Mohammad Najafi

In den vergangenen 15 Jahren wurde der Menschenrechtsverteidiger Mohammad Najafi im Iran neun Mal unter willkürlichen Vorwürfen angeklagt und wiederholt zu Gefängnisstrafen verurteilt. Am 12. April 2023 wurde er in einem neuen Fall zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt.
Menschenrechtsanwalt erneut zu 3 Jahren Haft verurteilt
In den vergangenen 15 Jahren wurde der aus Arak stammende Menschenrechtsanwalt Mohammad Najafi im Iran neun Mal unter willkürlichen Vorwürfen angeklagt und wiederholt zu Gefängnisstrafen verurteilt.
Zuletzt hatte er während seiner Haft die Haftbedingung anderer Gefangener und die Ermordung eines Häftlings in Polizeigewahrsam nach den landesweiten Protesten 2022 scharf verurteilt. Dies hatte zur Folge, dass sein Verfahren erneut aufgenommen und er zweier neuer Straftaten beschuldigt wurde. Das Strafgerichts Arak verurteilte ihn letztlich wegen der „Verbreitung von Unwahrheiten“ und „Propaganda gegen das Regime“ zu drei Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe.
Im April 2025 wurde Mohammad Najafi von der ersten Instanz des Obersten Gerichtshof zu einem dauerhaften Verbot der Ausübung der Anwaltstätigkeit verurteilt. Das bedeutet, dass er nach seiner Freilassung nie mehr als Anwalt arbeiten darf.
Vergangene Verhaftungen
Der Anwalt und Menschenrechtsaktivist Mohammad Najafi wurde erstmalig im Jahr 2009 verhaftet, als er mit Millionen von Iranern während der Grünen Revolution protestierte. Viele Menschen fühlten sich zu dieser Zeit aufgrund der Wahlmanipulation betrogen. Später wurde er abermals von der Regierung überwacht, weil er sich gegen die Ermordung und Folter des Aktivisten Sattar Beheshti ausgesprochen hatte.
Im September 2018 wurde Mohammad Najafi erneut verhaftet, weil er mit Ali Bagheri, Kian Sadeghi, Behzad Ali Bakhshi und Abbas Safari über den verdächtigen Tod des Gefangenen Vahid Heydari ermittelte. Nachdem Najafi vom Geheimdienstministerium verhört wurde, wurde er in Einzelhaft gebracht. Jegliche Besuche von seiner Familie wurden ihm verweigert. Ihm wurde vorgeworfen an Protesten teilzunehmen, die öffentliche Ordnung zu stören, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, Lügen zu verbreiten und regierungsfeindliche Gruppen zu gründen oder ihnen anzugehören. Mohammad Najafi wies jedoch alle Vorwürfe zurück und teilte mit, dass die Vernehmungsbeamten der Revolutionsgarde ihm gedroht hätten, die Verhaftungen fortzusetzen, bis er tot sei.
Am 30. März 2020 wurde Mohammad Najafi aufgrund einer hohen Covid-19 Infektionsrate im Gefängnis kurzzeitig entlassen, musste aber am 10. Mai 2020 wieder ins Gefängnis zurückkehren. In der Zwischenzeit befand er sich aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung und der Ablehnung seiner Krankschreibung, im Hungerstreik. Am 14. Dezember 2021 wurde er ins Krankenhaus eingeliefert und beendete seinen Streik.
Verhaftung wegen Brief an Ali Khamenei
Im September 2018 veröffentlichte er einen Brief, in dem er sich an den obersten Führer Ali Khamenei wandte und ihn kritisierte. Am 23. Oktober 2018 wurde er daraufhin verhaftet und am 12. Mai 2019 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Um gegen die Anklage und Verurteilung zu demonstrieren, trat er in einen Hungerstreik und weigerte sich, an vielen Gerichtssitzungen teilzunehmen. Auch Menschenrechtsanwälte wie Nasrin Sotudeh und Amir Salar Davoudi solidarisierten sich mit Mohammad Najafi und fordern seine Freilassung.
Stand: Juni 2025



