Frei nach 24 Jahren Haft

Foto: International Christian Concern

Christ 24 Jahre unschuldig in Haft

Pakistan: Freilassung eines Christen nach Blasphemie-Vorwürfen

Menschenrechtsorganisation begrüßt Gerichtsbeschluss

Frankfurt am Main, 2. Juli 2025 – Der Oberste Gerichtshof Pakistans hat am 25. Juni 2025 die Freilassung des Christen Anwar Kenneth beschlossen, der wegen Blasphemie verurteilt worden war. Die Richter entschieden, dass der katholische Christ aus Lahore-Gawalmandi (Provinz Punjab) nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann. Ein medizinisches Gutachten hatte dem 72-Jährigen eine psychische Beeinträchtigung attestiert. Seine Haftentlassung ist für die ersten Julitage geplant. Die IGFM begrüßt den Gerichtsbeschluss zur Freilassung des pakistanischen Christen.  

„Islamisten übten durch Eingaben und Drohungen Druck auf das Gericht aus. Daher freuen wir uns besonders, dass die Richter des Supreme Court nun den Mut zu einem gerechten Urteil gefasst haben. Die vorigen Instanzen hatten dies versäumt und dadurch großen Schaden angerichtet. Wir appellieren an die pakistanische Regierung, für die Sicherheit des 72-Jährigen und seiner Familie zu sorgen, auch eine Entschädigung darf nicht vergessen werden”, kommentiert Michaela Koller, IGFM-Referentin für Religionsfreiheit, den Gerichtsbeschluss. 

Kenneth befand sich mehr als zwei Jahrzehnte hinter Gittern. In Briefen, die er unter anderem an örtliche Geistliche verschickte, hatte er islamischen Glaubenssätzen widersprochen. Aufgrund seiner attestierten psychischen Beeinträchtigung konnte Kenneth die Gefahr seiner Aktionen wohl nicht einschätzen. Am 15. Juni 2001 nahm ihn die Polizei fest. Am 18. Juli 2002 erging das Todesurteil wegen angeblicher Gotteslästerung. Das Gericht verhängte zudem eine Geldstrafe von fünf Millionen Rupien, umgerechnet mehr als 15.000 Euro. Am 30. Juni 2014 wurde das Urteil von der nächsten Gerichtsinstanz, dem High Court in Lahore (Provinz Punjab), bestätigt.  

Nachdem mehrere Pflichtverteidiger unter dem Eindruck der Bedrohung durch Islamisten das Mandat niedergelegt hatten, fand sich schließlich ein Rechtsanwalt, der ihn freiwillig verteidigte. Dieser verwies nicht nur auf den Gesundheitszustand, sondern auch auf das verbriefte Grundrecht des Angeklagten, in der Öffentlichkeit seine Glaubensüberzeugungen zu bekennen. Er habe keine herabsetzende Sprache für den islamischen Propheten Mohammed verwendet, argumentierte der Anwalt. Zusammen mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA stellte die IGFM Kenneth im Mai 2023 als „Gefangener des Monats“ vor. 

Iran’s police chief announced the arrest of at least 1,800 people in recent months over alleged links to opposition groups, online activities, and protests.
Read more in HRANA’s report:
https://ow.ly/H62U50YMq4E

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