Deutscher Staatsbürger inhaftiert

Der kubanisch-deutsche Staatsbürger Luis Frometa Compte wurde am 11. Juli 2021 in Havanna festgenommen, als er die friedlichen Straßenproteste mit seinem Smartphone aufzeichnete. Seitdem ist er im Gefängnis Combinado del Este in Havanna, Kuba, inhaftiert.
Deutsch-kubanischer Staatsbürger zu Unrecht inhaftiert
Frankfurt am Main/Havanna, 15. Oktober 2021 – Wenn der Verwandtenbesuch im Gefängnis endet: Im Zuge der landesweiten Proteste auf Kuba im Juli dieses Jahres wurden tausende Menschen festgenommen. Bereits über 500 Kubaner sind in Schnellverfahren zu Haftstrafen verurteilt worden. Mehr als tausend warten noch in den Gefängnissen auf das Urteil. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, ist einer von ihnen der Deutsch-Kubaner Luis Frómeta Compte. Der 58-Jährige war als Urlauber auf Kuba, um seine Verwandten zu besuchen. Er wurde am 11. Juli 2021 verhaftet, als er eine Demonstration in Havanna mit seinem Smartphone filmte. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von Luis Frómeta Compte und allen politischen Gefangenen auf Kuba.
„Luis Frómeta Compte hat die Proteste aus Neugierde für private Zwecke gefilmt, wird aber wie ein Verbrecher behandelt und ist seit mittlerweile drei Monaten inhaftiert. Deutschland muss sich für die Freilassung seines Staatsbürgers einsetzen und das kubanische Regime auffordern, ihn konsularisch betreuen zu dürfen. Seine Töchter Janie und María warten in Deutschland sehnlichst auf seine Heimkehr“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. Der IGFM liegt ein Video der Verhaftung vor.
Nur für private Zwecke gefilmt
Luis Frómeta Compte besitzt die deutsche und kubanische Staatsangehörigkeit. Er besuchte im Juli seine Verwandten auf Kuba, als die landesweiten Proteste begannen. Aus Neugierde beobachtete er am 11. Juli eine Demonstration in Havanna. Luis Frómeta Compte stand am Rand und filmte die Proteste. „Er machte Handyaufzeichnungen für private Zwecke, um uns – seinen Töchtern und seiner deutschen Familie – dies zu zeigen. Er hatte dabei keine politischen Hintergründe, er hatte nie Probleme mit der Polizei – weder auf Kuba noch hier in Deutschland“, beteuern die Töchter des 58-Jährigen. Die Polizei warf mit Steinen in die Menge und gab Warnschüsse ab. Während viele Kubaner wegrannten, blieb Luis Frómeta Compte stehen. Er wies die Polizisten darauf hin, dass sich auch Frauen und Kinder unter den Demonstranten befanden, auf die sie Steine warfen. Daraufhin nahmen ihn mehrere Polizisten gewaltsam fest.
Keine konsularische Betreuung
Luis Frómeta Compte wurde zu einer örtlichen Polizeistation gebracht und konnte diese am nächsten Tag wieder verlassen – allerdings ohne sein Smartphone. Genau eine Woche später wurde er im Haus seiner Verwandten wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ erneut festgenommen und ins Gefängnis „100 y aldabó” gebracht. Dort wurde er geschlagen und beschuldigt, die Proteste mitgeplant zu haben. Inzwischen ist er ins Gefängnis „Combinado del Este” verlegt worden. Nach Informationen der IGFM waren Versuche der deutschen Botschaft in Havanna, einen Besuchstermin zu erhalten und eine konsularische Betreuung von Luis Frómeta Compte zu übernehmen, erfolglos. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation kritisiert die willkürlichen Festnahmen unschuldiger Bürger im Zuge der Proteste, die nur von ihrem Menschenrecht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht haben, aufs Schärfste.
Video der Festnahme von Luis Frometa in Havanna. Quelle: Proyecto Inventario

Luis Frometa Compte und seinen Töchtern