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Aserbaidschan: Oppositionsführer Ali Karimli in Haft

Die IGFM warnt vor den alarmierenden Haftbedingungen des aserbaidschanischen Oppositionsführers Ali Karimli, dem unter anderem eine dringend benötigte medizinische Untersuchung verweigert wird. Fotoquelle: By VOA – Voice of America, Public Domain.

Aserbaidschan: Oppositionsführer Ali Karimli in Haft

„Deutschland und EU müssen jetzt handeln – Menschenrechte dürfen nicht dem Energiehandel geopfert werden“

Frankfurt am Main, 1.9.2026 – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) schlägt Alarm wegen der dramatischen Haftbedingungen des aserbaidschanischen Oppositionsführers Ali Karimli. Nach Angaben seiner Familie wird dem 61-jährigen Vorsitzenden der Aserbaidschanischen Volksfrontpartei (AVP) eine dringend benötigte ärztliche Untersuchung verweigert. Zudem sind die Bedingungen in seiner Zelle unhaltbar: Müll wird nicht entsorgt, Bettwäsche nicht gewechselt und das Trinkwasser wird rationiert. Die IGFM fordert die Bundesregierung und die Europäische Union auf, unverzüglich ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf Präsident Ilham Alijew geltend zu machen.

„Ali Karimli braucht jetzt einen Arzt und er braucht menschenwürdige Haftbedingungen. Wir fordern darüber hinaus die vollständige Einstellung des Strafverfahrens und Karimlis sofortige Freilassung. Deutschland und die EU dürfen nicht darauf warten, dass aus der politischen Repression eine medizinische Tragödie wird“, erklärt IGFM-Vorstandssprecher Valerio Krüger.

Politisch motiviertes Verfahren gegen führenden Demokraten
Karimli war Anfang der 1990er Jahre bereits als Staatssekretär tätig und gehört zu den bekanntesten demokratischen und proeuropäischen Oppositionspolitikern Aserbaidschans. Am 29. November 2025 wurde er nach einer Durchsuchung seines Hauses in Baku festgenommen. Ein Gericht ordnete kurz darauf Untersuchungshaft an. Die Behörden werfen ihm unter anderem Handlungen zur „gewaltsamen Machtübernahme“ und eine „gewaltsame Veränderung der Verfassungsordnung“ vor. Die IGFM bewertet das Verfahren als rein politisch motivierte Repression gegen die demokratische Opposition des Landes.

Gezielte Schikane und alarmierende Haftbedingungen
Neben der mangelnden Hygiene und der gezielten Wasserknappheit während einer Hitzewelle wurde Karimli zeitweise der Kontakt zu seiner Familie untersagt. Besonders brisant: Er wird gemeinsam mit einem psychisch kranken, mutmaßlichen IS-Kämpfer gefangen gehalten, was einen ausreichenden Schlaf fast unmöglich macht.

Warnendes Beispiel: Rund 400 politische Gefangene
Der Fall steht laut IGFM beispielhaft für das systematische Vorgehen des Regimes, das derzeit rund 400 Menschen in politisch motivierter Haft hält. Wie gefährlich die unzureichende medizinische Versorgung in aserbaidschanischen Gefängnissen ist, zeigt das Schicksal von Gozel Bayramli, der ehemaligen Stellvertreterin Karimlis. Sie wurde ebenfalls von der IGFM betreut und verstarb ein Jahr nach ihrer Haftentlassung an den Folgen einer zu spät behandelten Krebserkrankung. „Der Fall Gozel Bayramli muss uns eine Warnung sein. Bei Ali Karimli darf sich diese Tragödie nicht wiederholen“, betont Krüger.

IGFM an die EU: Menschenrechte dürfen keine Nebensache sein
Da Aserbaidschan im Zuge der europäischen Energie-Diversifizierung zu einem wichtigen Partner der EU geworden ist, fordert die IGFM, wirtschaftliche Beziehungen zwingend an Rechtsstaatlichkeit zu knüpfen. „Wer mit Aserbaidschan wirtschaftliche und energiepolitische Beziehungen ausbauen will, muss auch die eigenen Geschäftsbedingungen klar benennen“, so Valerio Krüger.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

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Online-Pressegespräch Iran: Im Iran enteignet und entrechtet, aus Deutschland finanziert?

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) lädt am 7. Oktober 2026 um 11 Uhr gemeinsam mit iranischen Experten, Menschenrechtsaktivisten und Angehörigen von Betroffenen zu einem Gespräch über Menschenrechtsverletzungen, Festnahmen und Repressionen im Iran. Im Mittelpunkt steht der Bericht von Atossa Najafi über das Schicksal ihres Bruders Parsa Najafi.

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Katrin Bornmüller erhält 30. Europäischen Sozialpreis zu Eschweiler

Der Europaverein GPB e.V. zeichnet am 3. Oktober die Ehrenvorsitzende der IGFM, Katrin Bornmüller aus Wittlich, mit dem Europäischen Sozialpreis aus. Unter dem Motto „Menschenrechte sind das Fundament Europas“ würdigt der Verein das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der 86-Jährigen für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und ihren Einsatz für Menschen in Not – in Europa und im Nahen Osten.

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Peruaner im Krieg: „Sklaven der Russen“

In einem Pressegespräch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichteten Angehörige über internationale Netzwerke, die Peruaner für die russische Armee rekrutieren. Mit hohen Gehaltsversprechen gelockt, werde die Reise nach Russland organisiert, dort würden unter Druck oder in völliger Unkenntnis über den Inhalt, Verträge unterzeichnet, sich den russischen Streitkräften anzuschließen.

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Ukraine/Russland: 28 Jahre Haft für verschleppten ukrainischen Zivilisten

Der ukrainische Ingenieur Kostiantyn Zinovkin ist am 22. September 2026 von einem Militärgericht in Rostow am Don zu 28 Jahren Haft verurteilt worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt das Urteil auf das Schärfste und fordert seine sofortige Freilassung.

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