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Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

Regimekritischer Rapper zum Tode verurteilt – Zwangsgeständnisse, Todesurteile und anhaltende Proteste

174. Tag der Revolution (seit den Protesten der Basaris im Dezember 2025)

Der Iran durchläuft nach wie vor eine Phase tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Unsicherheit. Während die Staatsführung ihre Kontrolle über das öffentliche Leben weiter ausbaut, geraten grundlegende Freiheitsrechte zunehmend unter Druck. An vielen Orten sind willkürliche Festnahmen, Einschüchterungen und harte Urteile gegen Regimekritiker an der Tagesordnung. Gleichzeitig verschärfen wirtschaftliche Belastungen und fehlende politische Perspektiven die Lage für weite Teile der Bevölkerung. Selbst Aktivisten, die den Iran bereits vor langer Zeit verlassen haben, sehen sich vonseiten des Justizministers mit Drohungen konfrontiert. Dieser behauptet, ihre Besitztümer seien aufgrund ihres Engagements gegen die Regierung im Ausland in Gefahr. Auch in der Berichtswoche wurden erneut Verstöße gegen rechtsstaatliche Grundsätze und fundamentale Menschenrechte dokumentiert.

Opfer der Islamischen Republik:

In der Nacht des 8. Januar tanzte der 38-jährige Siyavash Shirzad mit einer Gruppe kurdischer Jugendlicher rund um den Poonak-Platz in Teheran, als plötzlich das Feuer auf die Gruppe eröffnet wurde, dabei starben zweiundzwanzig junge Menschen und Siavash verletzt wurde. Er starb aufgrund mangelnder Versorgung und starken Blutverlusts.

Regimeschergen der Islamischen Republik haben am Freitag, dem 25. Juni 2026, im Erholungsgebiet in Kerman auf den 19-jährigen Amir-Mohammad Kazemi geschossen. Die Kugel traf ihn am Kopf und er erlag seinen Verletzungen. Der Beschuss erfolgte nach offiziellen Angaben, weil angeblich die Lautstärke der Musik in seinem Auto während des heiligen Monats der Schiiten (Muharram) zu hoch eingestellt war.

 

Die 18-jährige Reihaneh Seyed Mashhour wurde am Mittwoch, dem 8. Januar 2026, bei den Protesten in Teheran von bewaffneten Einheiten verletzt. Ihre Familie fand sie drei Tage später auf der Intensivstation des Krankenhauses „Fatemeh Zahra“ in Robat Karim. Am 28. Januar starb Reihane.

Willkürliche Festnahmen und Hinrichtung:

Shahrazad Zamiri, eine Mitarbeiterin von Faraja – dem Polizeikommando der Islamischen Republik Iran – wurde im Zusammenhang mit den Protesten im Januar 2026 festgenommen und wird seitdem ohne Anklage im Gefängnis von Vekilabad in Mashhad festgehalten. Seit zwei Monaten wurden ihr jeglicher telefonischer Kontakt und jegliche Treffen mit ihrer Familie verwehrt.

Der 22-jährige Rapper Mahnam Nawab Safavi aus Isfahan gehört zu den Personen, die im Januar 2026 während der Proteste festgenommen worden sind. Er wurde zum Tode verurteilt und befindet sich derzeit im Dasgird-Gefängnis in Isfahan in Haft. Am 20. Juni 2026 wurde ihm das Todesurteil mitgeteilt. Angeklagt war er wegen „Kriegsführung” durch Zerstörung öffentlichen Eigentums und „Propaganda gegen das Regime”. Die IGFM hat erfahren, dass das Geständnis des regimekritischen Rappers erzwungen wurde und die Verhandlung in Abwesenheit stattfand.

Der 25-jährige Maziar Aryanfar wurde verletzt, als ihn die Truppen des Regimes in Teheran festnahmen. Es gibt aktuell keine Informationen über seinen Aufenthaltsort oder seinen Gesundheitszustand.

Weitere beunruhigende Informationen:

Am Montag, dem 29. Juni, fanden in verschiedenen Teilen des Iran mindestens vier Protestaktionen statt. Einige Landwirte protestierten gegen die Wasserkrise, während Fahrer vor dem Präsidentenpalast demonstrierten und Arbeiter im Norden des Landes ausstehende Löhne einforderten. Proteste wie diese finden täglich in verschiedenen Teilen des Iran statt und betreffen ein breites Spektrum von Arbeitnehmern. Die Arbeitsbedingungen im Iran sind hart und die instabile Wirtschaftslage zwingt die Menschen dazu, noch härter zu arbeiten, während die Inflation außer Kontrolle gerät.

Im Iran werden nach wie vor viele Zivilisten ohne Grund festgenommen und müssen auf ihr Verfahren und ihren Prozess warten. Dieser Druck lastet sowohl auf den Gefangenen als auch auf ihren Familien. Viele Gefangene werden von den Gefängnisbehörden vernachlässigt und erhalten keine medizinische Versorgung. Dadurch verschlimmert sich ihr ohnehin kritischer Gesundheitszustand weiter.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Erfan Soltani

Erfan Soltani wurde am 10. Januar 2026 ohne richterlichen Haftbefehl festgenommen. Wegen der Teilnahme an Anti-Regime-Demonstrationen drohte ihm die Hinrichtung. Aktuell wurde Erfan nach einer Kautionszahlung freigelassen.

Reza Khandan

Reza Khandan ist der Ehemann der Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotoudeh. Auch er engagiert sich für Frauenrechte und protestiert öffentlich gegen die Verschleierungspflicht. Seit Dezember 2024 befindet er sich in Haft.

Bita Shafiei

Die junge Iranerin wurde bereits 2023 festgenommen, nachdem sie gegen einen Vergiftungsskandal an iranischen Schulen demonstriert hatte. Dabei wurde auch ihre Mutter Maryam willkürlich festgenommen. Im November 2025 verhaftete man sie erneut, ihr Aufenthaltsort ist derzeit unklar.

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