Mykhailo Sorokin

Der Rentner Mykhailo wurde zu 6 Jahren Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, einen improvisierten Sprengsatz besessen zu haben. Mykhailo leidet unter mehreren gesundheitlichen Problemen, die sich während seiner Inhaftierung verschlechterten.

Wegen angeblichem Sprengsatzfund verurteilt

Mykhailo Sorokin (ru. Михаил Сорокин)
Geburtsdatum: 10. April 1955

Verschleppt seit: 2. Juni 2023

Letzter Aufenthaltsort: Stadt Dnipro

Unrechtmäßiges Urteil: 6 Jahre Haft

Mykhailo ist Rentner. Vor seiner Pensionierung hat er lange Zeit als Busfahrer gearbeitet.

Verschleppung
Am 28. Mai 2023 verließ Mykhailo die Ukraine in Richtung der besetzten Stadt Luhansk, in der er vor dem Krieg gelebt hatte. Seine Reise entsprang dem verständlichen Wunsch, nach seiner Wohnung zu sehen – er wollte sich vergewissern, dass sein Zuhause unbeschädigt und nicht während seiner Abwesenheit geplündert worden war. Da eine direkte Route von der Ukraine nach Luhansk unmöglich ist, führte sein Weg ihn über Polen, Belarus und die Russische Föderation – eine beschwerliche Reise, die die komplexen Realitäten der Region widerspiegelt.

Am 2. Juni 2023 wurde Mykhailo beim Überqueren der Grenze zwischen der Russischen Föderation und der Region Luhansk am Kontrollpunkt „Izwaryne“ von FSB-Beamten festgenommen.

In den folgenden Tagen wurden die Wohnungen von Mykhailo und seinen Verwandten durchsucht. Die FSB-Beamten berichteten, dass sie bei der Durchsuchung der Datscha von Mykhailo angeblich einen improvisierten Sprengsatz gefunden hätten.

Am 7. Juni 2024 wurde Mykhailo zu 6 Jahren Haft verurteilt. Er befindet sich derzeit in der Strafkolonie Nr. 5 in der Stadt Swerdlowsk (Region Luhansk).

Gesundheitszustand
Mykhailo leidet an Bluthochdruck 2. Grades, einer koronaren Herzkrankheit und einer Sehschwäche aufgrund von grauem Star. Es ist bekannt, dass er während seines Aufenthalts im Untersuchungsgefängnis aufgrund des hohen Blutdrucks mehrmals das Bewusstsein verlor. Derzeit ist bekannt, dass bei ihm auch ein Leistenbruch und Blutarmut festgestellt wurden.

Stand: Oktober 2024

So können Sie Mykhailo helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann. 

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Mykhailo Sorokin“ 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Mykhailo Sorokin (geb. 10. April 1955) aufmerksam zu machen, der am 2. Juni 2023 am Kontrollpunkt „Izwaryne“ unschuldig verschleppt und verhaftet wurde.

Mykhailo, ein pensionierter Obus-Fahrer, leidet an schweren gesundheitlichen Problemen, darunter Bluthochdruck und Herzkrankheit. Am 7. Juni 2024 wurde Mykhailo zu 6 Jahren Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, einen improvisierten Sprengsatz besessen zu haben. Er wird unter unmenschlichen Bedingungen in der Strafkolonie Nr. 5 in der Stadt Swerdlowsk (Region Luhansk) festgehalten, obwohl er unschuldig ist.

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Mykhailo Sorokin ist ein unschuldiger Zivilist, der ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden. 

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu seiner Familie und stellen einen Rechtsbeistand für ihn bereit.  

Hochachtungsvoll 

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