Arian Farzamnia

Arian Farzamnia beteiligte sich mit seinen Mitschülern im November 2022 an Protesten in Karaj, die anlässlich des Endes der traditionellen Trauerzeit der von der Polizei getöteten Demonstrantin Hadis Najafi stattfanden. Arian wurde aufgrund seines friedlichen Protestes willkürlich verhaftet, gefoltert und in einem unfairen Verfahren zu zehn Jahren Haft verurteilt. Trotz Aufhebung des Urteils durch den Obersten Gerichtshof befindet er sich weiterhin ohne neues Urteil in Haft.
Schüler in Haft – Neues Urteil steht aus

Politische Patin: Dr. Bahar Haghanipour, Vizepräsidentin und Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (B90/Die Grüne)

Politischer Pate: Bischof Peter Kohlgraf
Der Schüler Arian Farzamnia stammt aus dem Norden Irans und ist wohnhaft in Karaj.
Festnahme und Verurteilung
Gemeinsam mit seinen Mitschülern, Amir Mohammad Jafari und Amin Mahdi Shokrollahi nahm er am 2. November 2022 an Protesten in Karaj teil. Die Proteste fanden anlässlich des Endes der traditionellen Trauerzeit (am 40. Tag) der von sechs Polizeikugeln getöteten Demonstrantin Hadis Najafi (20) statt.
Zehn Tage später wurde der Minderjährige gemeinsam mit den genannten Mitschülern in der Schule verhaftet und unschuldig ins Gefängnis gebracht. Alle drei Schüler waren zum Zeitpunkt der willkürlichen Verhaftung minderjährig. Berichten zufolge wurde mindestens einer der drei Schüler gefoltert, mit Stromschlägen traktiert und zu konstruierten Geständnissen gezwungen. Es liegen neben den erzwungenen Geständnissen keine weiteren Beweise vor. Daher sind die Anschuldigungen willkürlich.
Alle drei wurden zunächst zu jeweils 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Es wird ihnen vorgeworfen, bei der Ermordung eines Basiji – Angehöriger der als inoffizieller Hilfspolizei eingesetzten paramilitärischen Miliz des Iran – anwesend und zum Teil beteiligt gewesen zu sein. Der Basiji Ruhollah Ajamian verlor während der Proteste zum 40. Todestags der getöteten Demonstrantin Najafi sein Leben. Die Basiji gehören organisatorisch zu den Iranischen Revolutionsgarden. Der Oberste Richter der Provinz Alborz gab bekannt, dass elf Angeklagte im Verfahren um den Mord an dem Basiji Ruhollah Ajamian, zu insgesamt 79 Jahren Haft verurteilt wurden. Einer seiner Anklagepunkte lautete „Korruption auf Erden“. In dem Schauprozess wurde kein Anwalt zugelassen. Ende Mai 2023 wurde die Haftstrafe von Arian Farzamnia unter in einem Berufungsverfahren auf 10 Jahre herabgesetzt.
Neuverhandlung
Das gegen ihn erlassene Urteil wurde am 23. August 2023 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben und der Fall wurde, wegen potenzieller Erkrankung an Depression, zur Überprüfung und Neuverhandlung an das Revolutionsgericht der Provinz Alborz geschickt. Ein neues Urteil wurde noch nicht erlassen. Arian befindet sich weiterhin in Haft.
Stand: April 2025


