Vitaliy Gvozdenko

Der Fahrer aus Melitopol wurde am 29. April 2022 nach der Durchsuchung seiner Wohnung von russischen Soldaten verschleppt. Gemeinsam mit anderen Zivilgefangenen soll Gvozdenko vom russischen Militär zur Zwangsarbeit gezwungen worden sein. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt.

Ukranischer Fahrer verschleppt

Vitaliy Gvozdenko (ru. Виталий Гвозденко)
Geburtsdatum: 07. August 1979

Verschleppt seit: 29. April 2022

Letzter Aufenthaltsort: Stadt Melitopol, Region Saporischschja

Vitaliy Gvozdenko stammt aus der Stadt Melitopol und arbeitete vor seiner Gefangenschaft als Fahrer. 

Verschleppung
Am Morgen des 29. April 2022 drangen russische Soldaten in Vitaliys Wohnung ein und durchsuchten diese. Seine Dokumente, sein Handy und zwei Laptops wurden beschlagnahmt. Die Soldaten nahmen Vitaliy fest und verschleppten ihn an einen unbekannten Ort.  

Zwei Wochen später wurde in einem russischen Fernsehsender ein Video ausgestrahlt, in dem Vitaliys Angehörige ihn und andere festgenommene Einwohner von Melitopol erkannt. Ihnen werden angebliche terroristische Aktivitäten gegen Russland vorgeworfen. Später erfuhr Vitaliys Familie, dass die illegal Verschleppten in der Nähe der Stadt Polohy (Region Saporischschja) festgehalten wurden. Außerdem zwang das russische Militär die Zivilgefangenen dazu, Schützengräben für die russischen Soldaten auszuheben. 

Im März 2023 wurden Vitaliy und andere verschleppte Ukrainer in das Untersuchungsgefängnis Nr. 2 der russischen Stadt Taganrog gebracht. Dort hielt man sie bis März 2024 fest. Im selben Jahr fand in Rostow am Don ein Prozess gegen die Gefangenen statt. In diesem Verfahren trat Vitaliy als Zeuge auf. Die Angehörigen vermuteten, dass die zivilen Gefangenen nach dem Prozess wieder nach Taganrog zurückgebracht werden könnten. Bis heute hat die Familie keine Informationen über den Aufenthaltsort und den Gesundheitszustand von Vitaliy erhalten. 

Gesundheitszustand
Aktuell gibt es keine Informationen über Vitalys Gesundheit.

Stand: Juli 2025 

So können Sie Vitaliy helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann. 

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Vitaliy Gvozdenko“ 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Vitaliy Gvozdenko (geb. 07. August 1979) aufmerksam zu machen, der am 29. April 2022 in Melitopol (Region Saporischschja) unschuldig festgenommen und verschleppt wurde.

Gemeinsam mit anderen Zivilgefangenen soll Gvozdenko vom russischen Militär zur Zwangsarbeit gezwungen worden sein. Den Zivilgefangenen werden angebliche terroristische Aktivitäten gegen Russland vorgeworfen. Im März 2023 wurden Vitaliy und andere verschleppte Ukrainer in das Untersuchungsgefängnis Nr. 2 der russischen Stadt Taganrog gebracht. Dort hielt man sie bis März 2024 fest. Im selben Jahr fand in Rostow am Don ein Prozess gegen die Gefangenen statt. In diesem Verfahren trat Vitaliy als Zeuge auf. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Über seinen Gesundheitszustand gibt es keine Informationen.

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Vitaliy Gvozdenko ist ein unschuldiger Zivilist, der ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden.

Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu seiner Familie und stellen einen Rechtsbeistand für ihn bereit.

Hochachtungsvoll,

Machen Sie in den Sozialen Medien auf Vitaliy aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

#VitaliyGvozdenko

#standwithukraine

#freeallukrainiancivilians

Teilen Sie diesen Beitrag, setzen Sie sich für Vitaliys Freiheit ein!

Weitere ukrainische Zivilgefangene

Ljudmila Kolesnikowa

Ljudmila Kolesnikowa wurde im Juni 2024 nach der Beerdigung ihrer an Krebs verstorbenen Mutter auf der besetzten Krim festgenommen. Ein russisches Besatzungsgericht verurteilte die ukrainische Zivilistin wegen angeblichen Hochverrats zu 17 Jahren Haft.

Bohdan Ziza

Bohdan Ziza wurde am 16. Mai 2022 wegen seiner proukrainischen Haltung gefangen genommen. Er bespritzte das Rathaus von Jewpatorija mit gelber und blauer Farbe als symbolischen Protest gegen den Krieg, unter Einsatz seiner Freiheit. Bohdan wurde zu 15 Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstraflager verurteilt.

Oleksandr Borysov

Oleksandr Borysov wurde am 6. Januar 2021 wegen seiner proukrainischen Haltung gefangen genommen. Er half Ukrainern, unter Einsatz seines Lebens, in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet zu fliehen. Oleksandr wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben