Tag der politischen Gefangenen in Russland

Anlässlich des Tags der politischen Gefangenen in Russland verurteilt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die Inhaftierung und Folter an ukrainischen und russischen Zivilisten und fordert die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen.
Tag der politischen Gefangenen in Russland
Tausende gefoltert und entmenschlicht
Elektroschocks, Vergewaltigung und grausame Folter an Tagesordnung
Frankfurt am Main / Moskau, 29. Oktober 2025 – In Russland werden Regime- und Kriegskritiker für Flugblätter, Social-Media-Posts oder symbolische Proteste kriminalisiert, gefoltert und für Jahre weggesperrt. Tausende ukrainische Zivilisten sind Opfer des russischen Staatsterrors, sie werden gefoltert und entmenschlicht. Anlässlich des Tags der politischen Gefangenen in Russland, der am 30. Oktober begangen wird, verurteilt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die Inhaftierung und Folter an ukrainischen und russischen Zivilisten und fordert die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen, sowie die Einstellung aller Kriegshandlungen.
“In russischen Gefängnissen werden ukrainische Zivilisten mit Elektroschocks gefoltert, sexuell missbraucht, ukrainische Tattoos werden ausgebrannt und Leichnamen werden Organe entnommen. Auch Regimekritiker in Russland sind Willkür und Folter ausgesetzt. Freiheit und Frieden unter Putin wird es weder für die Ukraine noch für Kritiker in Russland geben. Europa ist daher daran gehalten, mit Stärke und Entschiedenheit vorzugehen, denn nur diese Sprache versteht Putin”, so Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM.
Folter und Hinrichtung von ukrainischen Zivilisten
Zehntausende ukrainische Zivilisten sind in Gefängnissen im temporär besetzten Osten der Ukraine sowie in ganz Russland inhaftiert. Einem aktuellen IGFM-Bericht zufolge wurden 29 Gefängnisse, darunter die Untersuchungshaftanstalten in Donezk und Taganrog (südrussiche Hafenstadt) eindeutig als Foltergefängnisse identifiziert. Diese Haftorte verfügen über „gut ausgestattete Räume“ für Elektroschock-, Wasser-, Knebelungs- und Aufhängemechanismen. Dort werden Körperteile in Zangen festgeklemmt, Finger abgeschnitten, Scheinhinrichtungen inszeniert und Hinrichtungen durchgeführt. Sehr häufig kommt auch das „Brandmarken“ der Gefangenen vor, die proukrainische Tätowierungen haben. Leichname wurden ohne innere Organe zurückgebracht.
Putins Logik: Wer seine Gegner verteidigt, wird ausgeschaltet
Erst vor wenigen Tagen wurde die 18-jährige Straßenmusikerin Diana Loginowa (Künstlername: Naoko) in St. Petersburg festgenommen und zu 13 Tagen Arrest verurteilt, nachdem sie ein Lied gesungen hat, das zum Sturz Putins aufruft. Nach Verbüßung der Strafe droht ihr ein weiteres Gerichtsverfahren. Auch ehemalige Opfer des sowjetischen Staatsterrors werden verfolgt. So wurde der Dissident Aleksander Skobow, über den die IGFM bereits 1986 berichtete, zu 16 Jahren Haft verurteilt, weil er sich kritisch zum russischen Angriffskrieg äußerte.
Scheinprozesse: Wenn Kritik zur „Straftat“ wird
Journalisten, Menschenrechtsverteidiger und Anwälte stehen ebenso im Visier des russischen Repressionsapparats. So wurde Alexej Lipzer, Anwalt des verstorbenen Oppositionellen Nawalny, am 17. Januar 2025 zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt – offiziell wegen „Teilnahme an den Aktivitäten einer extremistischen Gemeinschaft. Die IGFM dokumentiert mehr als 130 junge Kriegsgegner, die wegen bloßer Meinungsäußerung oder symbolischer Protesthandlungen verhaftet und inhaftiert wurden. Dazu gehören Daria Kosyrewa (20), zu zwei Jahren und acht Monaten Haft für Kriegskritik verurteilt, Egor Balaseikin (16), sechs Jahre Haft für einen nicht gezündeten Molotowcocktail, und Arsenij Turbin (15), fünf Jahre wegen Flugblättern.






