Parham Parvari

Der Athlet und Ingenieur Parham Parvari wurde willkürlich im Rahmen der landesweiten Proteste zu 15 Jahren Haft verurteilt. Ohne Wissen seiner Angehörigen wurde er in ein anderes Gefängnis verlegt, in dem er unter unmenschlichen Haftbedingungen leidet.
Verschlimmerte Haftbedingungen für jungen Athleten

Politische Patin: Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt, B90/Die Grünen
Der kurdische Iraner wurde am 3. Oktober während der aktuellen Proteste im Iran verhaftet und zu 15 Jahren Haft – davon 10 Jahre im Exil, verurteilt. Der Leistungsschwimmer und Schwimmtrainer kommt aus Saqquez, einer Stadt in der iranischen Provinz Kurdistan. Neben seinen zahlreich gewonnen Meisterschaften, arbeitete Parham als Ingenieur in einem in Teheran ansässigen Ingenieurbüro.
Anfang Oktober geriet Parham auf dem Nachhauseweg plötzlich in die weitverbreiteten Proteste, die seit dem Tod der 22-jährigen Mahsa Jina Amini andauern. Dort wurde er unmittelbar von der Bashij-Milizen gewaltsam verhaftet und abgeführt. Seit seiner willkürlichen Festnahme wurde ihm der Zugang zu einem Anwalt sowie zu seiner Familie verweigert. Durch einen kurzen Anruf konnte er seine Familie über seine Anklage und sein Urteil „Moharebeh” (Kriegsführung) informieren.
Familie sendet Videobotschaft
Parhams Vater veröffentlichte Ende November ein Video, indem er die Öffentlichkeit und Menschenrechtsorganisationen bittet sich für die Freilassung seines einzigen Sohnes einzusetzen. Laut Videoaufruf befindet sich Parham im Evin-Gefängnis. Sein gesundheitlicher Zustand ist unbekannt. Am 13. Januar 2024, wurde Parham Parvari ohne Wissen seiner Familie heimlich aus dem Evin-Gefängnis in Teheran in das Iranshahr-Gefängnis in der Provinz Sistan und Belutschistan verlegt
Urteil
Am 19. Juni 2023 verurteilte man ihn aufgrund „Moharebeh durch Maßnahmen gegen die nationale Sicherheit” und „Gemeinschaft und Absprachen in der Absicht, die Sicherheit des Landes zu stören” zu 15 Jahren Haft – davon zehn Jahre im Exil.
Mutmaßliche Misshandlung durch andere Insassen
Angehörige können Parham seit einigen Wochen nicht mehr kontaktieren, sodass sie sich ernsthafte Sorgen über seinen Gesundheitszustand machen. Berichten zufolge wurde er von anderen Insassen schwer verletzt. Nach dem Angriff, bei dem er mit einer heißen Thermoskanne beworfen wurde, was zu einem Knochenbruch über seinem Auge und schweren Verbrennungen führte, wurde er ins Krankenhaus gebracht und anschließend in Einzelhaft verlegt.
Seine Mutter, Srwa Suzani, äußert große Besorgnis über seinen Zustand. Parham Parvari ist in einer Einrichtung, in der er zusammen mit Gefangenen, die wegen nicht-politischer Verbrechen verurteilt wurden, festgehalten wird. Dies verstößt auch gegen die iranischen Gesetze zur Klassifizierung von Gefangenen.
Stand: Oktober 2024


