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Gwosdz übernimmt politische Patenschaft

Der Vorsitzende und religionspolitische Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion in Hamburg fordert gemeinsam mit der IGFM die Freilassung des iranischen Dokumentarfotografen Navid Zarrehbin Irani. Foto Pate: Büro Michael Gwosdz

Systematische Repression gegen Bahá’í im Iran

Michael Gwosdz übernimmt politische Patenschaft für inhaftierten Fotografen Navid Zarrehbin Irani

Frankfurt am Mai / Hamburg/ Teheran, 18. Juni 2026 – Michael Gwosdz, Vorsitzender und religionspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion in Hamburg fordert die Freilassung des iranischen Dokumentarfotografen Navid Zarrehbin Irani. Irani gehört der religiösen Minderheit der Bahá’í an, ihm droht möglicherweise die Todesstrafe. Nach den Massenprotesten im Januar im Iran und der brutalen Niederschlagung mit zehntausenden Toten und Verletzten findet aktuell auch eine Welle von Festnahmen und Repressionen gegen die Bahá’í im Iran statt, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Navid Zarrehbin Irani, ein seit über zwei Jahrzehnten tätiger Dokumentarfotograf, wurde am 16. Januar 2026 in seiner Wohnung in Maschhad von iranischen “Sicherheitskräften” verhaftet. Im Zuge der Razzia beschlagnahmten die Behörden seine gesamte professionelle Fotoausrüstung sowie persönliche Dokumente. Bis heute – mehr als vier Monate nach seiner Festnahme – verweigern die iranischen Justizbehörden dem Fotografen den Zugang zu einem Rechtsbeistand. Eine formelle Anklageschrift liegt weiterhin nicht vor; stattdessen wurde seine Untersuchungshaft Mitte April ohne Angabe von Gründen verlängert. Aufgrund seines Bahá’í-Glaubens war Irani bereits vor seiner Verhaftung von einer institutionellen Zensur betroffen, die die öffentliche Ausstellung seiner Werke im Iran systematisch blockierte.

„Navid Zarrehbin Irani steht beispielhaft für viele Menschen im Iran, die aufgrund ihres Glaubens, ihrer Haltung oder ihrer Arbeit verfolgt werden. Dass ihm seit Monaten ein rechtsstaatliches Verfahren und der Zugang zu anwaltlichem Beistand verweigert werden, ist unerträglich. Die Bahá’í-Gemeinde ist seit Jahrzehnten besonders massiver staatlicher Diskriminierung und Repression ausgesetzt.

Auch hier in Hamburg leben zahlreiche Angehörige der Bahá’í-Gemeinde und viele Exil-Iranerinnen, die unter der Situation im Iran leiden und Angst um Verwandte und Freund*innen haben. Das bedrückende Schicksal von Navid Zarrehbin Irani steht nicht für sich allein. Es macht das dahinterliegende System der Unterdrückung und Verfolgung durch das iranische Regime auf besonders eindrückliche Weise sichtbar. Die Menschen, die im Iran ihr Leben für Freiheit, Menschenrechte und eine bessere Zukunft aufs Spiel setzen, verdienen unsere volle Unterstützung. Mit dieser politischen Patenschaft stehe ich an der Seite von Navid Zarrehbin Irani, seiner Familie und den vielen Tausend Menschen im Iran, die für Freiheit kämpfen – und all jener, die wegen dieses Einsatzes verfolgt, inhaftiert, zum Schweigen gebracht oder ins Exil gedrängt wurden.“, teilt Michael Gwosdz mit.

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Institutionelle Unterdrückung der Bahá’í als Staatsdoktrin
Der Fall Navid Zarrehbin Irani ist kein Einzelfall, sondern belegt die Kontinuität der jahrzehntelangen, strukturellen Diskriminierung der Bahá’í-Gemeinschaft im Iran. Mit rund 300.000 Mitgliedern stellen die Bahá’í die größte nicht-islamische religiöse Minderheit des Landes dar. Anders als das Christentum, das Judentum oder der Zoroastrismus wird die Bahá’í-Religion in der Verfassung der Islamischen Republik (Artikel 13) jedoch nicht anerkannt und gilt laut offizieller Regimelinie als ‚abtrünnige Sekte‘ und ‚kriminelle Organisation‘.

In den vergangenen Monaten, insbesondere seit Beginn der landesweiten Massenproteste und der US-amerikanisch-israelischen Militärschläge hat das iranische Ministerium für Geheimdienste die Repressionen drastisch verschärft. Den Bahá’í wird in staatlichen Medien und Ermittlungsverfahren standardmäßig und ohne Beweise „Spionage für feindliche Staaten“ oder „Zusammenarbeit mit Israel“ vorgeworfen – eine Konstruktion, die auf dem Umstand basiert, dass sich das weltweite administrative und geistige Zentrum der Religionsgemeinschaft aus historischen Gründen im israelischen Haifa befindet.

Die IGFM warnt vor einer weiteren Verschärfung der Lage für Navid Zarrehbin Irani und zahlreichen weiteren Bahá’í, die in den vergangenen Wochen in Städten wie Shiraz, Kerman und Teheran willkürlich inhaftiert wurden. In den letzten Wochen sind Dutzende Menschen im Iran vom Regime hingerichtet worden, darunter Personen, die aufgrund der Beteiligung an den landesweiten Protesten im Januar 2026 festgenommen wurden.

Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion in Hamburg Michael Gwosdz

Navid Zarrehbin Irani

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