#ForAllWomenAndGirls

Frauenrechte Weltweit

Trotz einiger Fortschritte werden die Rechte von Mädchen und Frauen weltweit nicht ausreichend geschützt. Diskriminierung, sexuelle Gewalt und mangelnder Zugang zu Bildung sind für viele bittere Realität. Auf dieser Seite machen wir auf die Situation von Frauen in verschiedenen Ländern und Kontinenten aufmerksam und geben einen Einblick in die Arbeit unserer Mitarbeitenden und Kooperationspartner vor Ort.

INTERVIEW MIT SCHWESTER MARY ROSE-CLARET OGBUEHI – NIGERIA

IGFM-Referentin Michaela Koller befragte Schwester Mary Rose-Claret Ogbuehi, Gründerin der nigerianischen NGO Women Empowerment Through Education (WETE) zur Lage der Frauen in Nigeria, insbesondere zur Situation von Christinnen, die seit Jahren Opfer islamistischer Gewalt werden.

Welchen Herausforderungen sehen sich Frauen in Nigeria ausgesetzt?

Frauen in Nigeria sind wie alle anderen Frauen in Entwicklungsländern Ungleichheit, sexuellem Missbrauch, häuslicher Gewalt und mangelnder Mitsprache in der Gesellschaft ausgesetzt, und das hängt vom Bildungsniveau ab. Viele Frauen haben Schwierigkeiten, für ihre Familie zu sorgen. Die Regierung engagiert sich nicht für das Wohlergehen der Menschen. Es spielt keine Rolle, wie viele Kinder man zur Welt bringt. Viele Frauen kümmern sich um ihre Familien. In den meisten Familien kümmern sich Frauen um die Kinder, bezahlen die Schulgebühren und versorgen die Familie mit Essen. Sie sind überlastet und die meisten hungern, nur um sicherzustellen, dass ihre Kinder ausgebildet werden. Die Schulen sind nicht kostenlos und es stellt eine große Belastung für die Mütter dar. Viele sind Opfer jeglicher Art von Gewalt, insbesondere häuslicher Gewalt durch ihre Ehemänner. Diejenigen, deren Lebensunterhalt von ihren Ehemännern abhängt, erleiden mehr Gewalt als diejenigen, die unabhängig sind. Nur durch Bildung können Frauen befreit werden. Sie können ihr eigenes Geld verdienen, ihren Bedarf decken und zur Entwicklung ihrer Gemeinden beitragen.

Seit Jahren vollzieht sich ein schleichender Völkermord an den Christen in Nigeria. Was bedeutet das konkret für die christlichen Frauen?

Christliche Frauen werden allein aufgrund ihres Glaubens Opfer der Verfolgung durch Fulani-Hirten oder islamischer Terrorgruppen. Nigeria ist einfach eine komplizierte Nation und zunehmend mehr Muslime werden radikalisiert. Sie glauben dann, dass Christen Ungläubige sind, die getötet werden müssen. In dieser Einstellung fühlen sie sich bestärkt, wenn der Präsident ein Muslim ist. Sie weigern sich zu verstehen, dass Menschen ein Recht auf ihren eigenen Glauben haben. Es sollte einem gestattet sein, seinen Glauben in Frieden auszuüben. Das ist der Unterschied zwischen der Art von Muslimen in Nigeria und anderen in entwickelten Ländern. Einige dieser Fanatiker verfügen über keine Grundbildung. Sie wurden einer Gehirnwäsche unterzogen und sind bereit zu töten, auch wenn es keine Provokation gibt.  Insbesondere christliche Frauen brauchen Schutz. Viele christliche Städte werden unnötig angegriffen. Wann immer es geschieht, sind Frauen und Kinder die Opfer. Am 1. Februar 2025 wurde die Stadt Nkala im Regierungsbezirk Igbo Etiti im Bundesstaat Enugu von Fulani-Hirten angegriffen. Frauen und Kinder wurden abgeschlachtet. Die Opfer schliefen in ihrem Dorf und Fulani-Hirten kamen nachts herein und begannen, auf sie zu schießen. Es ist eine Krise, die wir nicht lösen können. Die nigerianische Regierung ignoriert diese grausame Tat. Wir brauchen ein internationales Eingreifen, damit Christen in Nigeria nicht dauernd ermordet und verfolgt werden.

Gaben solche Erfahrungen den Anstoß für die Gründung von Women Empowerment Through Education – kurz WETE?
Inwiefern hilft den jungen Frauen die Bildung?

WETE wurde gegründet, um die Probleme der Unsicherheit von Frauen, der Abhängigkeit und des Mangels an Identität in ihren Familien zu lösen. Wir wollen zudem Frauen dabei helfen, ihre eigene Identität zu finden, Selbstvertrauen zu entwickeln und eigenständig zu sein, um zu einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung beizutragen.

Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat WETE viele Mädchen ausgebildet und sie stehen auf eigenen Beinen. Die Förderung der IGFM hat vielen Mädchen geholfen, von beruflichen Fähigkeiten zu profitieren. Vier derjenigen, die letztes Jahr ihren Abschluss gemacht haben, haben Starthilfe erhalten, um ihr Geschäft anzukurbeln, und es geht ihnen gut. Die Schülerinnen lernen viel, vom Kochen über die Herstellung von Backwaren und Snacks bis hin zu Kunstwerken und der Herstellung von Seifen und Waschmitteln. Viele von ihnen werden nach ihrem Abschluss in Hotels angestellt. Die Begünstigten sind immer noch dankbar und viele andere Mädchen haben Schlange gestanden und auf Hilfe gewartet.

In Deutschland gab es vor kurzem Bundestagswahlen und demnächst wird es eine neue Regierung in Berlin geben.
Was sollen Menschenrechtsorganisationen mit Blick auf die Bedrängnis der nigerianischen Christen von der neuen Bundesregierung fordern?

Ich denke, die neue Regierung muss ihrem nigerianischen Amtskollegen klarmachen, dass das Leben heilig ist und die Menschen das Grundrecht haben, ihren Glauben auszuüben.

Die nigerianische Regierung sollte dazu gebracht werden, sich mit der Christenverfolgung in Nigeria zu befassen.  Wenn nigerianischen Regierungsbeamten strenge Auflagen auferlegt werden, werden sie aufhorchen. Christen in Nigeria brauchen internationalen Schutz. Die nigerianische Regierung kann sie nicht schützen. Sie haben das Volk im Stich gelassen. Wie lange werden Christen in Nigeria noch Opfer von Verfolgung sein?

FRAUEN IN KURDISTAN/NORDIRAK

Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Frauen in Nordirak?

Frauen und Mädchen im Irak sind mit kulturellen, politischen und sozialen Herausforderungen konfrontiert, darunter geschlechtsspezifische Gewalt, wirtschaftliche Schwierigkeiten und begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten. Politische Instabilität und Sicherheitsbedenken am Arbeitsplatz beeinträchtigen ihr Leben zusätzlich. Auf der Ebene der Exekutive und der Legislative werden Frauen immer noch in erster Linie als Überlebende und Opfer von Konflikten betrachtet und nicht als aktive Partnerinnen und Akteurinnen in Friedensprozessen.

Wie setzt sich die IGFM für die Rechte der Frauen im Nordirak ein?

Unsere IGFM- Sektion im Nordirak stärkt vertriebene und geflüchtete Frauen durch Schulungen in Computerkenntnissen, Mikrofinanzierung und Mediation. Gegenwärtig bieten wir in Flüchtlingslagern Handwerksausbildungen für junge Erwachsene an, wobei der Schwerpunkt auf der Förderung der Teilnahme von Frauen liegt. Das Projekt bekämpft aktiv geschlechtsspezifische Ungleichheiten, indem es alle Auszubildenden auffordert, am Equal Pay Day teilzunehmen, um sich für faire Löhne und Chancengleichheit einzusetzen.

Die IGFM hat auch eng mit der lokalen Organisation The Lotus Flower zusammengearbeitet, um die Grundversorgung von Frauen und Mädchen in Vertriebenen- und Flüchtlingslagern zu unterstützen. Dazu gehören die Verteilung von medizinischen Artikeln, Kleidung und die Bereitstellung von Nähmaschinen zur Unterstützung der Initiative Sewing Sisters.

Geschichten von Hoffnung und Tapferkeit

Eine junge Jesidin, die die Gefangenschaft überlebt hat, konnte dank der von The Lotus Flower organisierten Alphabetisierungs- und Empowerment-Programme ihre Ausbildung wieder aufnehmen. Sie studiert jetzt an der Universität und möchte Anwältin werden, um die Rechte der Frauen zu verteidigen.

Eine junge Frau aus einem Binnenflüchtlingslager nahm an dem von The Lotus Flower organisierten Existenzgründungsprogramm für Frauen teil. Mit einer Schulung und einem kleinen Zuschuss gründete sie ihr eigenes Schneidergeschäft. Heute verfügt sie über ein stabiles Einkommen und beschäftigt andere vertriebene Frauen, was ihr in ihrer Gemeinschaft neue Möglichkeiten eröffnet.

FRAUEN IN BANGLADESCH

Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Frauen in Bangladesch?

Gewalt gegen Frauen bleibt eine erhebliche Herausforderung für die Entwicklung Bangladeschs. Täglich kommt es zu Vergewaltigungen, häuslicher Gewalt, Säureangriffen, mit Mitgift verbundenem Missbrauch und Cyberkriminalität. Viele Fälle werden nicht gemeldet, und politische Veränderungen, wie der kürzliche Regierungswechsel, haben die Situation nicht verbessert. Allein im Jahr 2024 wurden Hunderte von Frauen Opfer häuslicher Gewalt, Belästigung und Säureangriffen, wobei zahlreiche Todesfälle und Suizide verzeichnet wurden. Obwohl Frauen erheblich zur Wirtschaft beigetragen haben, insbesondere in der Textilindustrie, bleibt ihre Beteiligung in der höheren Verwaltung und im Technologiesektor gering.

Welche Maßnahmen sind notwendig, um die Sicherheit der Frauen zu gewährleisten?

Laut Hasan Hamid, Forscher und Menschenrechtsaktivist aus Bangladesch, ist eine stärkere Beteiligung von Frauen in Technik, Verwaltung und Politik notwendig, um die Gleichstellung der Geschlechter in dem Land zu gewährleisten. Die politischen Parteien müssen sich verpflichten, mehr Frauen zu nominieren und sie in Führungspositionen zu bringen. Die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, die Bekämpfung der Korruption und die Durchsetzung strenger gesetzlicher Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Belästigung sind von wesentlicher Bedeutung. Die Justizbehörden müssen der Rechenschaftspflicht und der guten Regierungsführung Vorrang einräumen. Darüber hinaus sollten öffentliche Sensibilisierungskampagnen die Gleichstellung der Geschlechter fördern und dazu beitragen, die gesellschaftliche Einstellung zu ändern, um Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen zu verhindern.

FRAUEN IN IRAN

Wie ist die aktuelle Situation der Frauen in Iran?

Wie Rosa Luxemburg einst sagte: „Die Freiheit der Frau ist das Maß der Freiheit einer Gesellschaft.“ Doch im Iran bleibt diese Freiheit für Frauen eine ferne Realität – sie sind massiver Diskriminierung ausgesetzt. Sie dürfen nicht ohne Erlaubnis ihres Ehemanns reisen, haben eingeschränkten Zugang zu Bildung und Arbeit und unterliegen strengen Kleidungsvorschriften. Wer sich gegen diese Unterdrückung wehrt, riskiert Verhaftung, Folter oder lange Haftstrafen. Gewalt gegen Frauen ist weit verbreitet: 2024 wurden mindestens 31 Frauen hingerichtet, viele von ihnen, weil sie sich gegen gewalttätige Ehemänner gewehrt hatten. Zudem wurden in den ersten Wochen des Jahres 2025 mindestens sieben Frauen Opfer sogenannter „Ehrenmorde“. Gesetze schützen Täter und fördern die Straflosigkeit patriarchaler Gewalt. Bahá’í-Frauen werden wegen ihres Glaubens verfolgt und inhaftiert. Auch im Sport erleben Frauen Diskriminierung. Profisportlerinnen müssen in Wettbewerben lange Kleidung und Kopftücher tragen, was ihre Bewegungsfreiheit stark einschränkt. Schwimmerinnen dürfen in internationalen Wettbewerben nicht teilnehmen, weil durch das iranische Regime bestimmte Kleidervorschriften dies verbieten. Auch Sängerinnen im Iran sind unterdrückt. Singen ist für Frauen im Iran verboten.

Gibt es Ereignisse, die hoffen lassen und wie setzt sich die IGFM für Frauenrechte im Iran ein?

Trotz der Repression gibt es jedoch inspirierende Beispiele des Widerstands von Frauen aus dem Iran, die uns Hoffnung und Mut schenken, uns weiterhin für die Rechte der Frauen einzusetzen. Menschenrechtsaktivistinnen wie Narges Mohammadi, Nasrin Sotoudeh, Fatemeh Sepehri und viele weitere Iranerinnen weltweit setzen sich unermüdlich für Gerechtigkeit und für das Ende des Unrechts ein. Junge Frauen im Iran protestieren gegen den Kopftuchzwang und das Ende der Islamischen Republik und riskieren dabei ihr Leben. Ihr Mut zeigt, dass der Kampf für Frauenrechte und Freiheit im Iran trotz aller Gefahren weitergeht. Die weltweite Solidarität darf aber nicht nur in Worten bestehen, sondern muss durch Taten bezeugt werden.

Die IGFM setzt sich aktiv für iranische Frauen ein. Sie dokumentiert Menschenrechtsverletzungen, fordert politischen Druck auf das iranische Regime und engagiert sich durch ihr Patenschaftsprogramm sowie Sonderveranstaltungen für die Freilassung inhaftierter Aktivistinnen. Besonders macht sie auf Frauen aufmerksam, die sich gegen Zwangsverschleierung und Diskriminierung wehren. Internationale Kampagnen machen ihre Schicksale sichtbar und fordern Konsequenzen für die Verantwortlichen. Zudem arbeitet die IGFM mit anderen Institutionen zusammen, um die Rechte iranischer Frauen auf globaler Ebene zu stärken.

FRAUEN IN DER UKRAINE

Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Frauen in der Ukraine?

Frauen in der Ukraine stehen vor einer Reihe großer Herausforderungen, insbesondere aufgrund des anhaltenden Krieges mit Russland, der viele bereits bestehende Probleme verschärft hat. Viele von ihnen mussten aus ihrer Heimat fliehen und wurden zu Flüchtlingen innerhalb der Ukraine oder in andere Länder. Diese Vertreibung bringt erhebliche Störungen in ihrem Leben mit sich, insbesondere für Frauen mit Kindern oder älteren Familienmitgliedern, die auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Hinzu kommt der Verlust von Familienangehörigen.

Ein großer Teil der ukrainischen Männer dient in der Armee, sodass Frauen die Hauptlast der Betreuung von Kindern, alten Eltern und Verwandten tragen. Viele haben ihre Ehemänner, Brüder oder Väter verloren, was nicht nur zu psychischen Traumata führt, sondern oft auch zu wirtschaftlicher Not. Der Krieg hat zudem eine weit verbreitete wirtschaftliche Instabilität verursacht, in deren Folge viele Frauen ihre Arbeit verloren haben, vor allem in Gebieten, in denen Betriebe geschlossen wurden. Dennoch liegt es häufig an ihnen, die Familie weiterhin zu versorgen und neue Einkommensquellen zu finden. Auch der Zugang zur medizinischen Versorgung ist massiv beeinträchtigt. Viele Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen sind durch den Krieg zerstört oder überlastet, was es Frauen erschwert, grundlegende medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen – insbesondere im Bereich der reproduktiven und mütterlichen Gesundheit. Zusätzlich ist die psychosoziale Versorgung für Frauen, die mit Traumata, Trauer und den Belastungen des Krieges zu kämpfen haben, stark eingeschränkt. Die psychischen Belastungen sind enorm. Viele Frauen leiden unter den Folgen des Krieges, sei es durch den Verlust geliebter Menschen, das Leben in ständiger Angst oder die Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen in einem Kriegsgebiet. Dies führt zu einem Anstieg von Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen.

Zudem sind Frauen in Zeiten von Konflikten und Instabilität stärker von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht. Besonders häusliche Gewalt nimmt zu, da die Belastungen des Krieges die familiäre Situation verschärfen. Noch dramatischer ist die Lage für Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren – es gibt zahlreiche Berichte über gezielte Übergriffe als Kriegstaktik. Frauen sind zudem auf der Flucht oder in Flüchtlingslagern verstärkt von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht. Ein weiteres großes Risiko stellt der Menschenhandel dar. Viele Frauen, die fliehen oder innerhalb des Landes vertrieben werden, sind besonders gefährdet, Opfer krimineller Netzwerke zu werden. Kriminelle Gruppen nutzen die instabile Situation aus, um Frauen für Zwangsarbeit oder sexuelle Ausbeutung zu missbrauchen. Die anhaltenden Kriegszustände haben das Leben vieler Frauen drastisch verändert. Sie stehen vor enormen Herausforderungen, kämpfen um Sicherheit und Stabilität und müssen sich den täglichen Belastungen eines von Unsicherheit geprägten Alltags stellen.

Gibt es Erfolge oder inspirierende Geschichten, die Hoffnung machen?

Sehr beeindruckend und inspirierend ist die Arbeit unserer deutschen Sektion zum Thema ukrainische Zivilgefangene. Wir kommunizieren zu diesem Thema vor allem mit ukrainischen Frauen – Müttern, Schwestern, Ehefrauen und Töchtern – deren Angehörige sich illegal in russischer Gefangenschaft befinden. Wenn man sieht, wie diese zerbrechlichen Frauen für ihre Männer, Väter, Brüder und Söhne kämpfen, dann weiß man, dass unsere Arbeit nicht umsonst ist. Und eines Tages werden wir sicher alle unsere Gefangenen auf ukrainischem Boden treffen und begrüßen.

FRAUEN IN KENIA

Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen Frauen, insbesondere Mädchen in Kenia?

Laut einem Bericht der Weltbankgruppe über Menstruationsgesundheit und -hygiene, der im Mai 2022 veröffentlicht wurde, ergab eine Studie von Muchera und Thomas aus dem Jahr 2017, dass 95 % der menstruierenden Mädchen jeden Monat ein bis drei Schultage verpassten, weil sie sich keine Menstruationsprodukte leisten konnten. Infolgedessen berichteten 70 % über negative Auswirkungen auf ihre Schulnoten, und mehr als 50 % fielen im Unterricht zurück. Auch wenn sich diese Zahl bis 2025 möglicherweise leicht verbessert hat, bleibt das Problem der Periodenarmut ein blutiger Makel für kenianische Frauen und Mädchen.

Im selben Jahr, 2017, als diese Studie veröffentlicht wurde, änderte die Regierung Kenias unter der Führung von Präsident Uhuru Kenyatta das Bildungsgesetz. Er unterzeichnete ein Gesetz, das vorschreibt, dass „kostenlose, ausreichende und qualitativ hochwertige Damenbinden“ für jedes in der Schule registrierte Mädchen bereitgestellt werden müssen, sowie eine „sichere und umweltfreundliche Entsorgungsmöglichkeit“.

Seitdem hat die Regierung jedes Jahr Hunderte Millionen Schilling für dieses Programm bereitgestellt, mit der höchsten und umstrittensten Zuweisung im Regierungsbudget 2023/2024, das fast 7 Millionen Euro für das kostenlose Damenbinden-Programm bereitstellte. Leider sieht die Realität vor Ort anders aus: Durch Korruption sind diese Gelder spurlos verschwunden, sodass Frauen und insbesondere schulpflichtige Mädchen weiterhin keinen Zugang zu einer würdevollen Menstruationshygiene haben.

Wie setzt sich die IGFM für die Rechte der Frauen in Kenia ein?

Als Reaktion auf diese Herausforderungen hat die IGFM Sektion Kenia unter der Leitung von Wanjeri Nderu in Zusammenarbeit mit Freiwilligen und Unterstützern, darunter das Kenianische Rote Kreuz, über 1000 Mädchen in einem der ärmsten informellen Siedlungsgebiete Nairobis, in Dandora, mit Damenbinden versorgt. Am 28. Mai 2024, dem Menstrual Hygiene Day, konnte IGFM-Kenya erfolgreich einen PAD-ATM-Automaten einführen, um diese Mädchen zu unterstützen. An der Veranstaltung nahmen auch Martin Musiime aus Uganda und zwei IGFM-Botschafter teil. Jedes Mädchen erhielt eine ATM-Karte, mit der sie monatlich Zugang zu acht Damenbinden hatte.

Gibt es Erfolgserlebnisse, die Hoffnung machen?

Ein bemerkenswerter Meilenstein nach der Einführung war, dass die betroffenen Mädchen nicht mehr die Schule verpassten. Zudem sind Fälle von Mädchen, die bereits mit neun Jahren ihren Körper an Motorrad-Taxi-Fahrer verkauften, um sich Menstruationsprodukte leisten zu können, drastisch zurückgegangen. Ebenso wurden weniger Fälle beobachtet, in denen Mädchen Matratzenstücke oder alte Kleidung als Schutz vor Auslaufen nutzten, Binden wuschen und wiederverwendeten oder diese mit anderen Familienmitgliedern teilten. Auch die Zahl ungewollter Schwangerschaften hat deutlich abgenommen.

IGFM-Kenia bedankt sich bei allen Freiwilligen, die dies möglich gemacht haben, und für ihr anhaltendes Engagement und ihren persönlichen Einsatz für die Stärkung von Frauen und Mädchen.

Verfolgung und Inhaftierung von Aktivistinnen

Frauen, die für ihre Rechte kämpfen, werden in ihrer Heimat oft verfolgt, gefoltert und im schlimmsten Fall zum Tode verurteilt. Hier finden Sie Informationen über diese mutigen Frauen und Möglichkeiten, sie zu unterstützen.

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