Verfolgung in China

Die chinesische Regierung führt religiöse Verfolgung gegen tibetische Mönche durch.

IGFM kritisiert fortschreitende Zerstörung der tibetischen Kultur 

Peking / Frankfurt am Main, 30. November 2021 – Junge tibetische Mönche in der Provinz Qinghai müssen auf Anweisung der Behörden ihre Klöster verlassen. In Garzê in der benachbarten Provinz Sichuan wurden Tibeter gezwungen, eine zum Kloster zugehörige Schule abzureißen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert die von der Kommunistischen Partei Chinas betriebene Zerstörung der tibetischen Identität durch sogenannte „Sinisierung“. 

Nach Angaben des Mönchs Kalsang Norbu zwangen die chinesischen Behörden Klosterbeamte, eine dem Kloster Drango in der Präfektur Garzê zugehörige Schule in der Provinz Sichuan innerhalb von drei Tagen abzureißen. Grund sei ein angeblicher Verstoß gegen Landnutzungsgesetze. Die Behörden drohten ansonsten die Schule zu zerstören und das Grundstück sowie das Schuleigentum – inklusive der Baumaterialien – zu beschlagnahmen.

In der 2014 gegründeten Schule „Gaden Rabten Namgyaling“ wurden 130 Schüler in tibetischer Kultur und Religion unterrichtet. Zum breit gefächerten Lehrplan zählte Unterricht in tibetischer Sprache, Mandarin-Chinesisch, Englisch und buddhistischen Lehren. Wie die IGFM berichtet, war die Klosterschule in den Fokus der chinesischen Behörden gerückt, weil zwischen 2008 und 2012 Mitglieder der tibetischen Gemeinschaft gegen das brutale Vorgehen der Polizei protestiert hatten.

Vertreibung aus Klöstern in der Provinz Qinghai

Um die Bindung an die eigene Religion und Kultur zu zerstören, werden junge Tibeter zudem aus Klöstern in der nordwestchinesischen Provinz Qinghai vertrieben. In einer im Oktober 2021 veröffentlichten Verordnung des „Amts für religiöse Angelegenheiten“, wurden unter anderem Novizen im Alter von elf bis 15 Jahren gezwungen, das Kloster Dhitsa in Qinghai zu verlassen. Die Verordnung besagt, dass Klöster in Qinghai keine minderjährigen Jungen mehr als Novizen aufnehmen oder ihnen die Teilnahme an religiösen Aktivitäten erlauben dürfen. Die IGFM weist darauf hin, dass die Behörden in den tibetisch besiedelten Regionen des benachbarten Sichuan bereits vor drei Jahren damit begonnen hatten, junge Mönche aus Klöstern zu entfernen und auf staatliche Schulen zu schicken. „Die Klöster sind traditionell Schwerpunkte der tibetischen Identität – daher setzt China alles daran, diesen Einfluss zu zerstören“, so die IGFM.

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