Nahid Taghavi an Covid-19 erkrankt

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Die deutsch-iranische Architektin Nahid Taghavi ist seit Oktober 2020 im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert. Der Umgang mit dem Gefängnis mit zwei bestätigten Corona-Fällen im Frauenflügel setzt sie und ihre Mithäftlinge einem hohen Ansteckungsrisiko aus. Für viele der Häftlinge kann das Virus lebensgefährlich sein, da die Gesundheit der Frauen aufgrund der Situation im Gefängnis angeschlagen ist.

IGFM: Nahid Taghavi im Evin-Gefängnis an Covid-19 erkrankt

Keine konsularische Betreuung für Deutsch-Iranerin

Teheran / Frankfurt am Main, 22. Juli 2021 – Trotz eines Corona-Ausbruches im Frauentrakt des berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran, bei dem mehrere politische Gefangene an Covid-19 erkrankten, wurde weiterhin weder getestet, noch wurden die Hygienemaßnahmen seitens der Gefängnisleitung eingehalten, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die Zahl der infizierten Gefangenen steigt täglich. Erst nach enormen Druck seitens der Gefangenen und deren Familienangehörigen sind jetzt Tests durchgeführt worden. Dabei wurde die 66-jährige Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi ebenfalls positiv auf das Virus getestet.

„Nahid Taghavi hat hohes Fieber, Schüttelfrost, Druck auf dem Brustkorb und starke Gliederschmerzen. Sie leidet bereits an hohem Blutdruck und Diabetes, ihr Leben ist in Gefahr“, so die IGFMProf. Dr. Heribert Hirte, politischer Pate von Nahid Taghavi und Kölner Bundestagsabgeordneter erklärt dazu: „In einem dringenden Schreiben habe ich mich an die iranische Botschaft in Deutschland gewandt und alle notwendigen Schritte eingefordert, um die Gesundheit von Frau Taghavi zu retten. Für eine entsprechende medizinische Versorgung führt kein Weg an einem Hafturlaub vorbei. Ebenfalls habe ich das Auswärtige Amt und Bundesminister Maas eilig angeschrieben. Sollte die iranische Seite die Versorgung von Frau Taghavi nicht gewährleisten, endet meines Befürwortens nach die Akzeptanz der Verfahrenshoheit durch die iranischen Behörden. Die wissentliche Gefährdung der Gesundheit und des Lebens meiner Kölner Mitbürgerin werde ich nicht akzeptieren.“

Die 66-jährige Deutsch-Iranerin wurde am 16. Oktober 2020 willkürlich in Teheran festgenommen. Sie verbrachte insgesamt 7 Monate in Isolationshaft, wo sie über 1.000 Stunden ohne rechtlichen Beistand vom Geheimdienst verhört worden ist. Am 13. Juni wurde ihr der Scheinprozess vor dem Teheraner Revolutionsgericht gemacht. Das Urteil steht aus. Sie erhält keine konsularische Betreuung trotz deutscher Staatsbürgerschaft. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von Nahid Taghavi und aller politischen Gefangenen.

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