Behrouz Salahshour

Der aus Izeh stammende Behrouz Salahshour wird willkürlich im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten im „Izeh-Fall“ wegen „Korruption auf Erden“, „Kriegsführung gegen Gott“, „Verdorbenheit auf Erden“ sowie „Bildung einer Rebellengruppe“ angeklagt. Die intensiven Bemühungen um eine Freilassung gegen Kaution wurden zurückgewiesen. Sein Leben ist daher in großer Gefahr.
Willkürliche Inhaftierung von Behrouz Salahshour
Behrouz Salahshour aus Izeh, einer Stadt in der Provinz Khuzestan wurde im November 2022 von der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) in Ahvaz verhaftet und in das Zentralgefängnis in Ahvaz, auch bekannt als Sheyban-Gefängnis, gebracht. Er hatte seine Familie besucht und befand sich auf dem Weg, einen Freund im Krankenhaus in Ahvaz zu besuchen als er plötzlich verhaftet wurde. Seitdem hat seine Familie keine Möglichkeit gehabt, mit ihm zu kommunizieren.
Die Gründe für seine Verhaftung stehen im Zusammenhang mit dem nationalen Aufstand im Jahr 2022, der auch in Izeh stattfand. Beim sogenannten „Izeh-Fall“, tötete die Revolutionsgarde mehrere Menschen, darunter den neunjährigen Kian Pirfalak, der sich nachts mit seinen Eltern im Auto befand. Kian Pirfalak wurde erschossen und kam dabei ums Leben. Sein Vater ist seither querschnittsgelähmt. Der tragische Tod von Kian Pirfalak entfachte eine neue Welle von Protesten im Iran. Die willkürliche Verhaftung von Behrouz Salahshour dient als Schauprozess, um die Taten des Regimes zu vertuschen und dabei die einfachen Bürger mit den Verbrechen des Regimes anzulasten.
Politischer Gefangener aus Izeh unter massiver Folter
Behrouz Salahshours Geständnis wurde nach vorliegenden Informationen unter massiver Folter, Prügel und physischer und psychischer Gewalt erzwungen.
Familie von Kian Pirfalak bekräftigt Unschuld der Verhafteten rund um den Izeh-Fall
Am 27.12.2022 postete der Onkel Kian Pirfalaks, Sajjad Pirfalak, einen Beitrag auf Instagram und bezeichnete es als Beleidigung, den Bakhtiaris, einer ethnischen Minderheit im Iran, die Schuld für den Terroranschlag zu geben.
Er wies jede Propaganda des Staates über die Ermordung Kians und die Verletzung seines Vaters Meysam Pirfalaks zurück. Neben Behrouz Salahshour werden auch weitere Männer wie Bahman Bahmani und Mojahed Kourkour willkürlich des Mordes an Kian Pirfalaks beschuldigt. Mitte Februar reagierte Zeinab Molaei Rad, die Mutter von Kian Pirfalak, als Reaktion auf die Anklage der Islamischen Republik gegen Bahman Bahmani des Mordes an ihrem Sohn auf Instagram wie gefolgt: „Bahman ist mein Bruder. Ich werde keinen Bürger akzeptieren, den Sie als Mörder meines Sohnes identifizieren. Warum wollen Sie einen Krieg zwischen Stämmen beginnen? Zeigen Sie stattdessen auf die wahren Schuldigen…“.
Sein Urteil steht noch aus, jedoch droht ihm die Todesstrafe.
Behrouz Salahshours Familie hat nur begrenzte Informationen über seinen Zustand erhalten und ist äußerst besorgt über sein Wohlergehen. Berichten zufolge befand sich Behrouz ab dem 21. Februar 2023 im Hungerstreik, um gegen seine rechtswidrige Inhaftierung und die ihm zugefügte Folter zu protestieren. Am 24.03. beendete er seinen Hungerstreik. Sein Gesundheitszustand ist alarmierend, da er sich durch die erlittene Folter nicht mehr bewegen kann. Am 22. April 2023 trat Behrouz Salahshour erneut in einen Hungerstreik, um gegen seine anhaltende Inhaftierung und die mangelnde Entscheidung in seinem Fall zu protestieren.
Nach zahlreichen Versuchen, gegen Kaution freigelassen zu werden, lehnte die vierte Abteilung des Ahvaz Revolutionsgerichts dies letztlich ab. Die Langzeithaft wird daher fortgesetzt.
Islamische Republik Iran missachtet systematisch Menschenrechte
Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden. Mit der unmenschlichen Behandlung ihrer Gefangenen verletzt die Islamische Republik Iran in hohem Maße die von ihr ratifizierten menschenrechtlichen Mindeststandards des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte („Zivilpakt“) der Inhaftierten. Dazu gehören unter anderem das Verbot von Folter und grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung (Artikel 7), das Verbot willkürlicher Gefangennahme (Artikel 9) sowie das Recht auf ein faires Verfahren (Artikel 14).
Stand: Februar 2024





