Vier Jahre Krieg

Die IGFM setzt sich in Kooperation mit der ukrainischen Sektion (IAC ISHR) solidarisch für Menschenrechte in der Ukraine ein. Dieser Rückblick zeichnet nach, wie die IGFM ihre langjährige Arbeit in der Ukraine seit Beginn des Krieges fortgesetzt und ausgeweitet hat – von humanitärer Hilfe und Dokumentation schwerer Menschenrechtsverletzungen bis zum Einsatz für verschleppte Zivilisten.

Vier Jahre Krieg – vier Jahre Solidarität

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EU muss sich auf dem eigenen Kontinent dem „Ende der wertebasierten Weltordnung“ viel energischer entgegenstellen.

Veröffentlicht am 30. Januar 2026

Jeder versteht, dass das Zeiten-Wendemanöver der EU nicht so schnittig erfolgen kann, wie das einer Ein-Mann-Herrschaft nur eines Landes. Doch dass nach vier Jahren, im größten Land Europas, die russische Armee weiterhin Tag für Tag mordet, terrorisiert und foltert, das ist ein Armutszeugnis für die EU. Mehr noch, so war das letzte Jahr laut aktuellem UN-Bericht, das „tödlichste“ Jahr für Zivilisten seit Kriegsbeginn.

Während sich im Weltenäther die schlechten Nachrichten überschlagen, scheint dabei das Wort „Menschenrechte“ verschluckt, um als „Ende der wertebasierten Weltordnung“ wieder nach oben zu dringen. Die EU darf nicht auf das Ende der wertebasierten Weltordnung zusteuern und muss sich diesem, gerade auf dem eigenen Kontinent, viel energischer entgegenstellen.

Am 24. Februar 2022 hatte Putin das moderne Europa des 21. Jahrhunderts mit einem Schlag über Nacht zurück in eine neue Weltordnung katapultiert. 

44 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer aus dem Schlaf herausgebombt, ein Viertel der Gesamtbevölkerung in die Flucht gezwungen und damit die größte Flüchtlingsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Ein Angriffskrieg, der dort, wo russische Soldaten ukrainischen Boden berührten, vom ersten Tag an von Kriegsverbrechen und Gräueltaten beherrscht wurde.

20 Prozent der Landesfläche, ein Gebiet größer als Ungarn, mit zuvor etwa acht Millionen Einwohnern, hält Russland nicht nur besetzt, sondern inkorporiert und zwangsrussifiziert es unter rigidem Terror. Der absolute Großteil der Einwohner war zu Beginn des russischen Großangriffs vor „seinem Befreier“ geflohen. 20 000 ukrainische Kinder wurden von der russischen Armee verschleppt, sie werden längst zu russischen Patrioten gezüchtigt. 16 000 ukrainische Zivilisten wurden ebenso verschleppt. Die UN hat die systematische Folter der Verschleppten und Kriegsgefangenen eindeutig festgestellt und das in einem Ausmaß, das selbst die jahrzehntelange UN Sonderbeauftragte für Folter noch nie erlebt hatte. Russland verweigert nicht nur jegliche Information zu den Verschleppten und Kriegsgefangenen, sondern auch jeglichen Zutritt zu den Gefangenenlagern, nicht einmal für das Internationale Rote Kreuz.

Dass diese katastrophale Menschenrechtslage in den russisch besetzten Gebieten in der Öffentlichkeit der EU-Länder so wenig bekannt ist, auch das gehört in das Armutszeugnis der EU.

Seit vier Jahren wird die Ukraine nun gnadenlos bombardiert, Tag für Tag und vor allem Nacht für Nacht. Im derzeit kältesten Winter seit Beginn des russischen Großangriffs gelten die russischen Bomben wieder vor allem der ukrainischen Infrastruktur. Seit Monaten ist es in den Wohnungen so bitterkalt, dass die Rohre einfrieren, die Menschen sich kilometerweit durch Schnee und Eis graben müssen, um einen Platz zum Aufwärmen aufzusuchen und ihren Kindern eine warme Mahlzeit geben zu können. Nacht für Nacht heißt es: Raus aus den Betten durch Eiseskälte und mit den bibbernden Kindern in den Schutzbunker. Traumatisiert, voller Angst, ohne Schlaf und Ruhe, die meiste Zeit ohne Heizung und Strom, oft selbst ohne fließend Wasser. Auf den knietief verschneiten ukrainischen Friedhöfen zersplittern die Fahnenmeere der Hunderttausend Kriegstoten im klirrenden Wind.

Wer als Ukraine-Freund heute darüber nicht den Verstand verliert, der hat keinen.

Wer in der Ukraine heute nicht völlig zermürbt ist, der ist tot.

Ein Rückblick der IGFM auf die vergangenen vier Jahre Arbeit in der Ukraine:

Bilder, die vor vier Jahren niemand auch nur anzudenken vermochte.

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Noch am 23. Februar 2022, einen Tag vor Kriegsbeginn, schien für die Meisten von uns ein Vollangriff auf die Ukraine undenkbar, so auch in unserem damaligen IGFM-Bericht „Im Osten ist der Teufel los“:

 „Ein Einmarsch in die Ukraine, ein Land von der Größe Frankreichs mit 44 Millionen Menschen, die sicher nicht mit flatternden russischen Fähnchen winkend Spalier stehen werden, würde Bilder in die Welt setzen, die niemand nur anzudenken vermag und den Falschspieler als Kriegsverbrecher für den Rest seiner Tage hinter Gitter bringen können…“ 

Größte Flüchtlingsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg

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Putins Großangriff hatte über Nacht mit etwa 14 Millionen Menschen die „größte Flüchtlingsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg“ ausgelöst. 44 Millionen Menschen wurden inmitten Europas in den frühen Morgenstunden aus ihren Betten herausbombardiert und vor die Unfassbarkeit eines Krieges im 21. Jahrhundert gestellt.

IGFM/KHPG Projekt Stimmen des Krieges

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Es sind mechanische Handlungen die einsetzten, Suche nach den Lieben, Suche nach Nachrichten und Anweisungen, Suche nach sicheren Orten. Packen der wichtigsten Sachen. Abschied von allem Vertrauten, Flucht ins Ungewisse. Wie die Ukrainerinnen und Ukrainer diesen Tag erlebt haben, das hat die IGFM über ein Jahr lang stetig in den „Stimmen der Krieges“ für Sie ins Deutsche übersetzt. Denn diese Zäsur in der Menschheitsgeschichte des Europas im 21. Jahrhundert darf nie vergessen werden. Ein Projekt, das die Charkiwer Menschenrechtsgruppe (KHPG) unter Leitung eines IGFM Mitglieds der Gründerzeiten, Jevhen Sacharow, ins Leben gerufen hatte.  Im Juni 2024 wurde die IGFM Partnerorganisation mit dem Lew Kopelew Preis ausgezeichnet.

Stimmen des Krieges, die nie vergessen werden dürfen. 

Russische Kriegsgräuel von Anfang an

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Die zuvor undenkbaren Schreckens-Bilder durchdrangen uns schon gleich zu Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine. So hieß es auch in der Rede des Altbundespräsidenten Joachim Gauck auf unserer 50. Jahreshauptversammlung am 9. April 2022:

„Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen mörderischen Angriffskrieg gegen einen friedlichen, demokratischen Staat an der Grenze zur Europäischen Union. Seit nun über sechs Wochen werden ukrainische Städte bombardiert, und zum Teil dem Erdboden gleich gemacht. Vom ersten Tag an richtete  sich Putins Terror unterschiedslos gegen Frauen und  Kinder, Soldaten und Zivilisten, die getötet, verwundet, vertrieben und verschleppt werden. Und wenn es noch einen letzten Funken Hoffnung gab, dass es in diesem Krieg zwischen den „Brudervölkern“ nicht schon wieder zu schrecklichen Verbrechen kommt, dann ist dieser Funken seit dem letzten Wochenende, an dem uns die Bilder aus Butscha und vielen anderen Orten im Norden von Kiew erreicht haben, endgültig verloschen. Schon wieder erstarren wir vor dem Anblick von hingerichteten Frauen und Männern, Leiche neben Leiche am Wegesrand, ganze Familien ausgelöscht und verscharrt.“…

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Altbundespräsident Joachim Gauck auf der Jahreshauptversammlung der IGFM im Jahr 2022

Leichen übersäten auch die Straßen der ukrainischen Schwarzmeermetropole Mariupol mit fast einem Zehntel der ukrainischen Gesamtbevölkerung. Die „Hölle von Mariupol“ hat Michael Leh, Journalist und Vorstandsmitglied der IGFM im Interview mit der Sanitäterin Kateryna Sukhomlynova festgehalten. Mehr als ein Dutzend mobiler russischer Krematorien kamen nicht hinterher die Beweise ihrer Kriegsgräuel zu vernichten. Die ganze Stadt wurde dem Erdboden gleichgemacht.

HUMANITÄRE HILFE

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Für über eine halbe Million notleidende Kinder, Alte und Kranke leistete die IGFM humanitäre Ersthilfe. Es ist ein ganz außergewöhnliches Phänomen wie sich die Ukrainer dort, wo sie konnten, wo sie nicht von der russischen Armee übermannt wurden, in dieser katastrophalen Lage solidarisierten und stabilisierten. Wie sie sofort dort anpackten, wo es ihnen möglich war.

Auch das IGFM Team der Sektion Ukraine, das inmitten eines landesweites Projekts zur Unterstützung der EU Mitgliedschaft steckte, wurde in dieser Nacht in alle Richtungen zerrissen. An ihren Fluchtorten gingen sie zu den Nachbarn, brachten Bedürftigen etwas zu Essen und Trinkwasser. Binnen zwei Wochen konnten sie mit  Hilfe unserer deutschen Spender erste Nothilfe-Pakete in größerem Rahmen verteilen. In den ersten beiden Monaten bauten sie mit Spenden von über 200 000 Euro ein zuverlässiges Verteilungsnetz für Binnenflüchtlinge und Menschen in den frontnahen Gebieten auf.

Auch viele Hunderte Kriegsflüchtlinge in Polen, Litauen und Moldau wurden von unseren dortigen Sektionen mit Notpaketen an den Grenzen und in den Ländern versorgt. Zwei Jahre lang veröffentlichten wir wöchentliche Updates über die humanitäre Hilfe und die Schicksale der Bedürftigen. Unzählige Bilder und Geschichten, die sich in unser Gedächtnis eingebrannt haben.

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IGFM-Soforthilfe beginnt in der Nachbarschaft auf dem Land nach der Flucht aus Kyjiw

Während Europa über Helme, Zeitenwende, Sanktionspakete, die Gefahr der Ausweitung des Krieges diskutierte, stellte sich die ukrainische Gesellschaft in bewundernswerter Weise stark und solidarisch der neuen Kriegsrealität, wie das IGFM-Team im Kriegsgebiet berichtet: „Arbeiten, etwas für die Gesellschaft tun, das ist das Einzige, was uns jetzt hilft, nicht durchzudrehen“.

Dass die IGFM schon nach drei Monaten am 1. Juni als neue Partnerorganisation der humanitären Hilfe der UN (UHF) mit einem Hilfsprojekt im großen Rahmen Hilfe starten konnte, ist einem pausenlosen Einsatz unter enormen Kraftaufwand aller Teammitglieder zu verdanken. Bis März 2023 konnten wir alleine mit UN Mitteln von 1,3 Million US- Dollar eine halbe Million besonders Bedürftige mit Nothilfepaketen erreichen.

Ungeachtet des deutlichen Spendenrückgangs für die Ukraine können wir dank Ihrer Spenden und unserer so engagierten ehrenamtlichen Helfer, die humanitäre Hilfe stetig fortführen. Krankenwagen, medizinische Utensilien, Hygieneartikel, Lebensmittel oder Kinderspielzeug werden von unserem Kyjiwer Büro vor Ort besorgt.

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IGFM-Ukraine-Hilfe als UN Partner unter Leitung von A. Aleksejew übersteigt noch im ersten Kriegsjahr die Millionengrenze

Besonders hervorzuheben sind so unermüdliche Mitglieder und Freunde in Cottbus, die bis heute stetig dringende, vor allem medizinische Bedarfe, direkt ins Kriegsgebiet fahren. Lebensmittelpakete werden auch in der Frankfurter Geschäftsstelle von einer stets agilen 85jährigen ehrenamtlichen Mitarbeiterin gesammelt, verpackt und mit Unterstützung der Katastrophenhilfe des Bundes der freien evangelischen Gemeinden, in deren Lager in die Ukraine transferiert. Die aktivste Arbeitsgruppe der IGFM in Wittlich entsendet monatlich einen großen Hilfstransport in die 3 Lager der IGFM-Sektion in Litauen, wo die Hilfe auch ukrainischen Kriegsflüchtlingen zugutekommt sowie ein Teil von dort in die Ukraine gebracht wird.

Detaillierte Informationen zur humanitären Arbeit der IGFM,  finden Sie in unseren monatlichen Mitteilungsblatt „Für die Menschenrechte“.

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J. Leisenberg (zweiter von rechts) hat mit Hilfe der IGFM- Freunde in Cottbus seit Kriegsbeginn Hilfsmittel im Wert von etwa 1 Million Euro persönlich ins Kriegsgebiet gefahren. 

Hier liegt eine weitere Besonderheit der IGFM. Bei uns können Sie den Weg Ihrer Spende genau mitverfolgen oder Sie können selbst mit anpacken. Die IGFM ist wie eine große Familie.  Ohne  die Spenden unserer Mitglieder und Freunde, von Interessierten, ohne die wunderbare Leistung all der ehrenamtlichen Helfer, wäre unsere Arbeit nicht möglich.

16.000 VERSCHLEPPTE UKRAINISCHE ZIVILISTEN

In unserer Frankfurter Geschäftsstelle entwickelte sich alsbald ein weiteres Themenfeld der russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine: Verschleppte Zivilisten. Die Schwester des 30jährigen promovierten technischen Ingenieurs Kostyantyn Litvinov hatte sich hilfesuchend an uns gewendet. Ihr Bruder, der Zivilist und nicht im Militärdienst sei, sei von russischen Soldaten gleich zu Kriegsbeginn festgenommen worden und seither habe man keinerlei Nachricht von ihm.

Mit ihm schlossen wir in unser Patenschaftsprogramm für politische Gefangene erstmals einen verschleppten Zivilisten ein. Die hessische Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer übernahm seine Patenschaft und appellierte hartnäckig für seine Freilassung, unter anderem mit Schreiben an die russische Regierung oder die russische Menschenrechtsbeauftragte.

Als Kostyantyn dann –nach fast zwei Jahren in russischer Gefangenschaft- tatsächlich als einer der wenigen Zivilisten Anfang Januar 2024 innerhalb eines Gefangenaustauschs -der in der Regel nur für Soldaten gilt- freikam, war die Freude unbeschreiblich.

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M. Feldmayer (MdL, Die GRÜNEN) übernimmt erste IGFM-Patenschaft für ukrainischen verschleppten Zivilisten

Doch erst danach offenbarte sich für die IGFM das katastrophale Ausmaß dieses Phänomens. Unser Erfolg hatte sich unter den Betroffenen, deren Angehörige ebenfalls von der russischen Armee verschleppt wurden, wie ein Lauffeuer herumgesprochen und wir erhielten eine Flut von herzzerreißenden Schicksalsberichten der Angehörigen.

Über Hundert dieser Berichte haben wir für Sie auf Deutsch übersetzt: Verschleppte ukrainische Zivilisten | IGFM Sie stehen für die Schicksale von etwa 16 000 von der russischen Armee verschleppten Zivilisten, über die Russland zum Großteil keinerlei Auskunft gibt und die selbst nach offiziellen Aussagen der UN unmenschlichen Bedingungen unterliegen und systematisch gefoltert werden. Auch alle Untersuchungen der IGFM bestätigen das.

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Von Russland verschleppte Zivilisten sind in der Regel nicht Teil der Gefangenen-Austausche

Wie unbekannt dieses russische Kriegsverbrechen über deren Grenzen hinaus ist, zeigte sich an der IGFM-Pressekonferenz, die wir Anfang September 2024 gemeinsam mit dem ukrainischen Verein „Zivilisten in Gefangenschaft“ (ГО „Цивільні в полоні“) in Frankfurt abhielten. Die Nachricht über diese große Anzahl an verschleppten Zivilisten wurde von zahlreichen großen Medien aufgenommen und erreichte so Dutzende Million Menschen in Deutschland.

Selbst unter Ukraine-Kennern war vielen das Thema in diesem Ausmaß nicht bekannt, unser Pitch dazu (2025) mit Liusiena Zinkovina, der jungen Ehefrau des verschleppten Zivilisten Kostyantyn Zinovkin, auf dem jährlichen Ukraine- Mega-Event der Konrad-Adenauer-Stiftung „Cafe Kyiv“ in Berlin, stieß auf großes Interesse.

Die IGFM Pressekonferenz gemeinsam mit «Zivilisten in Gefangenschaft» erzeugte breite Medienresonanz

Ihr Schicksalsbericht hat auch an der Jahreshauptversammlung der IGFM 2025 alle Teilnehmer sehr berührt, der Abgeordnete des Europäische Parlaments und IGFM Mitglied Michael Gahler, erklärte sich unmittelbar daraufhin zur Übernahme der IGFM-Patenschaft bereit. Kurze Zeit später appellierte er in seiner Rede vor dem Europäischen Parlament an Putin:

Noch weniger Aufmerksamkeit gilt den willkürlich verhafteten Zivilisten in der russisch besetzten Zone der Ukraine. Am besten macht man das an einem Beispiel deutlich. Ich erwähne hier das Schicksal von Konstantin Sinowkin aus Melitopol, der am 12. Mai 2023 unter dem Vorwand der Verletzung der Ausgangssperre verhaftet wurde. Am 04. Juni 2023 wurde der Familie mitgeteilt, er habe gestanden, einen Mann in die Luft sprengen zu wollen. Am 29. Oktober 2023 wurde er im russischen Fernsehen vorgeführt. Mehrere Gerichtsverhandlungen fanden in diesem Frühjahr in Rostow statt. Er muss, weil er unschuldig ist, wie Tausende andere, freigelassen werden.

Lassen Sie diese Menschen frei, Herr Putin.!

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Michael Gahler, MdEP, wendet sich im EU-Parlament direkt an Putin

IGFM AKTIV AN DER SEITE DER OPFER

Doch die IGFM wäre nicht die IGFM, wenn sie es bei dieser Arbeit an „oberster Stelle“ belassen würde, die IGFM ist immer auch ein Ansprechpartner und humanitärer Helfer für die Opfer diktatorischer Gewalt.

So führen wir bspw. gemeinsam mit der renommierten NGO „Libereco“ Schreibworkshops für Postkartenaktionen an verschleppte ukrainische Zivilisten, deren Haftort bekannt ist, durch. Denn tatsächlich erreichen einige Postkarten die Gefangenen und geben ihnen ein Licht in der Dunkelheit.

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IGFM-Schreibworkshop in der Frankfurter Geschäftsstelle gemeinsam mit Libereco

Licht in die Dunkelheit konnten wir 2024 ebenso in das Leben von weiblichen Binnenflüchtlingen in der Ukraine bringen.

Gemeinsam mit unserer Sektion in der Ukraine und Unterstützung des deutschen Auswärtigen Amtes führten wir ein Projekt zur Medienakteurinnen-Fortbildung durch. Das Programm richtete sich an binnenvertriebene Frauen, die sich für Menschenrechte engagieren und soziale Medien aktiv nutzen. In Schulungen zur Menschenrechtsbildung, zum professionellen Management von Social-Media-Inhalten sowie zum Aufbau nachhaltiger Netzwerke erwarben die Teilnehmerinnen praxisnahe Kompetenzen. Eine Kandidatin konnten wir in unser Frankfurter Praktikanten-Programm der PR-Arbeit aufnehmen.

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IGFM-Projekt für Binnenvertriebene, unterstützt vom Auswärtigen Amt

Aktiv beteiligt sich das ganze IGFM Team der deutschen Geschäftsstelle stets an Anti-Kriegskundgebungen und Veranstaltungen, so auch an der beeindruckenden Großkundgebung des ukrainischen Koordinationszentrums (UCC) anlässlich des dritten Kriegsjahres auf dem Frankfurter Römer, auf dem wir als Podiumssprecher den Tausenden ukrainischen Kriegsflüchtlingen Zuspruch geben konnten.

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IGFM als Podiumssprecher auf der Großveranstaltung des UCC

IGFM ALS FUNDIERTER INFORMATIONSVERMITTLER

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Seit Beginn des russischen Angriffskriegs dokumentiert die IGFM systematische Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen in der Ukraine und macht sie international sichtbar.

20 000 ukrainische Kinder nach Russland zur Russifizierung deportiert. 

Zu den ersten russischen Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit, ist auch ein ganz eigener Bereich hervorzuheben. Vor allem aus den Wirren der Kampfgebiete in den heute temporär russisch besetzten Gebieten im Osten der Ukraine, wurden ukrainische Kinder nach Russland deportiert. Es ist das Kriegsverbrechen, dessen der russische Präsident Vladimir Putin am 17. März 2023 wegen begründeten Verdachts vom Internationalen Strafgerichtshof als mutmaßlicher Kriegsverbrecher persönlich angeklagt wurde und seither ein Haftbefehl gegen ihn aussteht. Über den Verbleib dieser etwa 20 000 Kinder erteilt Russland bis heute keine Auskunft.

Neue russische Pässe und rigide Russifizierung dieser Kinder erschweren deren Auffindbarkeit. Dem Programm der amerikanischen Yale Universität, das mit modernster Satellitentechnik die Aufenthaltsorte dieser Kinder identifizierte und die Daten hierzu verarbeitete, wurden letztes Jahr im März 2025 alle Mittel gestrichen.

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20.000 von Russland deportierte ukrainische Kinder dürfen nicht zur Verhandlungsmasse werden

Kriegsverbrechen in den russisch besetzten Gebieten

Eine weitere Säule unserer Arbeit ist die Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen, die Erstellung und Verbreitung von fundierten Dokumentationen. Mit der Veröffentlichung unserer dreisprachigen Dokumentation zur Menschenrechtslage in der Blackbox der russisch besetzten Gebiete in der Ukraine, konnten wir im September 2025 einen bedeutenden Beitrag zur Aufklärung über die unzähligen systematischen Kriegsverbrechen des russischen Terror-Regimes leisten.

Bei der Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Publikation sprach Valerio Krüger (IGFM) mit Liusiena Zinovkina (Menschenrechtsaktivistin), Dr. Manfred Sapper (Chefredakteur von „Osteuropa“, Politikwissenschaftler) und Ukraine-Experte Dr. Andreas Umland (Analyst am SCEEUS).

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In einer Pressekonferenz berichtet die IGFM gemeinsam mit Experten und Betroffenen über die prekäre Situation in den von Russland besetzten Gebieten. 

Die Dokumentation war ebenso ein Fokus auf unserem Stand an der fünftägigen Frankfurter Buchmesse im Folgemonat mit weit über 200.000 Besuchern.

… in den russisch besetzten Gebieten, wo kein russisches Dauerbombardement stattfindet, eröffnet sich ein klarer Einblick in die faschistoide Diktatur, der die genozidale Ukrainepolitik der Russischen Föderation beschreibt

Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestages und langjähriger Teilnehmer des IGFM-Patenschaftsprogramms für politische Gefangene, nahm sich für eine persönliche Stippvisite am IGFM-Stand Zeit und erklärte die Bereitschaft eine neue Patenschaft für einen ukrainischen verschleppten Zivilisten zu übernehmen.

Die Frankfurter Buchmesse war für uns eine wichtige Plattform, um auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen und neue Bekanntschaften zu knüpfen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und auf die nächste Buchmesse!  

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Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestages, Die GRÜNEN, besucht IGFM-Stand auf der Buchmesse

Fair-Trial Monitoring in der Ukraine

Umgekehrt ist in der Ukraine möglich, was in Russland undenkbar wäre: Unser Team kann großrahmig an der rechtsstaatlichen Stärkung des Landes und damit der Unterstützung eines zukünftigen EU Beitritts teilnehmen. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit/BMZ, konnten wir im November 2025 ein „Fair-Trial-Monitoring“ Projekt vor dem Obersten Antikorruptionsgericht starten. „Fair-Trial-Monitoring“ bedeutet Gerichtsverfahren auf die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien nach EU Rechtsstandard zu beobachten. In dieses Projekt sind drei große Kyjiwer (Kiewer) Universitäten mit 250 Jura-Studierenden eingebunden. Insgesamt werden 120 Gerichtsverfahren im Obersten Antikorruptionsgericht begleitet und fachlich ausgewertet.

Diese professionelle Arbeit unseres ukrainischen Experten-Teams, fand schnell auch die Anerkennung des Menschenrechtsbeauftragten der Ukraine, Dymytro Lubinez, der im Dezember 2024 ein Memorandum mit der IGFM Ukraine zur Fair-Trial- Monitoring Ausbildung seines Personals in den Regionen abschloss.

Zu den Zuständigkeiten von Lubinez, der seit Sommer 2022 im Amt ist, gehören auch die Verhandlungsführungen mit Russland für ukrainische Kriegsgefangene und Verschleppte. Als erfolgreicher Verhandlungsführer im Hintergrund hat er sich große Anerkennung erarbeitet. In der Ukraine gilt er als „der Mann, der die Ukrainer nach Hause holt“.

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Dymytro Lubinez, Ombudsmann der Ukraine (r.) und Anton Aleksejew, Sektionsleiter IGFM-Ukraine unterzeichnen gemeinsames Memorandum

Kommende IGFM-Jahreshauptversammlung am 11. April 2026

Vor diesem Hintergrund liegt ein Fokus unserer IGFM Arbeit seit Kriegsbeginn auf der Ukraine, was sich ebenso in den letzten vier  Jahreshauptversammlungen  widerspiegelt. So freuen wir uns in diesem Jahr am 11. April 2026 auf den deutschen Gastredner zum Thema Ukraine: den Bundestagsabgeordneten und dem IGFM-Mitglied Roderich Kiesewetter.

Der erfahrene Außen- und Sicherheitspolitiker ist Obmann des Auswärtigen Ausschusses des Deutsches Bundesrats und Sprecher der Beirats der Bundesakademie für deutsche Sicherheitspolitik. Schon im Mai 2022 stattete er mit dem heutigen Bundeskanzler Friedrich Merz einen Delegationsbesuch in der Ukraine ab. Seit Kriegsbeginn steht Kiesewetter MdB CDU/CSU wie kein anderer deutscher Außenpolitiker mit klarer und konsequenter Haltung zur Ukraine.

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l. Roderich Kiesewetter, MdB in Delegation mit (heutigem) Bundeskanzler Friedrich Merz zu Besuch bei Präsident Selensky, Mai 2022

Aktuelle Beiträge zu Menschenrechten in der Ukraine

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