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Syrien: Fortschreitende Islamisierung 

Im März 2025 verschärfte sich die Lage in Syrien dramatisch: Nach Massakern an über 2.000 Alawiten berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) von einer fortschreitenden Islamisierung des Landes. Die neuen Machthaber der HTS, ursprünglich mit terroristischen Gruppen wie dem IS und Al Qaida verbunden, treiben eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft voran – von der Zerstörung christlicher Gräber bis hin zu Zwangsvorschriften für Frauen und Schulkinder, die eine massive Einschränkung der Religionsfreiheit und Menschenrechte bedeuten.

 

Syrien: „Keine Zugeständnisse an Machthaber ohne Verbesserung der Menschenrechtslage“

IGFM warnt vor zunehmender Gewalt, Selbstjustiz und fortschreitender Islamisierung des Landes

Damaskus / Frankfurt am Main, 28. März 2025 – Chaos statt Stabilität: Nach den genozidalen Massakern an über 2.000 Alawiten zu Anfang des Monats verweist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) im Vorfeld ihrer Jahrestagung auf die fortschreitende Islamisierung Syriens und die anhaltende Gewalt sowie Instabilität im Land. Die deutsche Bundesregierung dürfe nicht naiv auf Versprechungen der Dschihadisten reagieren. Wo systematisch Alawiten, Kurden, Christen, Drusen und Studierende ermordet wurden, drohen weitere Massaker, so die IGFM.

„Die neuen syrischen Machthaber treiben die Islamisierung des Landes weiter voran. Kreuze werden auf christlichen Gräbern zerstört, Moscheen auf Universitätsgelände gebaut, Essen und Rauchen während der Fastenstunden im Ramadan ist für alle verboten, Frauen sollen sich verhüllen, Jungen und Mädchen werden in den Schulen getrennt unterrichtet und müssen separat in den öffentlichen Verkehrsmitteln sitzen“, legt Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM, dar.

Selbstjustiz statt Übergangsjustiz

Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation erklärt, dass aktuell zwar noch Meinungsfreiheit und Freiheit der Religionsausübung in Syrien offiziell gewahrt sind. Die IGFM betont aber auch, dass die neuen Machthaber der HTS eine terroristische Gruppe seien, die zunächst mit der Terrormiliz IS und dann mit Al Qaida unter dem Namen Al Nusra verbunden war. Die salafistischen Dschihadisten strebten einen islamistischen Staat mit der Scharia als Quelle der Gesetze an. Statt der oft proklamierten Übergangsjustiz, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit ahnden sollte, herrsche aktuell Willkür, Selbstjustiz und eine Justiz der Rache.

Anstieg der Lebensmittelpreise und Stromausfall

Dr. Nabil Antaki, Mitbegründer und Leiter des Hilfswerks der Blauen Maristen, spricht am Samstag auf der IGFM-Jahrestagung und berichtet über die Situation im Land: „Gehälter und Renten wurden in Syrien seit drei Monaten nicht ausgezahlt, weil der Staat kein Geld hat. Gleichzeitig sind die Preise für Brot und andere lebenswichtige Produkte stark angestiegen. Strom steht nur zwei Stunden am Tag zur Verfügung. Da die Polizei aufgelöst wurde, haben Verbrechen und Diebstähle zugenommen. Willkürliche Verhaftungen und Hinrichtungen im Schnellverfahren finden so gut wie täglich statt.“

Die IGFM fordert die neue Bundesregierung auf, die Lage in Syrien nicht aus dem Blick zu verlieren, voreilige finanzielle Zugeständnisse zu vermeiden und die neuen syrischen Machthaber an der Einhaltung der Menschenrechte zu messen.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

2309, 2026

Peru/Russland: Tödlicher Stellen-Schwarzmarkt

Hunderte peruanische Staatsbürger sollen mit falschen Stellenangeboten nach Russland gelockt und dort zum Dienst in den russischen Streitkräften gedrängt oder gezwungen worden sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert eine umfassende Aufklärung der mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerke und den Schutz der Betroffenen.

2109, 2026

Kuba: Roilán Álvarez Rensoler in Haft misshandelt

48 Tage Hungerstreik, schwere gesundheitliche Folgen und wiederholte Misshandlungen: Der kubanische Menschenrechtsaktivist Roilán Álvarez Rensoler sitzt seit Januar 2026 in Haft. Er soll ein regimekritisches Plakat angebracht haben. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von ihm und von mehr als 1.200 weiteren Menschen, die in Kuba wegen ihres friedlichen Engagements verfolgt werden.

1709, 2026

Zersetzen, liquidieren, ausschalten – die Stasi-Methoden leben in Russland und anderen Staaten weiter

Ob Mielke, Putin oder Lukaschenko, die Methoden der DDR-Staatssicherheit leben in Russland und anderen Staaten weiter. Anlässlich der Erklärung der IGFM als Staatsfeind im September 1975 durch die Stasi berichtet die Menschenrechtsorganisation über die Fortführung der Stasi-Methoden und kritisiert Putin-Freunde und -Unterstützer hier in Deutschland.

1509, 2026

Kasachstan: Mansur Mowlajew unternimmt Suizidversuch

Der tschetschenische Aktivist Mansur Mowlajew hat am 15. September in einem Gefängnis in Almaty einen Suizidversuch unternommen. Er erhielt rechtzeitig medizinische Hilfe, sein Leben ist nicht mehr in Gefahr. In seinem Abschiedsbrief bat er darum, ihn in Kasachstan zu beerdigen und auch die Auslieferung der Aktivistin Julia Emelianova nach Russland zu verhindern. IGFM und Partner fordern Schutz statt Auslieferung.

709, 2026

Eva Bredow-Cordier übernimmt politische Patenschaft

Die Darmstädter Grünen-Fraktionsvorsitzende Eva Bredow-Cordier hat gemeinsam mit der IGFM die politische Patenschaft für die in Belarus verfolgten Frauen Neli Alfiorawa und Aliaksandra Pulinovich übernommen. Sie fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung und will mit der Patenschaft auf die brutale politische Repression und die systematischen Menschenrechtsverletzungen des Lukaschenko-Regimes aufmerksam machen.

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