Mohammad Najafi

In den vergangenen 15 Jahren wurde der Menschenrechtsverteidiger Mohammad Najafi im Iran neun Mal unter willkürlichen Vorwürfen angeklagt und wiederholt zu Gefängnisstrafen verurteilt. Am 12. April 2023 wurde er in einem neuen Fall zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt.

Menschenrechtsanwalt erneut zu 3 Jahren Haft verurteilt

Politischer Pate: Ehemaliger niedersächsischer Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Mohammad Najafi
Geburtsdatum: –

Festnahme: 24. April 2022

Inhaftiert in: Evin-Gefängnis in Teheran

Anklage: „Propaganda gegen das Regime“

Urteil: Drei Jahre Gefängnis

In den vergangenen 15 Jahren wurde der aus Arak stammende Menschenrechtsanwalt Mohammad Najafi im Iran neun Mal unter willkürlichen Vorwürfen angeklagt und wiederholt zu Gefängnisstrafen verurteilt.
Zuletzt hatte er während seiner Haft die Haftbedingung anderer Gefangener und die Ermordung eines Häftlings in Polizeigewahrsam nach den landesweiten Protesten 2022 scharf verurteilt. Dies hatte zur Folge, dass sein Verfahren erneut aufgenommen und er zweier neuer Straftaten beschuldigt wurde. Das Strafgerichts Arak verurteilte ihn letztlich wegen der „Verbreitung von Unwahrheiten“ und „Propaganda gegen das Regime“ zu drei Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe.

Im April 2025 wurde Mohammad Najafi von der ersten Instanz des Obersten Gerichtshof zu einem dauerhaften Verbot der Ausübung der Anwaltstätigkeit verurteilt. Das bedeutet, dass er nach seiner Freilassung nie mehr als Anwalt arbeiten darf.

Vergangene Verhaftungen
Der Anwalt und Menschenrechtsaktivist Mohammad Najafi wurde erstmalig im Jahr 2009 verhaftet, als er mit Millionen von Iranern während der Grünen Revolution protestierte. Viele Menschen fühlten sich zu dieser Zeit aufgrund der Wahlmanipulation betrogen. Später wurde er abermals von der Regierung überwacht, weil er sich gegen die Ermordung und Folter des Aktivisten Sattar Beheshti ausgesprochen hatte.
Im September 2018 wurde Mohammad Najafi erneut verhaftet, weil er mit Ali Bagheri, Kian Sadeghi, Behzad Ali Bakhshi und Abbas Safari über den verdächtigen Tod des Gefangenen Vahid Heydari ermittelte. Nachdem Najafi vom Geheimdienstministerium verhört wurde, wurde er in Einzelhaft gebracht. Jegliche Besuche von seiner Familie wurden ihm verweigert. Ihm wurde vorgeworfen an Protesten teilzunehmen, die öffentliche Ordnung zu stören, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, Lügen zu verbreiten und regierungsfeindliche Gruppen zu gründen oder ihnen anzugehören. Mohammad Najafi wies jedoch alle Vorwürfe zurück und teilte mit, dass die Vernehmungsbeamten der Revolutionsgarde ihm gedroht hätten, die Verhaftungen fortzusetzen, bis er tot sei.
Am 30. März 2020 wurde Mohammad Najafi aufgrund einer hohen Covid-19 Infektionsrate im Gefängnis kurzzeitig entlassen, musste aber am 10. Mai 2020 wieder ins Gefängnis zurückkehren. In der Zwischenzeit befand er sich aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung und der Ablehnung seiner Krankschreibung, im Hungerstreik. Am 14. Dezember 2021 wurde er ins Krankenhaus eingeliefert und beendete seinen Streik.

Verhaftung wegen Brief an Ali Khamenei
Im September 2018 veröffentlichte er einen Brief, in dem er sich an den obersten Führer Ali Khamenei wandte und ihn kritisierte. Am 23. Oktober 2018 wurde er daraufhin verhaftet und am 12. Mai 2019 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Um gegen die Anklage und Verurteilung zu demonstrieren, trat er in einen Hungerstreik und weigerte sich, an vielen Gerichtssitzungen teilzunehmen. Auch Menschenrechtsanwälte wie Nasrin Sotudeh und Amir Salar Davoudi solidarisierten sich mit Mohammad Najafi und fordern seine Freilassung.

Stand: Juni 2025

So können Sie Mohammad helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden“

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Mohammad Najafi.

To

Mohammad Najafi

Evin Prison
Kachoui Alley
Tehran
Islamic Republic of Iran

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den Justizchef in Teheran, Gholamhossein Mohseni-Ejei. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Gefangenen:

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschafter: Herr Majid Nili Ahmadabadi
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
E-Mail: info@iranbotschaft.de

Iranischer Justizchef 
Chief Justice Gholamhossein Mohseni-Ejei
The judiciary
Valiasr Avenue, Pastor Avenue, In front of Jami police station
Tehran
Islamic Republic of Iran

Sehr geehrter Herr Botschafter,

ich schreibe Ihnen, um meine Besorgnis über die Berichte zu äußern, die ich über die Verhaftung von Mohammad Najafi erhalten habe. Der Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist wurde verhaftet, weil er die Rechte seiner Mandanten verteidigte und für die Einhaltung der Bürgerrechte eintrat. Er war bereits zuvor willkürlich inhaftiert und verurteilt worden, weil er protestiert und sich durch die Veröffentlichung von Briefen in den sozialen Medien direkt an Ali Khamenei gewandt hatte.

Während seiner Haft befand er sich mehrfach im Hungerstreik und sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich enorm. Während der landesweiten Proteste zeigte Mohammad Najafi seine Unterstützung für die Demonstranten, indem er vom Gefängnis aus eine Sprachnachricht an die Nation sandte. Dies hatte zur Folge, dass er wegen der angeblichen „Verbreitung von Unwahrheiten“ und „Propaganda gegen das Regime“ zu drei Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde.

Die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte beunruhigen mich sehr und lassen mich an der Rechtsstaatlichkeit des Gerichtsverfahrens zweifeln. Ich appelliere an Sie, Mohammad Najafi unverzüglich und ohne Auflagen freizulassen. Nach internationalen Rechtsstandards hat er in keiner Weise eine Straftat begangen.

Die Verhaftung von Mohammad Najafi ist willkürlich. Ich appelliere auch an Sie, die Bedingungen seiner Inhaftierung in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich bitte Sie aufrichtig, mir schriftlich mitzuteilen, welche Maßnahmen Sie ergriffen haben.

Mit größter Sorge bewegen mich die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften, die bei mir große Zweifel an der Rechtstaatlichkeit der Justizverfahren aufkommen lassen.

Mit Blick auf die Verurteilung von Mohammad Najafi erbitte ich ihre Rückmeldung, was Sie zur Aufklärung dieses Falls tun werden, und fordere die schnellstmögliche Freilassung. Bitte schützen Sie das Leben von Mohammad Najafi!

Hochachtungsvoll,

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