Iran: Mysteriöser Tod im Gefängnis

Am 30. August 2023 stirbt der politische Gefangene Javad Rouhi aus ungeklärten Gründen in Haft. Die Justiz bestätigte den Tod und behauptete Javad habe einen Anfall erlitten. In den letzten Jahren sind zahlreiche verdächtige Todesfälle in Polizeigewahrsam oder in iranischen Gefängnissen gemeldet worden.

Weiteres Verbrechen in den Gefängnissen der Islamischen Republik


Javad Rouhi in der Haft gestorben

Frankfurt am Main, 1. September 2023 – Der politische Gefangene Javad Rouhi starb am 30. August 2023 unter bisher ungeklärten Umständen in Haft. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt angesichts seines Todes die Repressionspolitik der Islamischen Republik Iran aufs Schärfste.  Die IGFM appelliert an die Untersuchungskommission der Vereinten Nationen, den Tod von Javad Rouhi zu untersuchen. Folter und verdächtige Todesfälle in den Gefängnissen der Islamischen Republik haben System, mahnt die IGFM an.

Majid Kaveh, der Anwalt von Herrn Rouhi, teilte am 31. August 2023 mit, dass seine Familie über seinen Tod in Noshahr-Gefängnis informiert worden sei. Die iranische Justiz bestätigte den Tod und behauptete, Herr Rouhi habe aus „unbekannter Ursache“ einen Anfall erlitten und sei nach seiner Überführung in das Shahid Beheshti Krankenhaus in Noshahr gestorben.

Angesichts der Vorerkrankungen des Gefangenen hätte das Gefängnis rechtzeitig reagieren und ihm medizinische Behandlung zukommen lassen müssen. Für den Tod des 35-jährigen Javad macht die IGFM daher das Gefängnispersonal verantwortlich. 

Dreifach zum Tod verurteilt

Der 35-jährige Javad wurde aufgrund der Teilnahme an den landesweiten Protesten am 21. September 2022 von Sicherheitskräften verhaftet. Er wurde im Januar 2023 von der ersten Abteilung des Revolutionsgerichts in Sari wegen „Korruption auf Erden“, „Moharebeh“ und „Apostasie“ willkürlich zum dreifachen Tode verurteilt. Dieses wurde im Mai 2023 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben, ein Wiederaufnahmeverfahren stand bevor. Damit hätte die Justiz die Möglichkeit gehabt, Rouhi bis zur Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Kaution freizulassen, was nicht geschah.

Folter und Todesfälle in den Gefängnissen der Islamischen Republik

In den letzten Jahren sind zahlreiche Fälle von verdächtigen Todesfällen oder Tötungen von Bürgern in Polizeigewahrsam oder in iranischen Gefängnissen bekannt geworden. Der Gefangene Behnam Mahjoobi starb im Februar 2021 aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung in Haft. Auch der Schriftsteller Baktash Abtin starb im Januar 2022 aufgrund mangelnder Behandlung in Haft. Das Mullah-Regime basiert auf Repression, Folter, Staatsterror und Erpressung, mahnt die IGFM an und appelliert an Außenministerin Baerbock, die von ihr bereits erhobenen Forderungen nach Sanktionen bezüglich Iran zu verstärken und umzusetzen.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage im Iran

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

204, 2026

Russland: 16 Jahre Gefängnis für ehemaligen Geschichtslehrer

Der Oberste Gerichtshof Russlands bestätigte am 1. April die Strafe von 16 Jahren Haft gegen den 68-jährigen Dissidenten Alexander Skobov aufgrund „Rechtfertigung des Terrorismus“. Nach Einschätzung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist nicht damit zu rechnen, dass er den russischen Strafvollzug lebend verlassen wird.

204, 2026

Iran: 18-Jähriger hingerichtet – Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh festgenommen

Mit rücksichtsloser Brutalität demonstriert die Islamische Republik Iran ihre Macht. Am 2. April wurde der 18-jährige Amirhossein Hatami hingerichtet, weitere politische Gefangene in den Tagen zuvor. Hunderte werden in diesen Tagen verhaftet. Die Islamische Republik regiert mit Terror.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben