Zum Inhalt springen

Menschenrechte verteidigen beginnt mit Hinsehen.

Aktuelle Fälle
IGFM Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte
Jetzt Spenden

Wahlmanipulation in Georgien

Bei den Parlamentswahlen in Georgien ist es zu massiven Manipulationen und Störungen gekommen, darunter Verstöße gegen das Wahlgeheimnis, Einschüchterung und Gewalt gegen Wähler, Journalisten und Beobachtern und Bestechung in Wahllokalen. Die IGFM erkennt das Wahlergebnis nicht an und fordert die EU auf, diese Manipulation deutlich zu benennen und Sanktionen gegen die Verantwortlichen auszusprechen.

Georgische IGFM-Sektion beobachtet Parlamentswahlen


IGFM: körperliche Angriffe, Einschüchterungen und Bestechung im Wahllokal

 

Massive Wahlmanipulation in Georgien

Frankfurt am Main, 27. Oktober 2024 – Bei den Parlamentswahlen in Georgien ist es zu massiven Manipulationen und Störungen gekommen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Darunter zählen Verstöße gegen das Wahlgeheimnis, Einschüchterung und Gewalt gegen Wähler, Journalisten und Beobachtern und direkte Bestechung in Wahllokalen. Die IGFM erkennt das Wahlergebnis nicht an und appelliert an die europäischen Regierungen, die Vertreter der Partei „Georgischer Traum“ zu sanktionieren und die Wahl nicht anzuerkennen.

„Die Angriffe gegen Wahlbeobachter, Journalisten sowie die vielfach festgestellten Verstöße sind ein Zeugnis der aktiv herbeigeführten Wahlmanipulation durch prorussische Gruppen. Die Europäische Union darf dieses manipulierte Ergebnis nicht anerkennen“, fordert IGFM-Vorsitzender Edgar Lamm.

Laut den ersten Ergebnissen der ca. 4.000 inländischen Wahlbeobachter kam es in mehr als 345 Fällen zum Fehlen oder zur Verletzung von Kennzeichnungsregeln. So kam es trotz Farbmarkierung der Finger zu Manipulation durch mehrfache Stimmabgaben, sogenannte „Karusselle“. In mehr als 90 Fällen wurde gegen das Wahlgeheimnis verstoßen. Auch kam es zu direkter Bestechung von Wählern in den Wahllokalen.

Einschüchterung und körperliche Angriffe
In mehr als 350 Fällen hielten sich Unbefugte in den Wahllokalen und in unmittelbarer Nähe auf und griffen in den Wahlvorgang ein. In mehr als 100 Fällen kam es zu körperlichen Angriffen gegen Wähler, Journalisten und Beobachter. Teilweise wurden die offiziellen Beobachter der Wahllokale verwiesen und in 163 Fällen so stark behindert, dass sie ihre Aufgabe nicht wahrnehmen konnten. Verstöße, die den freien Willen der Bevölkerung beeinträchtigen könnten, wurden in 25 Wahlbezirken festgestellt. Die zwei privaten Umfrageinstitute, Edison Research und HarrisX, kamen nach Befragungen der Wähler auf einen Stimmenanteil von 40 bis 42 Prozent für die regierende Partei „Georgischer Traum“.

Die georgische IGFM-Sektion unter Führung von Prof. Dr. Avtandil Davitaia hat als offiziell registriertes Wahlbeobachtungsteam in zwei georgischen Städten an der Wahlbeobachtung teilgenommen. Insgesamt überwachten mehrere tausend Beobachter die Wahl.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

2309, 2026

Peru/Russland: Tödlicher Stellen-Schwarzmarkt

Hunderte peruanische Staatsbürger sollen mit falschen Stellenangeboten nach Russland gelockt und dort zum Dienst in den russischen Streitkräften gedrängt oder gezwungen worden sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert eine umfassende Aufklärung der mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerke und den Schutz der Betroffenen.

2109, 2026

Kuba: Roilán Álvarez Rensoler in Haft misshandelt

48 Tage Hungerstreik, schwere gesundheitliche Folgen und wiederholte Misshandlungen: Der kubanische Menschenrechtsaktivist Roilán Álvarez Rensoler sitzt seit Januar 2026 in Haft. Er soll ein regimekritisches Plakat angebracht haben. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von ihm und von mehr als 1.200 weiteren Menschen, die in Kuba wegen ihres friedlichen Engagements verfolgt werden.

1709, 2026

Zersetzen, liquidieren, ausschalten – die Stasi-Methoden leben in Russland und anderen Staaten weiter

Ob Mielke, Putin oder Lukaschenko, die Methoden der DDR-Staatssicherheit leben in Russland und anderen Staaten weiter. Anlässlich der Erklärung der IGFM als Staatsfeind im September 1975 durch die Stasi berichtet die Menschenrechtsorganisation über die Fortführung der Stasi-Methoden und kritisiert Putin-Freunde und -Unterstützer hier in Deutschland.

1509, 2026

Kasachstan: Mansur Mowlajew unternimmt Suizidversuch

Der tschetschenische Aktivist Mansur Mowlajew hat am 15. September in einem Gefängnis in Almaty einen Suizidversuch unternommen. Er erhielt rechtzeitig medizinische Hilfe, sein Leben ist nicht mehr in Gefahr. In seinem Abschiedsbrief bat er darum, ihn in Kasachstan zu beerdigen und auch die Auslieferung der Aktivistin Julia Emelianova nach Russland zu verhindern. IGFM und Partner fordern Schutz statt Auslieferung.

709, 2026

Eva Bredow-Cordier übernimmt politische Patenschaft

Die Darmstädter Grünen-Fraktionsvorsitzende Eva Bredow-Cordier hat gemeinsam mit der IGFM die politische Patenschaft für die in Belarus verfolgten Frauen Neli Alfiorawa und Aliaksandra Pulinovich übernommen. Sie fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung und will mit der Patenschaft auf die brutale politische Repression und die systematischen Menschenrechtsverletzungen des Lukaschenko-Regimes aufmerksam machen.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben