Zum Inhalt springen

Menschenrechte verteidigen beginnt mit Hinsehen.

Aktuelle Fälle
IGFM Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte
Jetzt Spenden

Analyse der Vorfälle gegen Ahmadis

Gegen die Ahmadiyya-Gemeinde in Pakistan häufen sich in letzter Zeit Übergriffe, die gegen die grundlegenden Menschenrechte dieser religiösen Minderheit verstoßen. Die Gemeinde steht seit langem im Fokus einer systematischen Verfolgung, die sich nun weiter verschärft hat. Foto links: Ahmadiyya Gemeinde beim Gebet, Foto rechts: Kalif Hazrat Mirza Masroor Ahmad. Quelle: Website der Ahmadiyya Muslim Community

Systematische Verfolgung der religiösen Minderheit in Pakistan

Eine Analyse von Saba Rana, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ahmadiyya Muslim Juristenvereinigung (AMJV)

Die Ahmadiyya-Gemeinde in Pakistan steht seit langem im Fokus einer systematischen Verfolgung, die sich in jüngster Zeit weiter verschärft hat. Die vorliegende Analyse beleuchtet eine Serie von Übergriffen, die gegen die grundlegenden Menschenrechte dieser religiösen Minderheit verstoßen.

Kernpunkte der jüngsten Vorfälle:

  • Einschränkung der Religionsfreiheit: Die Schließung von Moscheen und die Behinderung religiöser Versammlungen stellen eine eklatante Verletzung des Rechts auf freie Religionsausübung dar.
  • Entweihung von Friedhöfen: Die Zerstörung von Grabsteinen und die Schändung von Begräbnisstätten sind nicht nur ein Angriff auf die Toten, sondern auch eine gezielte Demütigung der Lebenden und eine Verletzung des Rechts auf Würde.
  • Falsche Anschuldigungen und willkürliche Verhaftungen: Die Anwendung von Blasphemiegesetzen gegen die Ahmadiyya-Gemeinschaft dient oft dazu, sie als Minderheit zu kriminalisieren und zu verfolgen. Die willkürliche Verhaftung von Gemeindemitgliedern untermauert diese These.
  • Kollaboration von staatlichen Akteuren und extremistischen Gruppen: Die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und Anti-Ahmadiyya-Gruppen bei gewaltsamen Übergriffen ist besorgniserregend und untergräbt den Rechtsstaat.

Juristische Bewertung

Die dargestellten Vorfälle stellen einen klaren Verstoß gegen zahlreiche internationale Menschenrechtsnormen dar, darunter den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Insbesondere die Artikel 18 (Religionsfreiheit), 9 (Recht auf Freiheit und Sicherheit der Person) und 17 (Recht auf Eigentum) werden massiv verletzt.

Folgerungen für NGOs und die internationale Gemeinschaft

Die internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Diplomatische Intervention: Die Regierungen der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sollten den pakistanischen Staat auffordern, die Menschenrechte der Ahmadiyya-Gemeinde zu respektieren und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
  • Humanitäre Hilfe: Es ist notwendig, humanitäre Hilfe für die betroffenen Gemeinden bereitzustellen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
  • Stärkung der Zivilgesellschaft: Die Zivilgesellschaft in Pakistan sollte unterstützt werden, um die Menschenrechte zu verteidigen und den Opfern zu helfen.
  • Rechtsstaatlichkeit fördern: Die pakistanische Regierung sollte aufgefordert werden, ihre Gesetze und Praktiken im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards zu reformieren.

Fazit

Die systematische Verfolgung der Ahmadiyya-Gemeinde in Pakistan stellt eine schwere humanitäre Krise dar, die eine sofortige internationale Aufmerksamkeit erfordert. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die internationale Gemeinschaft geschlossen gegen diese Verletzungen der Menschenrechte auftritt und die pakistanische Regierung zur Rechenschaft zieht.

Veröffentlicht: Dezember 2024

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

2309, 2026

Peru/Russland: Tödlicher Stellen-Schwarzmarkt

Hunderte peruanische Staatsbürger sollen mit falschen Stellenangeboten nach Russland gelockt und dort zum Dienst in den russischen Streitkräften gedrängt oder gezwungen worden sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert eine umfassende Aufklärung der mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerke und den Schutz der Betroffenen.

2109, 2026

Kuba: Roilán Álvarez Rensoler in Haft misshandelt

48 Tage Hungerstreik, schwere gesundheitliche Folgen und wiederholte Misshandlungen: Der kubanische Menschenrechtsaktivist Roilán Álvarez Rensoler sitzt seit Januar 2026 in Haft. Er soll ein regimekritisches Plakat angebracht haben. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von ihm und von mehr als 1.200 weiteren Menschen, die in Kuba wegen ihres friedlichen Engagements verfolgt werden.

1709, 2026

Zersetzen, liquidieren, ausschalten – die Stasi-Methoden leben in Russland und anderen Staaten weiter

Ob Mielke, Putin oder Lukaschenko, die Methoden der DDR-Staatssicherheit leben in Russland und anderen Staaten weiter. Anlässlich der Erklärung der IGFM als Staatsfeind im September 1975 durch die Stasi berichtet die Menschenrechtsorganisation über die Fortführung der Stasi-Methoden und kritisiert Putin-Freunde und -Unterstützer hier in Deutschland.

1509, 2026

Kasachstan: Mansur Mowlajew unternimmt Suizidversuch

Der tschetschenische Aktivist Mansur Mowlajew hat am 15. September in einem Gefängnis in Almaty einen Suizidversuch unternommen. Er erhielt rechtzeitig medizinische Hilfe, sein Leben ist nicht mehr in Gefahr. In seinem Abschiedsbrief bat er darum, ihn in Kasachstan zu beerdigen und auch die Auslieferung der Aktivistin Julia Emelianova nach Russland zu verhindern. IGFM und Partner fordern Schutz statt Auslieferung.

709, 2026

Eva Bredow-Cordier übernimmt politische Patenschaft

Die Darmstädter Grünen-Fraktionsvorsitzende Eva Bredow-Cordier hat gemeinsam mit der IGFM die politische Patenschaft für die in Belarus verfolgten Frauen Neli Alfiorawa und Aliaksandra Pulinovich übernommen. Sie fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung und will mit der Patenschaft auf die brutale politische Repression und die systematischen Menschenrechtsverletzungen des Lukaschenko-Regimes aufmerksam machen.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben