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Konvertit: Ebrahim Firouzi

Ebrahim Firouzi

Pastor Ebrahim Firouzi

Pastor Ebrahim Firouzi ist ein Langzeitgefangener im Iran. Der frühere Muslim sprach mit anderen Muslimen in deren Muttersprache Farsi über seinen christlichen Glauben und ist dafür zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Iranischer Konvertit und Pfarrer Ebrahim Firouzi im Gefängnis

Ebrahim Firouzi (auch Ibrahim und Firoozi umschrieben), ist ein iranischer christlicher Konvertit und Pfarrer, der seit Jahren wegen seiner missionarischen Arbeit im Iran gefangen gehalten wird. 2015 wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er angeblich „eine Gruppe mit der Absicht gegründet hat, die nationale Sicherheit zu stören“. Anfang Januar 2010 und im März 2012 wurde er wegen der gleichen Anklage verhaftet und zu fünf Monaten bzw. einem Jahr Haft verurteilt.

Ebrahim Firouzi wurde 1985 in Hamedan im Westen des Iran geboren. Der Geheimdienst der Islamischen Republik Iran verhaftete ihn im Januar 2010 zum ersten Mal, weil er vom Islam zum Christentum übergetreten war und christliche Treffen organisiert haben soll. In der Haft boten ihm die Behörden an, dass sie ihn freilassen würden, wenn er sich wieder zum Islam bekennen würde. Firouzi weigerte sich. Ein Islamisches Revolutionsgericht verurteilte ihn daraufhin wegen angeblicher „Propaganda gegen den Staat“ zu fünf Monaten Gefängnis mit einer zusätzlichen fünfmonatigen Bewährungsstrafe. Erst am 8. Juni 2011 kam er wieder frei.

Firouzi wurde am 8. März 2012 ein zweites Mal verhaftet, weil er angeblich versucht hatte, eine Website über das Christentum zu erstellen, um damit Menschen für den christlichen Glauben zu gewinnen. Ein Islamisches Revolutionsgericht sprach ihn erneut wegen angeblicher „Propaganda gegen den Staat“ für schuldig und verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis und zwei Jahren Exil.

Ein drittes Mal wurde Firouzi am 16. September 2013 festgenommen und in Einzelhaft im Evin-Gefängnis in Teheran festgehalten. Das Gefängnispersonal beleidigte und bedrohte ihn und versuchte, ein falsches Geständnis von ihm zu erpressen. Im April 2015 verurteilte ihn das Islamische Revolutionsgericht in Teheran zu fünf Jahren Gefängnis, weil er angeblich „eine Gruppe mit der Absicht gegründet hat, die nationale Sicherheit zu stören“.

Am 3. Dezember 2018 starb seine Mutter an Brustkrebs. Seine Mutter war zu krank, um ins Gefängnis zu kommen, aber die Behörden lehnten es ab, Firouzi einen Besuch zu erlauben. Seine Mutter verstarb, ohne dass sich beide verabschieden konnten. Firouzi trat im Jahr 2019 mehrfach in Hungerstreik um gegen die Verletzung seiner Rechte, die Haftbedingungen und fehlende Gesundheitsfürsorge zu protestieren.

Situation christlicher Konvertiten im Iran

In der Islamischen Republik Iran ist die Scharia – das islamische Rechtssystem – die Grundlage des gesamten Rechts. Das islamische Recht unterscheidet sich in vieler Hinsicht erheblich von europäischen Rechtstraditionen und steht in manchen Punkten in direktem Gegensatz zu internationalen Rechtsgrundsätzen und Menschenrechten. Die freie Wahl des eigenen Glaubens gehört dazu. Nach klassischer islamischer Rechtsauffassung ist das nicht nur unmöglich, sondern ein „Verbrechen“, das mit dem Tod bestraft werden kann.

Offene Religionslosigkeit oder die Abwendung vom Islam zu einem anderen Glauben ist im Iran lebensgefährlich. „Abgefallenen“ (Apostaten) drohen Folter, jahrelange Haftstrafen und außergerichtliche Tötung. Die Zahl der Iraner, die sich völlig von Religion abgewandt haben oder zu einem anderen Glauben übergetreten sind, ist im Iran, nach Einschätzungen iranischer Experten, relativ hoch. Die Islamische Republik hat schon bei ihrer Gründung trotz Massenhinrichtungen nicht den Versuch unternommen, alle Atheisten oder Konvertiten hinzurichten oder auch nur gefangen zu halten. Die Behörden setzen vielmehr darauf, gezielt einzelne Personen zu verhaften, zu foltern und durch lange Gefängnisstrafen die übrigen Andersdenkenden einzuschüchtern.

Mehr Infos zu Abfall vom Islam

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Haftadresse:

Ebrahim Firouzi ist von den Behörden der Islamischen Republik über die Jahre in verschiedenen Haftanstalten gefangen gehalten worden, unter anderem in verschiedenen Trakten des Evin-Gefängnisses in Teheran. Gegenwärtig befindet er sich im Rajai-Shahr Gefängnis (auch Rajaei- oder Rajaee-Shar), im Vorort Gohardasht der iranischen Stadt Karaj (Karadsch), nordwestlich von Teheran.

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein. Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Ebrahim Firouzi in das Rajai-Shahr-Gefängnis:

To Mr. Ebrahim Firouzi
Rajai-Shahr Prison
Karaj
Tehran
Islamic Republic of Iran

Wie schreibe ich einem politischen Gefangenen

Bitte kontaktieren Sie die iranischen Botschaften per Post oder Telefon:

Bitte schreiben Sie an das iranische Staatsoberhaupt, Ayatollah Sayed Ali Khamenei, an den Präsidenten Irans, Hassan Rohani, und an die Botschaften des Iran. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung von Ebrahim Firouzi.

Hier finden Sie die Appell-Adressen für den Iran

Wie schreibe ich einen Appell?

Appellvorschlag

Sehr geehrter Herr …,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die Gefangenschaft des iranischen Gemeindeleiters Ebrahim Firouzi aufmerksam zu machen. Die iranischen Behörden halten ihn gegenwärtig im Rajai-Shahr Gefängnis in Karaj gefangen.

Firouzi wird vorgeworfen, er habe die Absicht gehabt, die nationale Sicherheit zu stören. Dabei hat er lediglich mit anderen Menschen in seiner eigenen Muttersprache über seinen selbst gewählten Glauben gesprochen. Sowohl die Wahl der eigenen Religion, als auch das private und öffentliche Bekenntnis dazu, werden auf vielfältige Weise von internationalem Recht garantiert. Firouzis Verurteilung aufgrund der friedlichen Ausübung seines Rechtes auf Religionsfreiheit, steht in klarem Widerspruch zu dem, auch für den Iran völkerrechtlich bindenden, Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte. Darin heißt es in Artikel 18:

(1) Jedermann hat das Recht auf Religionsfreiheit. Dieses Recht umfasst die Freiheit, eine Religion eigener Wahl zu haben oder anzunehmen, und die Freiheit, seine Religion allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Beachtung religiöser Bräuche, Ausübung und Unterricht zu bekunden.

(2) Niemand darf durch Zwang in seinem Recht auf Religionsfreiheit eingeschränkt werden.

Ich appelliere an Sie, Ihren Einfluss für die sofortige und bedingungslose Aufhebung des Urteils geltend zu machen. Außerdem bitte ich Sie herzlich, mich darüber zu informieren, welche Schritte Sie in dieser Sache eingeleitet haben.

Hochachtungsvoll

Menschenrechte im Iran
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