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Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

Menschenrechtslage im Iran verschärft sich weiter

181. Tag der Revolution (seit den Protesten der Basaris im Dezember 2025)

Der folgende Bericht fasst die wichtigsten Entwicklungen im Iran vom 29. Juni bis zum 6. Juli 2026 zusammen. Auch in den vergangenen Tagen hat sich die Lage im Land nicht verbessert. Die Behörden haben ihre Maßnahmen gegen die Bevölkerung weiter verschärft, wodurch die Zahl der Festnahmen erneut gestiegen ist. Unter den Betroffenen sind Aktivisten, Journalisten, Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten sowie Bürger, denen regimekritische Äußerungen vorgeworfen werden. Viele Familien leben in Unsicherheit und fürchten weitere staatliche Repressionen. 

Opfer der Islamischen Republik: 

Amir Abbas Momeni, ein 18-jähriger Student aus Islamschahr bei Teheran, wurde am 7. Januar erschossen.

Die 29-jährige Fahimeh Najjar Ajamaus der Provinz Azadshahr in Golestankam am 8. Januar 2026 ums Leben, als sie versuchte, einem Verletzten am Ort des Aufstands zu helfen. 

Javad Zarei wurde am 8. Januar 2026 in Marvdasht (Provinz Fars) angeschossen und erlag am 9. Januar seinen schweren Verletzungen. Der 24-Jährige hatte erst kürzlich geheiratet. 

Willkürliche Festnahmen und Hinrichtung:

Am 1. Juli 2026 nahmen Regimeschergen den Umweltaktivisten Hooman Jokar und seine Ehefrau Sepideh Kashani in ihrer Wohnung fest. Zudem wurde Sima Kashani, die Schwester von Sepideh Kashani, verhaftet. Im Zuge dessen beschlagnahmten die Beamten alle ihre elektronischen Geräte. Das Ehepaar war bereits zuvor aufgrund seiner Aktivitäten festgenommen worden und musste sich juristisch verantworten. 

Im Zeitraum vom 27. Juni bis zum 4. Juli wurden mindestens fünf Frauen in politischen und religiösen Verfahren verurteilt. Gegen Arghavan Fallahi wurde die Todesstrafe verhängt. Vier weitere Frauen – Elham Zeraat-Pish, Parnian (Fatemeh) Hashempour, Azadeh Salaki und Negin Kayani – wurden zu insgesamt 14 Jahren Haft verurteilt. Unter den Verurteilten befinden sich eine Rechtsanwältin, eine Lehrerin, eine Sozialfotografin, eine Absolventin des Studiengangs Gartenbau sowie politische und zivilgesellschaftliche Aktivistinnen. In diesen Verfahren wurden hauptsächlich Anklagepunkte wie „Propaganda gegen das Regime" erhoben. In einem dieser Verfahren wurde Arghavan Falahi zudem wegen „Rebellion" zum Tode verurteilt. 

Die iranische Sängerin Parastoo Ahmadi und acht Mitglieder ihres Produktionsteams, darunter auch Musiker, wurden von einem Strafgericht in der Provinz Qom zu jeweils 74 Peitschenhieben sowie einem zweijährigen Ausreise- und Berufsverbot im künstlerischen Bereich verurteilt. Anlass des Urteils war ein Konzert, das im Dezember 2024 über YouTube ausgestrahlt wurde und bei dem Ahmadi ohne das vorgeschriebene Kopftuch auftrat. Die Justiz wirft den Beteiligten vor, mit der Veröffentlichung des Konzerts gegen die „öffentliche Sittlichkeit" verstoßen zu haben. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilte das Urteil als schweren Eingriff in die Kunst- und Meinungsfreiheit sowie als weiteres Beispiel für die systematische Unterdrückung von Künstlerinnen und Künstlern im Iran. 

Aus dem Iran wird außerdem berichtet: 

In verschiedenen Landesteilen setzten Arbeiter ihre Proteste gegen ausstehende Lohnzahlungen, unsichere Arbeitsverhältnisse und die anhaltend schwierigen Lebensbedingungen fort. Die Demonstrationen richteten sich insbesondere gegen niedrige Einkommen, fehlende soziale Absicherung und steigende Lebenshaltungskosten. Wie die IGFM erfahren hat, standen wirtschaftliche Forderungen und der Schutz von Arbeitsplätzen im Mittelpunkt der Kundgebungen.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Alireza Farshi

Alireza Farshi sitzt im Iran im Gefängnis, weil er sich für das Recht auf Muttersprache eingesetzt hat. Der aserbaidschanischstämmige Aktivist wurde verurteilt, weil er Bibliotheken gründete und den UNESCO-Tag der Muttersprache unterstützte. Nun droht ihm im Gefängnis die Erblindung – medizinische Hilfe wird ihm verweigert.

Sharifeh Mohammadi

Die iranische Arbeitsrechtaktivistin Sharifeh Mohammadi wurde am 7. Dezember 2023 wegen angeblicher „bewaffneter Rebellion" festgenommen. Sie wurde 4. Juli 2024 von der Abteilung 1 des Islamischen Revolutionsgerichts in Rasht zum Tode verurteilt. Im Oktober 2025 hob das Oberste Gericht das Todesurteil gegen Sharifeh zum zweiten Mal auf und verurteilte sie stattdessen zu 30 Jahren Haft.

Mahmoud Mehrabi

Mahmoud Mehrabi wurde im Februar 2023 wegen regimekritischem Aktivismus im Iran festgenommen. Während seiner Haft wurde er misshandelt, monatelang isoliert und ihm wurde medizinische Versorgung verweigert. Im Mai 2024 wurde er in einem unfairen Verfahren zum Tode verurteilt – das Urteil wurde im Oktober 2024 aufgehoben, doch zahlreiche Anklagen gegen ihn bestehen weiterhin.

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