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Sexuelle Ausbeutung Minderjähriger

Kinderehe

18. November: Europäischer Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch

IGFM fordert weltweiten Kampf gegen sexuelle Ausbeutung Minderjähriger

Die islamische Republik Iran verstößt gegen den Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch

Frankfurt am Main, 17. November 2023

Gemäß Artikel 1041 des iranischen Zivilrechts ist ein Mindestheiratsalter von 13 Jahren für Mädchen und 15 Jahren für Jungen vorgesehen. Sogar die Eheschließung mit Mädchen unter 13 Jahren ist mit „Zustimmung des Vormunds“ und „Anerkennung des Gerichts“ legal.

Diese Praxis betrifft keineswegs nur Ausnahmefälle. Laut Statistik gibt es etwa 27.500 Heiraten mit kleinen Mädchen innerhalb eines Jahres. Zwischen Winter 2021 und Herbst 2022 sind nach dem jüngsten Bericht des iranischen Statistikamtes mindestens 27.500 Mädchen unter 15 Jahren verheiratet worden. Dies ist einem Artikel der staatlichen Zeitung „Etemad“ zu entnehmen.

Hinzu kommt, dass Mädchen, die früh heiraten, auch früh Mütter werden. Nach Zahlen des Standesamtes (April 2022) liegt die Zahl der Geburten von minderjährigen Müttern im Jahr 2021 bei über einer Million.

Der Hintergrund ist laut Soziologin Shahla Kazemipour: Kinderehen sind im Iran vor allem auf wirtschaftliche und kulturelle Armut zurückzuführen. In Provinzen mit höherer Armut und Analphabetismus ist das Heiratsalter am niedrigsten. Dies betrifft Sistan und Belutschistan, Hormozgan, Khuzestan, die kurdischen Gebiete und die Grenzregionen. Hier ist die Zahl der Kinderehen höher als in den zentralen und entwickelten Provinzen.

Zu den schwerwiegendsten Folgen der Kinderheirat für die betroffenen Mädchen zählt der Schulabbruch. Weitere Folgen sind frühe Schwangerschaften und Depressionen. Frühe Heirat geht oft einher mit häuslicher Gewalt. Hinzu kommt sexueller Missbrauch von Kindern.

Beispiele für Gewalt gegen Kinder:

Die Ermordung von Mona Heydari im Alter von 17 Jahren durch ihren Ehemann (im Januar 2022) ist ein besonders krasses Beispiel für das Schicksal vieler Mädchen im Iran, die sehr früh heiraten. Im Alter von 12 Jahren ehelichte Mona ihren Cousin Sajjad Heydari mit einer sogenannten „gerichtlichen Wachstumsbescheinigung“ und bekam von ihm ein Kind. Grund für den Mord war Monas Flucht aus dem Iran. Offenbar kehrte sie aufgrund von Zusagen ihres Vaters in den Iran zurück und wurde ermordet.

Mona wurde durch ihren Ehemann enthauptet, der für diesen brutalen Mord nur zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Die veröffentlichten Bilder von Sajjad Heydari, der mit dem abgetrennten Kopf seiner Frau durch die Straßen von Ahvaz ging, schockierten die iranische Gesellschaft. Zugleich geriet das Thema der so genannten Ehrenmorde und Kinderehen in den Fokus. Trotzdem wurden die Gesetze zum Schutz der Frauen vor Gewalt nicht geändert.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage im Iran

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