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Tödlicher Stellen-Schwarzmarkt

Die Soldaten aus Peru

Hunderte peruanische Staatsbürger sollen mit falschen Stellenangeboten nach Russland gelockt und dort zum Dienst in den russischen Streitkräften gedrängt oder gezwungen worden sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert eine umfassende Aufklärung der mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerke und den Schutz der Betroffenen. Bilder: privat

Peru/Russland: Tödlicher Stellen-Schwarzmarkt

Aufdeckung der illegalen Rekrutierungsnetzwerke dringend erforderlich

Frankfurt am Main, 23. September 2026 – Nicht nur kubanische Söldner kämpfen auf Seiten Russlands gegen die Ukraine. Laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sind auch hunderte peruanische Staatsbürger Teil der russischen Okkupationsmacht. Sie werden mit falschen Stellenangeboten nach Russland gelockt und dort zum Beitritt zu den Streitkräften gedrängt oder gezwungen, wie die IGFM im direkten Austausch mit den Angehörigen erfahren hat. Die peruanische Regierung beziffert die aktuelle Zahl auf über 459 peruanische Staatsbürger, darunter 11 Tote, 114 Vermisste und 3 Personen, die von den ukrainischen Streitkräften gefangen genommen worden waren.

„Täuschung, Nötigung und die Ausnutzung wirtschaftlicher Notlagen zur Rekrutierung für Kriegszwecke stellen schwerwiegende Verletzungen der Menschenwürde dar und erfüllen je nach Einzelfall den Tatbestand des Menschenhandels oder der Zwangsarbeit,“ so Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM.

Täuschung und Zwang sind keine freiwillige Rekrutierung
Den Berichten zufolge wurden Betroffenen unter anderem gut bezahlte zivile Tätigkeiten etwa im Sicherheitsbereich, in der Logistik oder als Köche angeboten. Nach ihrer Ankunft in Russland sollen einige von ihnen mit Verträgen in russischer Sprache konfrontiert, unter Druck zur Unterschrift gebracht und anschließend für den Einsatz im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt worden sein. Angehörige berichten zudem von abgebrochenem Kontakt und vermissten Familienmitgliedern.

Peru muss Betroffene schützen und Rekrutierungsnetzwerke verfolgen
Die IGFM unterstützt die Initiative des peruanischen Staates nachdrücklich und appelliert an die peruanische Regierung, die Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerke zu verstärken und die betroffenen Familien zu unterstützen.

Die Menschenrechtsorganisation fordert zudem die russischen Behörden auf, unverzüglich, umfassend und nachprüfbar über den Verbleib, den Gesundheitszustand und die rechtliche Situation der betroffenen Personen zu berichten. Ebenso müsse ihre Unversehrtheit, die Kommunikation mit ihren Familien und der Zugang zu konsularischer Unterstützung gewährleistet werden, damit ihnen eine sichere Rückkehr möglich ist.

Am 30. September wird die IGFM gemeinsam mit peruanischen Angehörigen über die aktuelle Situation berichten.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

2109, 2026

Kuba: Roilán Álvarez Rensoler in Haft misshandelt

48 Tage Hungerstreik, schwere gesundheitliche Folgen und wiederholte Misshandlungen: Der kubanische Menschenrechtsaktivist Roilán Álvarez Rensoler sitzt seit Januar 2026 in Haft. Er soll ein regimekritisches Plakat angebracht haben. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von ihm und von mehr als 1.200 weiteren Menschen, die in Kuba wegen ihres friedlichen Engagements verfolgt werden.

1709, 2026

Zersetzen, liquidieren, ausschalten – die Stasi-Methoden leben in Russland und anderen Staaten weiter

Ob Mielke, Putin oder Lukaschenko, die Methoden der DDR-Staatssicherheit leben in Russland und anderen Staaten weiter. Anlässlich der Erklärung der IGFM als Staatsfeind im September 1975 durch die Stasi berichtet die Menschenrechtsorganisation über die Fortführung der Stasi-Methoden und kritisiert Putin-Freunde und -Unterstützer hier in Deutschland.

1509, 2026

Kasachstan: Mansur Mowlajew unternimmt Suizidversuch

Der tschetschenische Aktivist Mansur Mowlajew hat am 15. September in einem Gefängnis in Almaty einen Suizidversuch unternommen. Er erhielt rechtzeitig medizinische Hilfe, sein Leben ist nicht mehr in Gefahr. In seinem Abschiedsbrief bat er darum, ihn in Kasachstan zu beerdigen und auch die Auslieferung der Aktivistin Julia Emelianova nach Russland zu verhindern. IGFM und Partner fordern Schutz statt Auslieferung.

709, 2026

Eva Bredow-Cordier übernimmt politische Patenschaft

Die Darmstädter Grünen-Fraktionsvorsitzende Eva Bredow-Cordier hat gemeinsam mit der IGFM die politische Patenschaft für die in Belarus verfolgten Frauen Neli Alfiorawa und Aliaksandra Pulinovich übernommen. Sie fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung und will mit der Patenschaft auf die brutale politische Repression und die systematischen Menschenrechtsverletzungen des Lukaschenko-Regimes aufmerksam machen.

709, 2026

Türk-Nachbaur übernimmt politische Patenschaft

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur hat die politische Patenschaft für sieben junge Männer übernommen, die nach Protesten in Isfahan festgenommen und zum Tode verurteilt wurden, und fordert ihre sofortige Freilassung sowie eine rechtsstaatliche Überprüfung der Vorwürfe. Die drohenden Hinrichtungen stehen im Zusammenhang mit der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran und dem Vorgehen der iranischen Justiz gegen zahlreiche Demonstrierende.

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