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Nicaragua: Gewalt gegen friedliche Demonstrationen

Nicaragua

Der Präsident von Nicaragua Daniel Ortega vor der UN. In NIcaragua kommt es wiederholt zu Gewalt gegen Demonstranten.

Der Präsident von Nicaragua, Daniel Ortega, spricht vor der 62. UN-Generalversammlung. In Nicaragua werden immer wieder Proteste der Opposition durch staatliche Organe verboten und behindert. Daniel Ortega, der 1979 mit weiteren Mitgliedern der Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN) Diktator Somoza stürzte, regiert mit Unterbrechungen seit 1979 das zentralamerikanische Land. Er beschuldigt regelmäßig Oppositionsgruppen Putschversuche gegen ihn zu planen. Seit April 2018 finden anhaltende Proteste gegen die Korruption seiner Familie statt, diese unterdrückt Ortega durch Polizeigewalt.  Foto: UN Photo/Marco Castro

Gewalt und Verhaftungen gegen friedliche Demonstranten

IGFM fordert Freilassung politischer Häftlinge

Managua/Frankfurt am Main (23. September 2019) – Die nicaraguanische Polizei verhinderte am Samstag, 21. September 2019 in der Hauptstadt Managua erneut einen Protestmarsch der Opposition. Darauf weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Frankfurt am Main, unter Berufung auf oppositionelle Gruppen hin.

Rund 100 Demonstranten wurden von Polizisten festgenommen. Ein junger Mann wurde von einer Tränengasgranate am Kopf verletzt.
Die Demonstranten riefen den Polizisten “Mörder” zu und “Wir haben keine Angst”,  während sie die Nationalhymne sangen und die Flagge von Nicaragua schwenkten. Die staatlichen Organe Nicaraguas verbieten immer wieder Demonstrationen der Opposition und beschuldigen ihre Organisatoren, an Putschversuchen gegen Präsident Daniel Ortega teilzunehmen.

IGFM-Vorsitzender Edgar Lamm wirft Ortega Korruption, Vetternwirtschaft und die Errichtung einer Diktatur vor. Lamm: „Ortega regiert das mittelamerikanische Land seit 12 Jahren autoritär zusammen mit seiner Ehefrau Rosario Murillo, die zugleich Vizepräsidentin ist! Wir fordern die Freilassung der politischen Gefangenen und die Rückkehr zur Demokratie.“ Die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) hat die staatliche Gewalt in Nicaragua wiederholt verurteilt.
Nicaraguanische Menschenrechtsgruppen gehen von mindestens 325 Todesopfern aufgrund der Unterdrückung in den zurückliegenden 12 Jahren aus. Hinzu kommen 2.000 Verletzte und über 60.000 Flüchtlinge.

Weitere Informationen zu den Protesten des Jahrs 2018