Ariadna Litwinowa

Ariadna Litwinowa wurde 2025 verhaftet, nachdem sie aus Protest Antikriegsslogans auf kriegsbefürwortende Transparente gesprüht hatte. Wegen angeblicher „Diskreditierung“ der russischen Streitkräfte drohen ihr bis zu sieben Jahre Haft.
Für Antikriegsprotest drohen ihr bis zu 7 Jahre Haft
Ariadna Litwinowa ist eine ehemalige Studentin einer Polizeischule in Moskau. Russlands großangelegter Angriffskrieg gegen die Ukraine hat ihre politischen Ansichten verändert, zuvor hatte sie sich nicht politisch engagiert. Aus Protest gegen den Krieg und die Militarisierung ihrer Ausbildung hat sie die Polizeischule im letzten Studienjahr verlassen.
Festnahme und Verfahren
Am frühen Morgen des dritten Jahrestages des Angriffs (24. Februar 2025), besprühte Litwinowa in der Nähe des Generalstabsgebäudes in St. Petersburg zehn Transparente der kriegsbefürwortenden Ausstellung „Gemeinsam zum Sieg". Zu den Slogans gehörten „Mörder", „Frieden für die Ukraine" und „Freiheit für die Gefangenen".
Noch am selben Tag wurde Ariadna von Beamten des sogenannten russischen Zentrums zur Bekämpfung von Extremismus festgenommen. Am folgenden Tag wurde wegen der „Diskreditierung" der russischen Streitkräfte eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Rubel gegen sie verhängt. Anschließend nahm man sie wegen des Vorwurfs des politisch motivierten Vandalismus in Untersuchungshaft. Einige Wochen später wurde Ariadnas Haft durch Auflagen für bestimmte Aktivitäten ersetzt, sodass sie Russland verlassen und in die Türkei reisen konnte, wo ihr Vater lebte.
Erneute Festnahme 2026
Ende 2025 verschärften die Behörden den Fall, indem sie die Anklage wegen Vandalismus durch den schwerwiegenderen Vorwurf der wiederholten „Diskreditierung" der russischen Streitkräfte ersetzten. Nach Einwanderungsprobleme in der Türkei wurde Ariadna am 4. Juli 2026 nach Russland abgeschoben, bei ihrer Ankunft nahm man sie sofort fest. Sie wird seitdem in Untersuchungshaft festgehalten und ihr drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis.
Stand: Juli 2026


