Aleh Khamenka

Der belarusische Musiker und Radiomoderator Aleh Khamenka wurde im Juni 2025 festgenommen. Grundlage des Strafverfahrens war seine langjährige Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Belarusischen Radio Racyja, das die belarusischen Behörden als „extremistische Vereinigung“ eingestuft haben. Im März 2026 wurde er zu drei Jahren Haft in einer Strafkolonie und einer hohen Geldstrafe verurteilt.
3 Jahre Haft wegen Arbeit in einem Radiosender
Aleh Khameka ist Musiker, Komponist und Kulturwissenschaftler und arbeitete außerdem als Hochschullehrer und Radiomoderator. 1992 gründete er die belarusische Folk-Rockband Palats. Die Band verbindet traditionelle belarusische Musik mit zeitgenössischen Elementen und nahm 2008 am belarusischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teil. Aleh trat darüber hinaus als Solokünstler auf und moderierte viele Jahre Musiksendungen für das unabhängige belarusische Radio Racyja. Er setzte sich damit für die Bewahrung und Verbreitung belarusischer Musik und Kultur ein.
Festnahme und Prozess
Aleh wurde am 25. Juni 2025 in Minsk festgenommen. Anschließend wurde ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Die Behörden warfen ihm vor, mit einem unabhängigen belarusischen Medium zusammengearbeitet zu haben, das im Januar 2024 als sogenannte „extremistische Vereinigung“ eingestuft worden war.
Der Prozess gegen Aleh begann am 19. Februar 2026 vor dem Stadtgericht Minsk. Im Rahmen des Verfahrens wurden Aufzeichnungen seiner Musiksendungen für das belarusische Radio Racyja untersucht. Seine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Sender bildete die Grundlage für die Anklage wegen angeblicher „Förderung extremistischer Aktivitäten“ nach Artikel 361-4 des belarusischen Strafgesetzbuches.
Am 4. März 2026 verurteilte das Stadtgericht Minsk Aleh zu drei Jahren Freiheitsentzug in einer Strafkolonie des allgemeinen Vollzugs. Zusätzlich wurde eine Geldstrafe von mehr als 20.000 belarusischen Rubel verhängt. Am 29. Mai 2026 nahmen die Behörden ihn außerdem in die staatliche Liste der an „extremissischen Aktivitäten“ beteiligten Personen auf. Anfang Juli 2026 wurde er in die Strafkolonie Nr. 17 in Schklou verlegt.
Stand: Juli 2026



