Farid Zirgi Moghaddam

Die Glaubensgemeinschaft der Bahá’í wird im Iran systematisch diskriminiert. Farid Zirgi Moghaddam ist ein weiteres Opfer dieser Verfolgung. Im Juni 2020 wurde er unter anderem wegen „Mitgliedschaft in der illegalen Bahai-Organisation“ zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und einem weiteren Jahr wegen „Beleidigung der Heiligkeiten des Islams“ verurteilt. Am 8. Oktober 2020 hat Moghaddam seine fünfjährige Haftstrafe im Birjand-Gefängnis angetreten.
Der 1995 geborene Farid Zirgi Moghaddam lebt in Birjand, Ostiran, arbeitet als Herrenausstatter und gehört der religiösen Minderheit der Bahá’í an. Das Berufungsgericht der Provinz Süd-Khorasan verurteilte Moghaddam im Juni 2020 zu fünf Jahren Gefängnis wegen „Mitgliedschaft in der illegalen Bahai-Organisation“ und Blasphemie. Im zweiten Teil seines Verfahrens wurde er vom Strafgericht in Birjand zu einem weiteren Jahr Gefängnis verurteilt, weil er „die Heiligkeiten des Islams“ beleidigt hatte. Der Grund für dieses Urteil war angeblich seine Verbreitung von Informationen über den Glauben der Bahá’í in einem Telegramkanal. Am 8. Oktober 2020 musste Moghaddam im Birjand-Gefängnis seine fünfjährige Haftstrafe antreten.
Moghaddam war bereits 2017 und 2018 vom Geheimdienst von Birjand vorgeladen und verhört worden. Im Juli 2019 wurde er schließlich unter dem Vorwurf, „sich Oppositionsgruppen anzuschließen und daran zu arbeiten, die Sanktionen gegen den Iran sowie die Mitgliedschaft im Bahá’í-Kult zu erhöhen“, zum ersten Mal verhaftet. Am 7. September 2019 wurde er nach Zahlung einer Kaution wieder freigelassen.
Die Familie des jungen Iraners lebt in Armut und ist auf seine Unterstützung angewiesen. Aufgrund seiner Inhaftierung werden große Probleme auf die Familie zukommen. Moghaddams Vater ist taub und arbeitet als Bauarbeiter. Seine Mutter erlitt vor einigen Jahren bei einem Autounfall eine Rücken- und Sehnenverletzung. Sein Bruder hat sich durch diesen Unfall eine Rückenmarksverletzung zugezogen und ist seitdem pflegebedürftig.
Eine der vielen Arten der Diskriminierung von Bahá’í im Iran ist ihr Ausschluss von Universitäten. Auch Moghaddam wurde ein Studium unmöglich gemacht, stattdessen hatte er als Herrenausstatter gearbeitet. Auf Drängen des Geheimdienstministeriums wurde Farid kürzlich von seinem Arbeitgeber entlassen, was seine Familie weiter unter Druck gesetzt hat. Ein weiterer Aspekt, der die Familie belastet, ist das hohe Risiko von Herzkrankheiten, die Gefangene im Birjand-Gefängnis aufgrund der schlechten Hygienebedingungen ereilen.
Zunehmender Druck auf Bahá’í
In den letzten Jahren hat der Druck auf religiöse Minderheiten, insbesondere auf die Bahá’í-Gemeinschaft, im Iran zugenommen und neue Formen angenommen. Viele Bahá’í fühlen sich dadurch ihrer Sicherheit beraubt. Bahá’í werden zunehmend enteignet, verhaftet und strafrechtlich verfolgt. Ende Mai 2020 gab die Internationale Gemeinschaft der Bahá’í eine Erklärung ab, in der sie die zunehmende Diskriminierung der Bahá’í im Iran verurteilte und die langen Haftstrafen kritisierte.