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Frauenrechtlerin: Zeynab Jalalian

Zeynab Jalalian

Die Frauenrechtlerin Zeynab Jalalian wird im Iran willkürlich gefangen gehalten und gefoltert, weil sie sich für Frauenrechte im Iran eingesetzt hat. Die Behörden der Islamischen Republik verweigern ihr dringend benötigte medizinische Unterstützung.

Iranische-kurdische Frauenrechtlerin im Gefängnis

Die kurdisch-iranische Frauenrechtsaktivistin Zeynab Jalalian wurde 2009 vom Islamischen Revolutionsgericht in Kermanshah, in einem nur wenige Minuten andauernden Prozess und ohne Rechtsbeistand, wegen angeblicher „Feindschaft gegen Gott“ zum Tode verurteilt.

Nach internationalen Protesten wurde im Dezember 2011 die Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Infolge der Haftbedingungen und Misshandlungen im Gefängnis leidet Jalalian an schweren gesundheitlichen Problemen, u.a. Herz-, Darm- und Nierenerkrankungen, Lähmungen, Zahn- und Kieferentzündungen. Als Folge von wiederholten Schlägen auf den Kopf ist ihr Sehvermögen stark eingeschränkt. Die iranischen Behörden verweigern ihr seit März 2017 medizinische Hilfe und seit September 2017 Besuche ihrer Familie.

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Zur Person

Zeynab Jalalian (auch Celaliyan geschrieben) wurde 1982 in der Stadt Maku im äußersten Nordwesten des Iran, nahe der Grenze zur Türkei geboren. Im Alter von 18 Jahren zog sie in den kurdischen Nordirak. Vor dort aus setzte sie sich für Frauenrechte ein und engagierte sich für Bildungs- und soziale Projekte für kurdische Frauen. Jalalian reiste mehrfach wieder in den Iran.

Vorwürfe und Unterstützung durch die Vereinten Nationen

Jalalian wurde am 10. März 2008 von den iranischen Behörden verhaftet, mehrfach verlegt, gefoltert und u.a. acht Monate in Einzelhaft gefangen gehalten. Aktuell befindet sie sich im Khoy-Gefängnis in der iransichen Provinz West-Aserbaidschan. Im unfairen Scheinprozess gegen die Frauenrechtlerin warf ihr das Islamische Revolutionsgericht die Mitgliedschaft in der kurdisch-iranischen Partei PJAK vor – einer Schwesterpartei der „Kurdischen Arbeiterpartei“ PKK im Iran. Jalaian hat diese Vorwürfe immer bestritten. Die Behörden haben gleichzeitig keine glaubhaften Belege vorlegen können. Nach langjähriger Beobachtung der IGFM verwendet die iranische Justiz häufig konstruierte Vorwürfe, um die eigentlichen Verfolgungsgründe zu verschleiern. Am häufigsten begründet die iranische Justiz Willkürurteile mit angeblichen Vergehen gegen die nationale Sicherheit.

Ihr Anwalt Dr. Mohammad Sharif bestätigte am 17. Dezember 2011, dass ihre Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt worden ist. Im April 2016 forderte die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Festnahme und Inhaftierung die iranische Regierung auf, Zeynab Jalalian freizulassen. Nach Auffassung der UN Arbeitsgruppe ist der Grund für ihre Verurteilung nur die friedliche Ausübung ihrer Rechte und ihre Tätigkeiten für die Rechte von kurdischen Frauen.

Haftbedingungen

Seit ihrer Verhaftung versuchen die iranischen Behörden Jalalian zu zwingen, gefilmte „Geständnisse“ abzulegen. Da Jalalian massiv gefoltert wurde und sie immer wieder Schläge auf den Kopf erhielt, ist ihr Sehvermögen stark eingeschränkt und ohne Behandlung und eine Augenoperation wird sie vermutlich erblinden. Ihr werden ohne Grund Zahnbehandlungen untersagt, obwohl sie seit März 2018 unter schweren und schmerzhaften Entzündungen leidet, die ihre Fähigkeit zu essen und zu schlucken stark einschränken. Sie leidet unter Herz-, Darm- und Nierenproblemen. Der rechte Teil ihres Körpers ist gelähmt – der Grund dafür ist unbekannt. Diagnose und medizinische Behandlung werden ihr seit März 2017 verweigert. Besuche ihrer Familie werden ihr seit September 2017 ebenfalls verwehrt.

Haftadresse

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein. Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Zeynab Jalalian ins Khoy-Gefängnis. Porto: Brief International bis 20 g aus Deutschland: 90 Cent

To Ms. Zeynab Jalalian
Khoy Prison
Salmas Road (across Rah va Tarabari)
Khoy County
West Azerbaijan Province
Islamic Republic of Iran

Wie schreibe ich einem Gefangenen?

Bitte kontaktieren Sie die iranischen Botschaften per Post oder Telefon:

Bitte schreiben Sie an das iranische Staatsoberhaupt, Ayatollah Sayed Ali Khamenei, an den Präsidenten Irans, Hassan Rohani, und an die Botschaften des Iran. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Frauenrechtlerin:

Hier finden Sie die Appell-Adressen für den Iran
Wie schreibe ich einen Appell?

Appellvorschlag

Sehr geehrter Herr …,

ich schreibe Ihnen, um sie auf die willkürliche Gefangenschaft der iranischen Frauenrechtlerin Zeynab Jalalian aufmerksam zu machen. Die kurdisch-iranische Frauenrechtsaktivistin wurde 2009 vom Islamischen Revolutionsgericht in Kermanshah, in einem nur wenige Minuten andauernden Prozess und ohne Rechtsbeistand, wegen angeblicher „Feindschaft gegen Gott“ zum Tode verurteilt.  Nach internationalen Protesten wurde im Dezember 2011 die Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

Obwohl Jalalian an schweren gesundheitlichen Problemen leidet, verweigern die iranischen Behörden ihr seit März 2017 medizinische Hilfe und seit September 2017 Besuche ihrer Familie.

Ich appelliere an Sie, Frau Zeynab Jalalian wegen erwiesener Unschuld umgehend und ohne Auflagen freizulassen. Außerdem appelliere ich an Sie, die Folter und Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und bitte Sie herzlich, mir zu schreiben, was Sie unternehmen werden.

Hochachtungsvoll

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