Taheris befinden sich weltweit zahlreiche politische Gefangene in Haft, meistens unter absolut menschenunwürdigen Bedingungen. Ihnen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein. Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an einen politischen Gefangenen ins Gefängnis:

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