Der Gefangene von Abakan

Bildunterschrift. Foto: Alexej Lipzer wurde in die über 4.300 Kilometer von Moskau entfernte Strafkolonie nach Abakan verlegt – ein Name, der unweigerlich an „Askaban“, das düstere Gefängnis aus der Harry-Potter-Literatur, erinnert. Dieses Wortspiel ist bewusst gewählt: In der Fiktion steht Askaban für Isolation, Angst und systematische Zermürbung. Die bildliche Anspielung unterstreicht die Monstrosität eines politischen Systems, das Rechtsanwälte kriminalisiert und damit die letzten Schutzmechanismen des Rechtsstaats gezielt zerstört. (Die Illustration wurde mithilfe von KI erstellt.)

Alexej Lipzer hinter Gittern vor Gericht. Foto Alexej: Alexandra Astakhova/Mediazone

IGFM: Kein Faschings-Scherz – Putins „Dementoren“ brachten jüngsten Nawalny Anwalt gerade nach „Askaban“

Zwei Jahre nach dem Tod von Nawalny: IGFM fordert Freilassung seiner Anwälte und Zugang zu unabhängiger medizinischer Versorgung

Frankfurt am Main, 12. Februar 2026 – Zwei Jahre nach dem qualvollen Tod des bekanntesten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny warnt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) vor der verschärften Repression gegen seine ehemaligen Anwälte. In den letzten beiden Monaten wurde der jüngste von ihnen, Alexej Lipzer, schwerkrank quer durch Sibirien getrieben. Pünktlich zum zweiten Todestag von Nawalny, wurde er nun in die über 4.300 km östlich von Moskau gelegene Strafkolonie nach „Abakan“ verbannt. Seine Familie bittet um Erbarmen.

Der heute 39-jährige Alexej Lipzer stammt aus einer renommierten Moskauer Familie von Menschenrechtsverteidigern. Im Oktober 2023 wurde er inhaftiert, seine Konten gesperrt, seine junge Familie entrechtet und zur Mittellosigkeit verdammt. Im Januar 2025 wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der zuvor völlig gesunde Lipzer erkrankte in der Untersuchungshaftanstalt Nr. 1 im moskaunahen Wladimir an lebensgefährlichem Bluthochdruck. Eine unabhängige ärztliche Überprüfung wird ihm verweigert. Die IGFM unterstützt den jüngsten offenen Appell von Alexejs Ehefrau Ljudmilla Lipzer in der „Nowaja Gazeta“, in dem sie bittet, Erbarmen mit ihrem Mann zu zeigen und ihn entsprechend der bestehenden Gesetzesordnung in die Nähe ihres Wohnortes Samara zu verlegen.

„Es ist die niedrigste Stufe der Menschenverachtung, wenn Verteidiger von politischen Gefangenen selbst zu politischen Opfern werden. Anwälte für ihre Arbeit zu verfolgen ist die perfideste Art, den Rechtsstaat zu zerstören, weil damit nicht nur einzelne Menschen gebrochen, sondern die letzten Schutzmechanismen gegen Willkür gezielt ausgeschaltet werden. Wer Anwälte kriminalisiert, will Gerechtigkeit unmöglich machen. Alexej Lipzer sitzt nicht im Gefängnis, weil er ein Verbrechen begangen hat, sondern weil er seinen Job gemacht hat – seine sofortige Freilassung ist überfällig,“

teilt der aus Russland stammende deutsche EU-Abgeordnete Dr. Sergey Lagodinsky mit, der sich als politischer Pate für die Freilassung von Alexej Lipzer einsetzt.

Generalvollmacht durch Anti-Terror-Gesetze
Putin hat mit seinen Anti-Terror-Gesetzen und der Einstufung von Nawalnys „Antikorruptions-Fond“ als „terroristische“ Vereinigung Ende 2024, eine Generalvollmacht geschaffen. So muss in Russland heute jeder ab dem 14. Lebensjahr, der auch nur im Mindesten verdächtigt wird, eine „terroristische“ Vereinigung zu unterstützen, mit Enteignung, Freiheitsentzug und Folter rechnen. Als „terroristisches“ Verbrechen kann auch das Niederlegen von Blumen an Nawalnys Todestag geahndet werden, berichtet die IGFM.

Karte mit der Entfernung von über 4.300 Kilometern zwischen Moskau und Abakan – sie verdeutlicht die extreme geografische Isolation des inhaftierten Anwalts Alexej Lipzer.

Verbannung als symbolische Strafe für alle Gegner Putins

Alexej Lipzer wurde ebenso der letzte Abschied von seiner Mutter verwehrt, die am 11. September letzten Jahres in Moskau zu Grabe getragen wurde. Jelena Lipzer, eine bekannte Moskauer Menschenrechtsanwältin, war im Alter von 58 Jahren unerwartet verstorben.

Dennoch bekannte sich Lipzer im Gegensatz zu Igor Sergunin weiterhin nicht schuldig, behielt tapfer Rückgrat. Und gerade deshalb wurde Lipzer nun im vergangenen Dezember in einen außerordentlichen Gefangentransport quer durch Sibirien, ins über 4.300 km von Moskau entfernte Abakan verbannt, so konstatiert die IGFM. Als deutliche Warnung davor, was mit standhaften Unterstützern von Putins größtem Rivalen geschieht. Nach Angaben seiner Familie wurde der Schwerkranke bei winterlichen Extrembedingungen über einen Monat durch mindestens sechs Transitgefängnisse verlegt: „Wie ein angeschossenes Wildtier hat man ihn quer durch Sibirien gejagt!“

Neben der gesundheitlichen Gefährdung wird damit auch weiterhin der Kontakt zu seiner Familie systematisch unterbunden, wenngleich es grundsätzlich nach russischem Gesetz die Regelung (Art. 73 StGB RF) gibt, dass Gefangene in der Nähe ihrer Angehörigen untergebracht werden sollen und sie regelmäßigen Kontakt mit ihnen haben dürfen – seine vierjährige Tochter hat ihren Vater zuletzt im Oktober 2023 gesehen.

Die IGFM steht in direktem Kontakt zu seiner Familie und hat diese wiederholt humanitär unterstützt. Die Organisation bewertet die Verfahren gegen Lipzer und seine Kollegen als politisch motiviert und als Teil einer gezielten Einschüchterungskampagne gegen die gesamte russische Anwaltschaft. Ziel sei es, politische Gefangene vollständig zu isolieren und jede rechtsstaatliche Verteidigung unmöglich zu machen. Putin beweise einmal mehr, dass seine Rache auch nach dem mutmaßlichen Folter-Mord an Nawalny keine Ruhe findet.

Sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen

Die IGFM appelliert an die Bundesregierung, die Europäische Union und internationale Institutionen, sich verstärkt für die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen in Russland einzusetzen. Auch müsse der Zugang zu unabhängigen Ärzten sowie eine angemessene medizinische Versorgung gewährleistet werden und die konstruierten und politisch motivierten Strafverfahren gegen Anwälte und Menschenrechtsverteidiger fallen gelassen werden. Ebenso sei eine internationale Kontrolle der Haftbedingungen in russischen Strafkolonien notwendig, fordert die Menschenrechtsorganisation.

Zudem fordert die IGFM eine Ausweitung gezielter Sanktionen gegen jene Verantwortlichen, die an politisch motivierten Verfolgungen beteiligt sind. Der Tod Alexej Nawalnys darf nicht das Ende der Aufmerksamkeit bedeuten. Wer ihn verteidigt hat, darf nicht in Vergessenheit geraten.

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In diesem Video zeigt das Team des ermordeten Putin-Gegners Nawalny wie ein Tag im Leben des Putin-Gegners Nawalny aussah. Wir haben das Video auf Deutsch untertitelt. Der Tod von Alexej Nawalny ist ein Märtyrer-Tod für die Freiheit des russischen Volkes und gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Unzählige Inhaftierungen, einen Giftmordanschlag, jahrelange Folter in russischem Kerker bis zu der letztlichen Tötung. Die russischen Behörden versuchten nach dem Tod Nawalnys, Trauerbekundungen der Menschen zu unterbinden.

Iran’s police chief announced the arrest of at least 1,800 people in recent months over alleged links to opposition groups, online activities, and protests.
Read more in HRANA’s report:
https://ow.ly/H62U50YMq4E

„Im russisch besetzten Süden der Ukraine entfaltet sich derzeit eine weitgehend unbeachtete humanitäre Katastrophe – in der Region Cherson, insbesondere in Oleschky und am linken Ufer von Cherson. Dort sitzen Zivilisten unter einer Art Belagerung durch Drohnen fest, ohne Nahrung,

In ihrem Grußwort an die IGFM betonte Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann @strackzimmermann, Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung, die enge Verbindung von Sicherheit und Menschenrechten sowie die wachsenden globalen Herausforderungen durch Kriege und

Diese jungen Frauen sind in Gefahr, jederzeit von den Behörden der Islamischen Republik #Iran hingerichtet zu werden.

Lasst uns ihre Stimme sein. Wiederholen wir ihre Namen, schreiben wir über sie, teilen wir ihre Geschichten und fordern wir Menschenrechtsorganisationen sowie

Vollständiger Bericht über systematische Menschenrechtsverletzungen im #Iran (Januar 2026), vorgetragen von @RamandiHaleh auf der Jahrestagung der IGFM in Bonn.
https://www.igfm.de/iran-bericht-special-15-april-2026/

Nooshafarin, die 19-jährige Tochter von Afsaneh Mohammadalizadeh, einer der Todesopfer der Proteste im Januar, schildert, wie ihre Mutter von den Sicherheitskräften der Islamischen Republik getötet wurde, und sagt: Seid unsere Stimme; lasst nicht zu, dass die Namen vergessen

Twitter feed video.

Die IGFM-Jahreskonferenz 2026 – Stimmen für Menschenrechte

Auf unserer diesjährigen Jahreskonferenz kamen Menschenrechtler, Politiker, Experten und engagierte Stimmen aus aller Welt zusammen, um über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven im Einsatz für Freiheit und

Das #GULAG-Museum in Moskau wurde kürzlich von den Behörden geschlossen. Zudem wurde „#Memorial“ – eine bereits 1989 gegründete historische, aufklärerische, menschenrechtliche und wohltätige Organisation, deren Ziel die Aufarbeitung politischer Repressionen in der #UdSSR und der

Fars News just dropped the footage:

Armed Iranian women and young girls marching through Tehran streets, rifles in hand, captioned:

“Women and girls ready to sacrifice their lives have entered the battle.”

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Europa spielte weder bei der Herbeiführung des Waffenstillstands noch bei der Öffnung der Straße von Hormus eine Rolle.

Die Wiederaufnahme der Schifffahrtsrouten ist wichtig, doch vorübergehend freie Fahrt darf nicht mit Stabilität verwechselt werden.

@Keir_Starmer spricht von

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Beim Runden Tisch im Rathaus Gießen machten Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft auf das Schicksal verschleppter ukrainischer Zivilisten aufmerksam. Mehrere politische Entscheidungsträger haben bereits Patenschaften übernommen und setzen sich für deren Freilassung ein.

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