Olga Baranevska

Die Rentnerin und ehemalige Kindergärtnerin wurde unter einem falschen Vorwand von der russischen Polizei verhaftet und in verschiedenen Untersuchungsgefängnissen festgehalten.

Unter falschem Vorwand verhaftet

Olga Baranevska (ru. Ольга Бараневская)
Geburtsdatum: 7. September 1963

Verschleppt seit: 15. Mai 2024

Letzter Aufenthaltsort: Stadt Melitopol, Region Saporischschja

Olga stammt aus der Stadt Melitopol in der Region Saporischschja und ist von Beruf Erzieherin. Bis zum 24. Februar 2022 arbeitete sie in Teilzeit als Erzieherin in einem Kindergarten in Melitopol. Unmittelbar nach Kriegsbeginn beschloss sie, nicht mehr zur Arbeit zu gehen, weil sie nicht mit den russischen Besatzern zusammenarbeiten wollte. Seit Herbst 2023 ist sie Rentnerin.

Verschleppung
Am Abend des 15. Mai 2024 konnte Olgas Tochter sie nicht mehr erreichen und wurde als vermisst gemeldet. Am 27. Mai 2024 tauchte Olga bei ihrer Mutter auf und konnte ihr mitteilen, dass sie von russischen Spezialeinheiten festgenommen worden war. Am Abend desselben Tages wurde Olga erneut von der russischen Polizei wegen einer angeblichen Ordnungswidrigkeit festgenommen.

Seit ihrer Festnahme wurde sie in verschiedenen Untersuchungsgefängnissen in der Region Saporischschja festgehalten, unter anderem in der Stadt Melitopol, im Dorf Wesele und im Dorf Jakymiwka. Aktuell befindet sie sich im Untersuchungsgefängnis in der Stadt Donezk. Am 12. August 2024 wurde bekannt, dass gegen Olga ein Verfahren wegen angeblichen Waffenbesitzes eingeleitet wurde.

Gesundheitszustand
Olga ist Diabetikerin und braucht regelmäßig Insulin. Vor ihrer Gefangenschaft sollte sie operiert werden, um ihre Gallenblase zu entfernen. Nach letzten Informationen hat Olga seit der Gefangenschaft 15 kg abgenommen.

Stand: Oktober 2024

So können Sie Olga helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann. 

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung der ukrainischen Zivilistin Olga Baranevska“ 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft der ukrainischen Zivilistin Olga Baranevska (geb. 7. September 1963) aufmerksam zu machen, die am 15. Mai 2024 in der Stadt Melitopol, Region Saporischschja unschuldig verschleppt und verhaftet wurde.

Am Abend des 15. Mai 2024 konnte Olgas Tochter sie nicht mehr erreichen. Olga wurde 44 Tage lang als vermisst gemeldet. Am 27. Mai 2024 erschien Olga für einige Stunden bei ihrer Mutter. Sie konnte ihr mitteilen, dass sie von russischen Spezialeinheiten festgenommen worden war. Am Abend desselben Tages wurde Olga erneut von der russischen Polizei festgenommen.

Sie wurde zunächst wegen einer angeblichen Ordnungswidrigkeit festgenommen. Olga wurde in verschiedenen Untersuchungsgefängnissen in der Region Saporischschja festgehalten, und zwar in der Stadt Melitopol, im Dorf Wesele und im Dorf Jakymiwka.

Am 12. August 2024 wurde bekannt, dass gegen Olga ein Verfahren wegen angeblichen Waffenbesitzes eingeleitet worden war. Olgas Fall ist komplett falsifiziert. Sie wurde in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Donezk gebracht, wo sie bis heute festgehalten wird.

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Olga Baranevska ist eine unschuldige Zivilistin, die ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden. 

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu ihrer Familie und stellen einen Rechtsbeistand für sie bereit.  

Hochachtungsvoll 

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