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Ariadna Litwinowa

Ariadna Litwinowa wurde 2025 verhaftet, nachdem sie aus Protest Antikriegsslogans auf kriegsbefürwortende Transparente gesprüht hatte. Wegen angeblicher „Diskreditierung“ der russischen Streitkräfte drohen ihr bis zu sieben Jahre Haft.

Für Antikriegsprotest drohen ihr bis zu 7 Jahre Haft

Ariadna Litwinowa
Geburtsdatum: 11. August 2001

Festnahme: zuletzt 4. Juli 2026

Inhaftiert in: Untersuchungsgefängnis Nr. 5 (SIZO-5), Sankt Petersburg

Vorwurf: wiederholte „Diskreditierung“ der russischen Streitkräfte

Urteil: es drohen bis zu sieben Jahre Haft

Ariadna Litwinowa ist eine ehemalige Studentin einer Polizeischule in Moskau. Russlands großangelegter Angriffskrieg gegen die Ukraine hat ihre politischen Ansichten verändert, zuvor hatte sie sich nicht politisch engagiert. Aus Protest gegen den Krieg und die Militarisierung ihrer Ausbildung hat sie die Polizeischule im letzten Studienjahr verlassen.  

Festnahme und Verfahren
Am frühen Morgen des dritten Jahrestages des Angriffs (24. Februar 2025), besprühte Litwinowa in der Nähe des Generalstabsgebäudes in St. Petersburg zehn Transparente der kriegsbefürwortenden Ausstellung „Gemeinsam zum Sieg". Zu den Slogans gehörten „Mörder", „Frieden für die Ukraine" und „Freiheit für die Gefangenen".  

Noch am selben Tag wurde Ariadna von Beamten des sogenannten russischen Zentrums zur Bekämpfung von Extremismus festgenommen. Am folgenden Tag wurde wegen der „Diskreditierung" der russischen Streitkräfte eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Rubel gegen sie verhängt. Anschließend nahm man sie wegen des Vorwurfs des politisch motivierten Vandalismus in Untersuchungshaft. Einige Wochen später wurde Ariadnas Haft durch Auflagen für bestimmte Aktivitäten ersetzt, sodass sie Russland verlassen und in die Türkei reisen konnte, wo ihr Vater lebte.  

Erneute Festnahme 2026
Ende 2025 verschärften die Behörden den Fall, indem sie die Anklage wegen Vandalismus durch den schwerwiegenderen Vorwurf der wiederholten „Diskreditierung" der russischen Streitkräfte ersetzten. Nach Einwanderungsprobleme in der Türkei wurde Ariadna am 4. Juli 2026 nach Russland abgeschoben, bei ihrer Ankunft nahm man sie sofort fest. Sie wird seitdem in Untersuchungshaft festgehalten und ihr drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis. 

Stand: Juli 2026

So können Sie Ariadna helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarusische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden"

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Ariadna Litwinowa. Der Brief sollte auf russisch verfasst werden, um die Zensur zu passieren.

Литвиновой Ариадне Валерьевне 2001 г. р.
ФКУ СИЗО-5 ГУФСИН России по г. Санкт-Петербургу и Ленинградской области 
ул. Арсенальная, д. 11
г. Санкт-Петербург 195009 Россия
 

Wie schreibe ich einem Gefangenen?

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte“). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der/s Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  [email protected] 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Jana Lantratowa / Yana Lantratova
Smolenskij bulvar, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung von Ariadna Litwinowa 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Lantratowa, 

der Fall von Ariadna Litwinowa gibt Anlass zu großer Besorgnis. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe beruhen auf einem Antikriegs-Graffiti an einem verlassenen Gebäude sowie Veröffentlichungen in kleinen Telegram-Kanälen. Handlungen, die als Ausdruck politischer Meinung verstanden werden können, wurden als schwere extremismus- und terrorismusbezogene Straftaten verfolgt und mit einer langjährigen Freiheitsstrafe geahndet.

Besonders problematisch ist,

dass die Anklage Ende 2025 nachträglich verschärft wurde. Der ursprüngliche Vorwurf des Vandalismus wurde durch den schwerwiegenderen Straftatbestand der wiederholten „Diskreditierung“ der russischen Streitkräfte ersetzt, auf den eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren steht. Nach ihrer Abschiebung aus der Türkei wurde Ariadna Litwinowa am 4. Juli 2026 unmittelbar nach ihrer Rückkehr nach Russland erneut festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Wir fordern die russischen Behörden auf, Ariadna Litwinowas Fall unabhängig zu überprüfen, seine Haftbedingungen an die internationalen Standards für die Behandlung von Gefangenen anzupassen und sicherzustellen, dass niemand wegen der friedlichen Ausübung seiner Meinungsfreiheit strafrechtlich verfolgt wird.

Hochachtungsvoll,

Machen Sie in den sozialen Medien auf Ariadna aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

#AriadnaLitwinowa
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#freeallpoliticalprisoners

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