Politische Patenschaft

Martina Feldmayer (ganz links) setzt sich gleich mit zwei Patenschaften für politische Gefangene im Iran ein. Die Landtagsabgeordnete der Grünen übernimmt eine Patenschaft für Niloufar Bayani (Mitte) und Golrokh Iraee.
Gefängnisstrafen für iranische Umweltschützerin und Schriftstellerin
Frankfurt am Main / Teheran, 17. Juni 2019 – Im Rahmen des Patenschaftsprogramms der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) engagiert sich die hessische Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer für politische Gefangene. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin betont: „Das Engagement von Martina Feldmayer ist deshalb so bedeutend, da Deutschland für den Iran politisch und wirtschaftlich ein außerordentlich wichtiges Land ist. Gerade die Kritik an Menschenrechtsverletzungen wird deutlich wahrgenommen. In der Vergangenheit führte der Einsatz von Politikern für die große Mehrheit der betreuten Gefangenen bereits zu erheblichen Verbesserungen“.
Niloufar Bayani ist eine international bekannte Biologin und Umweltschützerin , die im Iran wegen „Verderbenstiften auf Erden“ angeklagt ist – ein Delikt aus dem islamischen Recht, das sogar mit der Kreuzigung bestraft werden könnte. Während der Haft wurde sie mehrfach bedroht und körperlich sowie psychisch gefoltert. Im August 2019 führte sie einen einwöchigen Hungerstreik durch. Sie demonstrierte damit gegen ihre andauernde Inhaftierung, denn die Justiz erklärte am 3. Februar 2019, dass es keine Beweise gegen sie und die anderen Umweltaktivisten der Persian Wildlife Heritage Foundation (PWHF) gäbe. Martina Feldmayer und die IGFM fordern die iranischen Behörden daher auf, Niloufar Bayani und das gesamte Forschungsteam unverzüglich freizulassen.
Islamische Revolutionsgardisten verhafteten die Naturschützer im Januar 2018. Im selben Monat beschuldigte ein islamisches Revolutionsgericht die Gruppe der Spionage, weil sie in Wildgebieten Kameras zur Beobachtung von Geparden installierten. Allerdings schloss der Geheimdienstminister und auch der Leiter der iranischen Umweltschutzbehörde aus, dass die Biologen spionierten. Im November 2018 änderte ein Sprecher der Justiz dann die Anklage von “Spionage” zu „Verderbenstiften auf Erden“.
Martina Feldmayer übernimmt zudem eine Patenschaft für die iranische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Golrokh Ebrahimi Iraee. Diese wurde am 6. September 2014 zusammen mit ihrem Ehemann in Teheran verhaftet und im Dezember 2015 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Sie verfasste zuvor eine Kurzgeschichte, in der die unmenschliche Praxis der Steinigung thematisiert wird. Im Gefängnis wurde sie misshandelt, medizinische Behandlung wurde ihr verweigert.
Internationale Proteste im März 2017 führten zu einer Verkürzung der Strafe um 30 Monate. Am 8. April 2019 kam sie ohne Begründng bis auf Weiteres frei, nachdem sie eine für iranische Verhältnisse enorme Kaution von ca. 13.000 Euro hinterlegte. Ein Revolutionsgericht warf Iraee „Beleidigung islamischer Heiligkeiten“ und „Verbreitung von Propaganda“ vor. Sie kann jederzeit wieder verhaftet werden, daher fordert die IGFM die iranischen Behörden auf, alle Vorwürfe fallen zu lassen.
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