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Aliaksandr Chumakou

Der belarusische Musiker und Instrumentenbauer Aliaksandr Chumakou wurde am 8. Dezember 2025 festgenommen. Die Behörden werfen ihm vor, der Kulturinitiative „Da Zorau“ anzugehören, die vom belarusischen KGB als „extremistische Vereinigung“ eingestuft wurde. Seit seiner Festnahme befindet er sich in Untersuchungshaft. Konkrete Anklagepunkte oder ein Urteil sind bislang nicht öffentlich bekannt. 

Inhaftiert wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer Kunstinitiative

Aliaksandr Chumakou
Geburtsdatum: 14. Juni 1981

Festnahme: 8. Dezember 2025

Inhaftiert in: Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Minsk

Vorwurf: “Mitgliedschaft in einer extremistischen Initiative”

Urteil: nicht bekannt

Seit dem 16. September 2026 endlich wieder frei!

Aliaksandr, auch unter seinem Künstlernamen Ales Chumakou bekannt, ist Musiker, Sänger, Übersetzer und Instrumentenbauer. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem Bau und Spielweise der Gusli (Kastenzither). Aliaksandr ist Mitglied der belarusischen Mittelalter-Folk-Band Stary Olsa. 
Gelegentlich tritt er allein mit einem Programm aus traditioneller belarusischer Musik und Volkstänzen auf. Darüber hinaus übersetzte Aliaksandr irische Heldenpoesie ins Belarusische. Mit der Gruppe Ceilidh Ceol sang er alte irische Lieder u.a. über Freiheit in belarusischer Sprache.

Festnahme und Prozess

Der Künstler wurde Anfang Dezember 2025 grundlos festgenommen. Am 17. Dezember wurde öffentlich bekannt, dass seine Festnahme mit einem Verfahren gegen die Kulturinitiative “Da Zorau” zusammenhängt. Der belarusische KGB hatte die Initiative zuvor als “extremistische Vereinigung” eingestuft und Aliaksandr zu deren angeblichen Mitgliedern gezählt.

Es ist derzeit nicht bekannt, welche konkreten Handlungen ihm vorgeworfen werden und auf welche Straftatbestände sich der Vorwurf stützt. Über einen Prozess oder mögliches Urteil liegen ebenfalls keine Informationen vor.

Aliaksandr wird weiterhin unrechtmäßig im Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Minsk festgehalten.

Anderes 

Die Kulturinitiative “Da Zorau” informierte über kulturelle Veranstaltungen in Belarus, darunter Veranstaltungen staatlicher Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. Es gibt keine unabhängigen Belege für extremistische Aktivitäten der Initiative oder dass Aliaksandr an gewaltsamen Aktivitäten beteiligt war.

Freilassung
Am 16. September 2026 wurde Ales im Rahmen eines von John Coale, dem der seit November 2025 amtierenden Sonderbeauftragte der Vereinigten Staaten für Belarus,  ermöglichten Austauschs freigelassen.

Stand: September 2026 

So können Sie Aliaksandr helfen:

Post an politische Gefangene ist oft ein wirksamer Schutz gegen Misshandlungen, denn die Post zeigt dem Gefängnispersonal und den Behörden, dass ein Gefangener im Ausland bekannt ist. Den politischen Gefangenen hilft das Wissen, in der Welt nicht vergessen zu sein.

Die belarusische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte der IGFM: „Schreibt Briefe, schreibt an die politischen Gefangenen. Sie freuen sich zum Teil wirklich wie kleine Kinder, wenn sie Post bekommen, man kann es sich kaum vorstellen. Es ist enorm wichtig. Nehmt Euch vor: Einmal in der Woche schreibt jeder eine Karte, damit die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen werden“

Deshalb: Schreiben Sie aufmunternde Worte direkt an Aliaksandr Chumakou.

Александру Чумакову (род. 7.02.1984)
СИЗО-1
Новодворский сельсовет, 143/4
223016, д. Пашковичи
Минский район, Минская область
REPUBLIC OF BELARUS

Wichtig: Wegen behördlicher Auflagen ist es nur möglich, auf russisch oder belarusisch zu schreiben. 

Bitte wenden Sie sich an die Regierung von Belarus und an die Botschaften der Republik Belarus. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der/s Gefangenen.

Press Secretary of the Prime Minister of the Republic of Belarus
Tel.: +375 17 222 41 73
E-Mail: [email protected] 

Botschaft der Republik Belarus in Deutschland:
z. Hd. Herrn Konstantin Chizhik
Gesandter-Botschaftsrat, Geschäftsträger a. i.
Am Treptower Park 31–32
12435 Berlin

E-Mail: [email protected]
Tel. Zentrale: +49 30 536 359 0
Politische Abteilung: +49 30 536 359 48

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe Ihnen, um Ihre Aufmerksamkeit auf die willkürliche Inhaftierung des Musikers, Sängers, Übersetzers und Instrumentenbauers Aliaksandr Chumakau zu lenken. Er wurde am 8. Dezember 2025 festgenommen und befindet sich seither ohne bekanntes Urteil im Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Minsk.

Die belarusischen Behörden werfen Aliaksandr Chumakau die angebliche „Mitgliedschaft in einer extremistischen Initiative“ vor. Bis heute ist weder bekannt, welche konkreten Handlungen ihm vorgeworfen werden.

Aliaksandr Chumakau ist als Musiker und Mitglied der Folk-Band Stary Olsa sowie als Übersetzer und Bewahrer des belarusischen Kulturerbes bekannt. Seine kulturelle Arbeit und sein Engagement für traditionelle Musik dürfen nicht kriminalisiert werden. Seine anhaltende Inhaftierung ohne transparente Begründung und ohne bekanntes Gerichtsverfahren verstößt gegen grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien und verletzt sein Recht auf Freiheit sowie auf ein faires Verfahren.

Ich appelliere an Sie, Aliaksandr Chumakau unverzüglich freizulassen und seine grundlegenden Menschenrechte zu achten.

Hochachtungsvoll

Machen Sie in den sozialen Medien auf Aliaksandr aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

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Weitere politische Gefangene in Belarus

Aksana Shaliapina

Aksana Shaliapina wurde in Belarus wegen der Unterstützung politischer Gefangener zu drei Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Die Behörden werteten ihre Briefe und Hilfe für politisch Verfolgte als angebliche „Förderung extremistischer Aktivitäten“.

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Valery Pazniakevich wurde in Belarus wegen seiner Gedichte und Meinungsäußerungen zu drei Jahren Freiheitsbeschränkung in einer offenen Vollzugseinrichtung verurteilt. Die Behörden warfen dem Dichter und Journalisten eine angebliche „Beleidigung des Präsidenten“ vor.

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Aleh Khamenka wurde in Belarus zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er für den unabhängigen Radiosender Racyja arbeitete. Die Behörden werteten seine journalistische Tätigkeit als angebliche „Förderung extremistischer Aktivitäten“ und verlegten ihn im Juli 2026 in die Strafkolonie Nr. 17 in Schklou.

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