Beobachtung von Desinformation

Im Rahmen des Projekts „Überwachung von Desinformationsströmen“ stärkt die IGFM gemeinsam mit der armenischen Sektion ISHR Faktenprüfung, Medienkompetenz und faktenbasierte Berichterstattung in Armenien. Foto: ISHR Armenien
Systematisches Monitoring von Desinformation:
Das durch das Auswärtige Amt geförderte Projekt „Überwachung von Desinformationsströmen“ zielt darauf ab, die Transparenz und Vertrauenswürdigkeit der armenischen Informationslandschaft zu stärken, indem Desinformationskampagnen systematisch beobachtet, analysiert und faktenbasiert konterkariert werden. Im Zentrum stehen die Ausbildung von 15 jungen Journalistinnen und Journalisten, der Aufbau einer zweisprachigen Faktencheck‑Plattform sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Medien, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bildungseinrichtungen in verschiedenen Regionen Armeniens.
Die armenische Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (ISHR Armenia) setzt im Rahmen des Projekts ihre Arbeit kontinuierlich fort. In einem mehrtägigen, auswärtigen Intensivworkshop wurden Journalistinnen und Journalisten und zivilgesellschaftlich Engagierte zusammengebracht, um ihre Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten im Bereich Fact‑Checking zu vertiefen.

Foto: Teilnehmende an den Workshops in der Region Kotayk
Der Workshop fand in einer abgelegenen Region der Provinz Kotajk statt, um den Teilnehmenden einen bewussten Abstand zum Arbeitsalltag zu ermöglichen und Raum für konzentriertes Lernen, praktische Übungen und fachlichen Austausch zu schaffen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen, u.a. KI‑generierte Inhalten und Deepfakes und koordinierte Desinformationskampagnen sowie die Frage, wie Journalistinnen und Journalisten Fakten von Manipulation unterscheiden und systematische Kampagnen erkennen können.
In Trainingsmodulen zu Mechanismen der Desinformation lernten die Teilnehmenden, wie Falschinformationen verbreitet werden, welche Rolle soziale Netzwerke in hybriden Konflikten spielen und wie sich die Verantwortung von Medien in einem solchen Kontext verändert. Ein Schwerpunkt lag auf praktischen Werkzeugen der Faktenprüfung: offene Quellenrecherche (Open Source Intelligence / OSINT), Überprüfung von Fotos und Videos, Metadaten‑Analyse, Geolokalisierung, Identifizierung von Ursprungsquellen und systematische Verifikation.

Foto: Eindrücke des Erfahrungsaustausches und der praktischen Simulationen
In simulierten Fallstudien arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen an realitätsnahen Beispielen: manipulierten Bildern, Deepfake‑Videos, falschen Statistiken und viralen Posts. Dabei trainierten sie nicht nur die Anwendung der Tools, sondern auch Teamarbeit, analytisches Denken und schnelle, begründete Entscheidungen. Ergänzend wurden Erfahrungen lokaler Medien, Fragen der Informationssicherheit und die Rolle von Journalist*innen in hybriden Kriegs‑ und Konfliktsituationen diskutiert.
In den kommenden vier Monaten arbeiten die Teilnehmenden nun unter mentorischer Begleitung an eigenen Faktenchecks zu öffentlich kursierenden Behauptungen, die sie auf der neuen Plattform veröffentlichen werden – mit dem Ziel, eine vernetzte Fachcommunity aufzubauen, die dauerhaft zu faktenbasierter Berichterstattung, höherer Medienkompetenz und einer wirksamen Bekämpfung von Desinformation in Armenien beiträgt.

Foto: Die selektierten Journalistinnen und Journalisten in Ausbildung
Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit (ÖPR)“ durch das Auswärtige Amt gefördert.
