Nazi Fateme Habibi

Nazi (Fateme) Habibi ist eine iranische Schauspielerin und Webdesignerin. Sie wurde am 24. November 2022 aufgrund einer vorigen Straßen-Performance festgenommen und ist seitdem im Qarchak-Gefängnis inhaftiert. Eine in Aussicht gestellte Freilassung auf Kaution wurde nicht umgesetzt.
Aufgrund Straßen-Performance zu „Förderung von Korruption“ angeklagt
Die circa 30-jährige junge Theaterschauspielerin und Grafikerin Nazi (Fateme) Habibi, in Teheran wohnhaft, wurde am 24. November 2022 von Sicherheitskräften des iranischen Regimes festgenommen. Die Schauspielerin hatte zuvor gemeinsam mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern eine Performance auf den Straßen Teherans aufgeführt, um den Protest gegen das Mullah-Regime auszudrücken.
Seit ihrer Festnahme befindet sich Nazi Habibi im Qarchak-Gefängnis, am südlichen Rand Teherans. Ihr wird „Versammlung und Verschwörung gegen das Regime“ und „Förderung von Korruption“ vorgeworfen. Darauf steht meist eine langjährige Haftstrafe. Die Familie hat ihre Besorgnis über den sich verschlechternden Zustand zum Ausdruck gebracht, da ihre Tochter dringend auf ihre Medikamente angewiesen ist, die ihr von den Gefängnisbehörden verweigert werden.
Berichten zufolge haben sich die Justizbehörden, trotz des Versprechens einer vorübergehenden Freilassung gegen Kaution und der Bereitstellung einer Kaution durch die Familie, geweigert Nazi Habibi freizulassen. Ihr wird nicht nur der Zugang zu einem ausgewählten Anwalt verweigert, sie wurde während der letzten Wochen ebenfalls mehrfach von den Sicherheitskräften unter Druck gesetzt, falsche Anschuldigungen zu akzeptieren und ein erzwungenes Geständnis abzugeben.
Bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegen keine Informationen über eine offizielle Anklage gegen die iranische Künstlerin vor.
Im Frauengefängnis Qarchak, das laut mehreren Quellen auch als „die Hölle“ bekannt ist, herrschen brutale und miserable Haftbedingungen – von schlechter Qualität der Verpflegung, über Mangel an allgemeiner Grundausstattung, Probleme mit dem Abwassersystem, bis hin zu salzhaltiges Wasser sowie fehlende medizinische und sanitäre Einrichtungen. Laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) werden dort regelmäßig kriminelle Häftlinge angestachelt, die politischen Gefangenen zu misshandeln.
Die IGFM verurteilt die weitverbreitete, brutale Anwendung von Gewalt der iranischen Regierung gegen friedliche Demonstranten sowie die willkürliche Festnahme und die Haftbedingungen von Nazi Habibi. Mit den vielfach praktizierten willkürlichen Festnahmen möchte die iranische Regierung kritische Stimmen zum Schweigen bringen.
Stand: 6. Januar 2023