/Gewerkschafter: Mahmoud Beheshti Langroudi

Gewerkschafter: Mahmoud Beheshti Langroudi

Mahmoud Beheshti Langroudi

Der iranische Gewerkschafter Mahmoud Beheshti Langroudi ist Lehrer und setzt sich seit 1999 friedlich für die Rechte von Schülern und Lehrern im Iran ein. Im Jahr 2013 wurde er für seinen Einsatz zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Sein Prozess dauerte gerade einmal 8 Minuten. Das islamische Revolutionsgericht verweigerte ihm die Möglichkeit, sich zu verteidigen.

Iran: Gewerkschafter Mahmoud Beheshti Langroudi

Auf einen Blick

Mahmoud Beheshti Langroudi ist einer der bekanntesten Aktivisten der unabhängigen Lehrergewerkschaft “Verband der Lehrer des Iran”, deren Sprecher er bis zu seiner Verhaftung war. Er engagiert sich für die Rechte von Lehrern und Schülern im Iran. Aufgrund dieses Engagements wurde er seit 2004 viermal verhaftet. Für sein friedliches Eintreten für Rechte und Verbesserungen im Bildungssystem verurteilte ihn ein Islamisches Revolutionsgericht zu Haftstrafen von insgesamt 14 Jahren.

Sein wichtigster Prozess im Jahr 2013 dauerte nur acht Minuten und verstieß in mehrfacher Hinsicht gegen iranisches und internationales Recht. Unter anderem war die Öffentlichkeit ausgeschlossen und der Richter verweigerte ihm eine Möglichkeit zur Verteidigung. Nach internationalen Protesten verkürzten die iranischen Behörden im Juli 2018 seine Haftstrafe auf fünf Jahre.

Weitere politische Gefangene im Iran
Mehr Infos zur Menschenrechtslage im Iran

Zur Person und Arbeit

Mahmoud Beheshti Langroudi arbeitete bereits über 25 Jahre als Lehrer und engagiert sich seit 1999 für die Rechte seiner Berufskollegen im Iran. Mit seinen Kollegen der iranischen Lehrergewerkschaft kämpft er mithilfe von Appellen, friedlichen Protesten und Versammlungen gegen Beschäftigungsverhältnisse unter dem Mindestlohnniveau, gegen die Kriminalisierung von Gewerkschaften und für bessere Bedingungen für Lehrer und Schüler.

Haft und Hungerstreiks

Die iranische Justiz rechtfertigt die langjährige Haftstrafe mit dem Vorwand angeblicher „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ und „regimefeindlicher Propaganda“. Zuletzt wurde Beheshti Langroudi am 6. Februar 2018 erneut ins Evin Gefängnis gebracht, nachdem er vier Tage zuvor aus medizinischen Gründen vorübergehend entlassen wurde. Sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich aufgrund mehrerer Hungerstreiks zunehmend. Ziel dieser Hungerstreiks ist der Protest gegen seine unrechtmäßige Gefangenschaft, da er keine andere Möglichkeit zur Verteidigung oder Revision hat. Außerdem protestiert er damit gegen die Kriminalisierung von Gewerkschaften und für einen humanen Umgang mit politischen Gefangenen. Für diese herrschen in iranischen Gefängnissen deutlich schlechtere Bedingungen als für Kriminelle. Als zusätzliche Strafe wird politischen Gefangenen unter anderem oft der Zugang zu medizinischer Versorgung oder das Besuchsrecht verweigert.

Verfolgung von Gewerkschaften in der Islamischen Republik

Nach der Machtergreifung von Islamisten im Jahr 1979 verboten diese freien Gewerkschaften. Zugelassen waren ausschließlich „Islamische Räte“, deren Aufgabe es de facto ist, den „islamischen“ Charakter des Staates in der Arbeitnehmerschaft durchzusetzen und die Interessen der Führung der Islamischen Republik auszuführen. In diesem Sinne melden sie
„Störungen und unerwünschte Vorfälle“ in Unternehmen. Ein großer Teil der iranischen Wirtschaft gehört direkt dem Staat, den Islamischen Revolutionswächtern oder wird von islamischen Geistlichen kontrolliert. Es scheint, als ob die Führung des Regimes den Einsatz für Arbeitnehmerrechte als Angriff auf die eigene Macht und die eigenen Gewinne betrachtet.

Im Jahr 2003, während der Amtszeit des relativ reformorientierten Präsidenten Mohammad Khatami, ist die Gründung und Mitgliedschaft in Gewerkschaften rechtlich wieder legalisiert worden. Die Praxis sieht jedoch völlig anders aus: Gewerkschaften werden willkürlich verboten, Gewerkschafter bedroht, entlassen oder verhaftet.

Wie schreibe ich einem politischen Gefangenen?
Mehr Infos zur Menschenrechtslage im Iran

Appellvorschlag

Bitte kontaktieren Sie die iranische Regierung und ihre Vertreter per Post oder Telefon:
Bitte schreiben Sie an das iranische Staatsoberhaupt, Ayatollah Sayed Ali Khamenei, an den Präsidenten Irans, Hassan Rohani, und an die Botschaften des Iran. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gewerkschafters:

Wie schreibe ich einen Appell?
Warum Appelle?

Sehr geehrter Herr …,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Haft, Misshandlung und Folter des iranischen Gewerkschafters Mahmoud Beheshti Langroudi aufmerksam zu machen.

Mahmoud Beheshti Langroudi ist international bekannt geworden, weil er für die Rechte von Lehrern und Schülern gekämpft hat. Durch unmenschliche Haftbedingungen und Hungerstreiks als letzte Möglichkeit des Protests ist er nun selbst auf Hilfe angewiesen, die ihm aber von den Gefängnisbehörden verweigert wird.

Die Umstände seiner Verhaftung und seines Prozesses von Mahmoud Beheshti Langroudi sowie die fünfjährige Haftstrafe verstoßen sowohl gegen internationale Mindeststandards für die Behandlung von Gefangenen, als auch gegen iranisches Recht und gegen völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge, die der Iran ratifiziert hat.

Ich appelliere an Sie, sich für die sofortige und bedingungslose Aufhebung des Urteils und für die Freilassung von Mahmoud Beheshti Langroudi einzusetzen. Außerdem appelliere ich an Sie, die Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Außerdem bitte ich Sie herzlich, mich darüber zu informieren, welche Schritte sie in dieser Sache eingeleitet haben.

Hochachtungsvoll

Appelladressen:

Bitte schreiben Sie direkt oder über die jeweilige iranische Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung (Briefporto aus Deutschland: 0,90 Euro)

“Führer” Ayatollah Ali Khamenei
His Excellency Ayatollah Sayed Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader of the Islamic Republic
Shahid Keshvar Doust Street,
Teheran
Islamische Republik Iran
Tel: +98 21 64412020
Fax: +98 21 64412030
E-Mail: contact@leader.ir

Präsident Hassan Rohani
His Excellency Hassan Rohani
The Presidency
Palestine Avenue Azerbaijan Intersection
Teheran
Islamische Republik Iran
Fax: +98 21 64454811
E-Mail: media@rouhani.ir

Leiter des Menschenrechtsrates der iranischen Justiz und einer der wichtigsten Berater des “Führers” Khamenei
Mohammad Javad Larijani
Secretary General, High Council for Human Rights
Howzeh Riassat-e Ghoveh Ghazaiyeh
Pasteur St, Vali Asr Ave.,
South of Serah-e Jomhuri
Tehran 1316814737
Islamic Republic of Iran
Fax: 0098-21-3390 4986

Vorsitzender der Judikative
Ebrahim Raisi
c/o Public Relations Office
Number 4, 2 Azizi Street intersection, Valiasr Ave, Pasteur Street intersection
Tehran
Islamic Republic of Iran
E-Mail: info@dadiran.ir
Kontaktformular: samolilarijani.com/fa/contacts

Adresse des Justizministeriums
Valiasr Ave, Teheran, 1638
Postleitzahlen: 1416783619 und 1416783595
Tel.: 5-88893621
Fax: 88909346
E-Mail: info@justice.ir

Menschenrechtsbüro Iran
Mohammed Javad Larijani
Telefon: +98 21 2280958
Fax: + 98 21 2719130
E-Mail: larijani@ipm.ir

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Tel. 0049-(0)30-84353399 und 0049-(0)30-843530
Fax: 0049-(0)30-8435 3535
E-Mail: info@iranbotschaft.de

Iranische Botschaft in Österreich
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Jaurèsgasse 9
1030 Wien
Österreich
Tel. 0043-1-7122657
Fax: 0043-1-7135733
E-Mail: public@iranembassy-wien.at
Online-Formular: www.iran.embassy.at/asps/S_POL.ASP

Iranische Botschaft in der Schweiz
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Thunstrasse 68
Postfach 227
3006 Bern
Schweiz
Tel: 0041-3135108-01
Fax: 0041-313515652
E-Mail: Secretariat@iranembassy.ch
Kontaktformular: iranembassy.ch/en/msg/add

Mehr Infos zur Menschenrechtslage im Iran