Aliaksandr Chumakou

Der belarusische Musiker und Instrumentenbauer Aliaksandr Chumakou wurde am 8. Dezember 2025 festgenommen. Die Behörden werfen ihm vor, der Kulturinitiative „Da Zorau“ anzugehören, die vom belarusischen KGB als „extremistische Vereinigung“ eingestuft wurde. Seit seiner Festnahme befindet er sich in Untersuchungshaft. Konkrete Anklagepunkte oder ein Urteil sind bislang nicht öffentlich bekannt.
Inhaftiert wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer Kunstinitiative
Aliaksandr, auch unter seinem Künstlernamen Ales Chumakou bekannt, ist Musiker, Sänger, Übersetzer und Instrumentenbauer. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem Bau und Spielweise der Gusli (Kastenzither). Aliaksandr ist Mitglied der belarusischen Mittelalter-Folk-Band Stary Olsa.
Gelegentlich tritt er allein mit einem Programm aus traditioneller belarusischer Musik und Volkstänzen auf. Darüber hinaus übersetzte Aliaksandr irische Heldenpoesie ins Belarusische. Mit der Gruppe Ceilidh Ceol sang er alte irische Lieder u.a. über Freiheit in belarusischer Sprache.
Festnahme und Prozess
Der Künstler wurde Anfang Dezember 2025 grundlos festgenommen. Am 17. Dezember wurde öffentlich bekannt, dass seine Festnahme mit einem Verfahren gegen die Kulturinitiative “Da Zorau” zusammenhängt. Der belarusische KGB hatte die Initiative zuvor als “extremistische Vereinigung” eingestuft und Aliaksandr zu deren angeblichen Mitgliedern gezählt.
Es ist derzeit nicht bekannt, welche konkreten Handlungen ihm vorgeworfen werden und auf welche Straftatbestände sich der Vorwurf stützt. Über einen Prozess oder mögliches Urteil liegen ebenfalls keine Informationen vor.
Aliaksandr wird weiterhin unrechtmäßig im Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Minsk festgehalten.
Anderes
Die Kulturinitiative “Da Zorau” informierte über kulturelle Veranstaltungen in Belarus, darunter Veranstaltungen staatlicher Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. Es gibt keine unabhängigen Belege für extremistische Aktivitäten der Initiative oder dass Aliaksandr an gewaltsamen Aktivitäten beteiligt war.
Freilassung
Am 16. September 2026 wurde Ales im Rahmen eines von John Coale, dem der seit November 2025 amtierenden Sonderbeauftragte der Vereinigten Staaten für Belarus, ermöglichten Austauschs freigelassen.
Stand: September 2026


