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Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

Staatliche Repression, wirtschaftliche Not und wachsende Unsicherheit 

243. Tag der Revolution. 

Berichtszeitraum: 24. August 2026 bis heute (7. September)

Allgemeine Lage:

Die Situation der iranischen Bevölkerung, die ohnehin schon schwierig war, hat sich in den vergangenen zwei Wochen weiter verkompliziert. Erneute US-Angriffe auf Ziele im Süden des Landes, darunter in der Provinz Hormozgan, führten zu zivilen Opfern und verstärkten die alltägliche Unsicherheit. Gleichzeitig nimmt die wirtschaftliche Belastung zu: Ab dem 7. September soll der Preis für Benzin, das über die staatlich subventionierte Menge hinaus bezogen wird, verdoppelt werden. Für viele Menschen bedeutet dies höhere Kosten und eine weitere Einschränkung ihrer ohnehin begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Die Folgen der Wirtschaftskrise sind längst im Alltag bemerkbar und treffen insbesondere Haushalte mit niedrigem Einkommen. Während der militärische Konflikt die ohnehin angespannte Versorgungslage zusätzlich belastet, bleibt die Bevölkerung zugleich mit den Folgen staatlicher Repression und wachsender sozialer Unsicherheit konfrontiert. Der folgende Bericht gibt einen Überblick über die wichtigsten Veränderungen im Iran vom 24. August bis zum 7. September 2026. 

Opfer der Islamischen Republik: Gewalt und Todesfälle

Die 16-jährige Schülerin Nastaran Panahi wurde am 9. Januar 2026 in Nasim Shahr in der Provinz Teheran erschossen. 

Alireza Safdel wurde am 8. Januar 2026 in der Stadt Rasht in der Provinz Gilan durch einen Schuss in den Kopf getötet, der von den bewaffneten Kräften der Islamischen Republik abgefeuert wurde. Alireza war erst seit zwei Jahren verheiratet und Vater einer vier Monate alten Tochter namens Aira. 

Nahayat Rahimi Dashti, eine 37-jährige Frau aus Gorgan in der Provinz Golestan, wurde am 8. Januar 2026 durch die Revolutionsgarden getötet. 

Die IGFM erfährt immer häufiger von Selbstmorden im Iran. Dies könnte eine Folge des enormen psychischen Drucks sein, unter dem die Hinterbliebenen und Familien der Opfer leiden. 

So nahm sich beispielsweise Daniel Karimi, der Vater des ehemaligen Mitglieds der nationalen Taekwondo-Jugendnationalmannschaft Amir-Mohammad Karimi, das Leben, da er den Druck der Islamischen Republik und die Trauer über den Verlust seines Sohnes nicht mehr ertragen konnte. Amir-Mohammad Karimi wurde am 9. Januar 2026 im Alter von 19 Jahren in der Provinz Marvdasht (Fars) von bewaffneten Einheiten der Islamischen Republik erschossen. 

Der junge iranische Rapper und Demonstrant Erfan Mirzaei, der während der Aufstände im Januar festgenommen worden war, wurde am 6. September 2026 tot im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan aufgefunden. Während einige Quellen berichten, dass er heimlich hingerichtet wurde, gehen andere davon aus, dass er sich aufgrund des psychischen und emotionalen Drucks im Gefängnis das Leben genommen hat. 

Willkürliche Festnahmen und Hinrichtung:

Die Studentin Motahareh Gonoon wurde vom Revolutionsgericht zu 21 Monaten Haft verurteilt, von denen 15 Monate als Höchststrafe vollstreckt werden müssen. Am Montagmorgen, dem 7. September 2026, wurde sie zur Vollstreckung ihrer Freiheitsstrafe ins Gefängnis überführt. 

Die 17-jährigen Siamak Mofidi und Soroush Enayati aus Takab in der Provinz West-Aserbaidschan wurden am Samstag, dem 5. September 2026, festgenommen und an einen unbekannten Ort in Teheran gebracht. Laut diesem Bericht drangen die Regimekräfte ohne Vorlage eines richterlichen Beschlusses in die Wohnung der beiden Jugendlichen ein, nahmen sie fest und brachten sie zur Vernehmung an einen unbekannten Ort in Teheran . 

Bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts lagen keine Informationen über die Gründe für die Festnahme, die festnehmende Behörde, die erhobenen Vorwürfe und den genauen Aufenthaltsort der beiden vor. Zudem wird ihnen der Zugang zu einem Anwalt sowie das Treffen mit ihren Familien verwehrt. 

Weitere Menschenrechtsverletzungen:

Das Häuser von mindestens drei Bahá’í-Familien in verschiedenen Städten wurde von Kräften der Islamischen Republik durchsucht. Im Zuge dieser Maßnahme beschlagnahmten die Beamten eine Reihe ihrer persönlichen Gegenstände.  

Yadollah Rahmani, der Gouverneur der Provinz Khahgiluyeh und Boyer-Ahmad, gab bekannt, dass 176 Dörfer in dieser Provinz nach wie vor unter Wasserknappheit leiden. Zudem berichtete er von einer schweren Wasserknappheit in neun Dörfern der Stadt Boyer-Ahmad und erklärte, dass dort einige Quellen vollständig ausgetrocknet seien. 

Das Geheimdienstministerium der Islamischen Republik hat die Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses, in der politische Gefangene untergebracht waren, durch das Suchtbehandlungslager im Fashafouyeh-Gefängnis in Teheran ersetzt. Laut BBC Persian wurde das Suchtbehandlungslager im Fashafouyeh-Gebiet nach der Räumung von Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses in eine neue Haftanstalt umgewandelt. In dieser werden verschiedene Häftlinge festgehalten, darunter politische Gefangene und Personen, die während der Proteste im Januar festgenommen wurden. 

Bei den Zellen dieser Haftanstalt handelt es sich in der Regel um Viererzellen ohne Freiluftbereich. Die hygienischen Bedingungen der Einrichtung wurden von Gefangenen als extrem schlecht beschrieben. Sie berichteten von starker Hitze, mangelnder Belüftung und Insektenbefall in den Zellen. 

 Die Islamische Republik hat eine lange Tradition darin, Gefangenen jegliche Menschlichkeit zu verweigern: Sie setzt sie unhygienischen Bedingungen und unmenschlichen Lebensumständen aus. Sie ntzieht ihnen Rechtsbeistand, Medikamente und Telefonverbindungen. Auf diese Weise werden die Gefangenen einer Art „weißer Folter“ unterzogen.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Parsa Najafi

Parsa Najafi ist Angehöriger der Glaubensgemeinschaft der Bahá’í im Iran und wurde am 6. Juni 2026 in der Stadt Isfahan ohne Anklage festgenommen. Seitdem sitzt er im Gefängnis Dastgerd in Isfahan und erhält keinen anwaltlichen Beistand.

Pejman Zareh

Pejman Zareh, Angehöriger der Bahá'í-Gemeinschaft im Iran, sitzt seit dem 14. März 2026 ohne Anklage in Haft. Fordern Sie mit uns seine Freilassung und den Zugang zu dringend notwendiger medizinischer Versorgung.

Elke Zimmer übernimmt politische Patenschaft

Todesstrafe abgewendet, doch weiterhin in Haft: Die baden-württembergische Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt die iranische Arbeitsrechtsaktivistin Sharifeh Mohammadi gemeinsam mit der IGFM. Mit der Übernahme einer politischen Patenschaft setzt die Politikerin ein klares Zeichen gegen die drakonische Justiz des iranischen Regimes und fordert die sofortige Freilassung der im Lakan-Gefängnis inhaftierten Mutter.

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