Akdeniz übernimmt politische Patenschaft

Die Bürgermeisterin von Darmstadt Barbara Akdeniz (B90/Die Grünen) übernimmt die politische Patenschaft für die iranischen Bahá’ì Mahsa und Mandana Sotoudeh. Die Schwestern wurden Ende März/Anfang April 2026 willkürlich und ohne Anklage inhaftiert. Foto Patin: Klaus Mai
Willkürliche Verhaftung von Mahsa und Mandana Sotoudeh
Die Bürgermeisterin von Darmstadt Barbara Akdeniz übernimmt politische Patenschaft für die Bahá'í- Schwestern
Frankfurt am Main, 13. Juli 2026 – Gegen die willkürliche Inhaftierung von iranischen Zivilisten: Die Bürgermeisterin von Darmstadt Barbara Akdeniz hat die politische Patenschaft für die inhaftierten Bahá’í-Schwestern Mahsa und Mandana Sotoudeh übernommen und fordert deren sofortige Freilassung. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt die willkürliche Inhaftierung, Verschleppungen und Folter von iranischen Zivilisten durch die Islamische Republik auf das Schärfste.
Die Schwestern Mahsa und Mandana Sotoudeh leben in Shiraz und gehören der Minderheit der Bahá’í an. Mahsa wurde am Sonntag, dem 29. März 2026, in ihrem Haus in Shiraz von den Geheimpolizisten der Revolutionsgrade festgenommen. Drei Tage später, am 1. April 2026, wurde auch ihre Schwester Mandana verhaftet. Seit ihrer Festnahme weiß die Familie nach wie vor nichts über den Stand des Verfahrens gegen die Schwestern oder die gegen sie erhobenen Vorwürfe. Laut Informationen der IGFM wird den beiden Frauen das Recht auf Familienbesuche verweigert und sie dürfen nicht telefonieren.
„Nicht erst seit der Ermordung von Jina Mahsa Amini setze ich mich intensiv mit der Menschenrechtslage im Iran auseinander und insbesondere mit den eklatant missachteten Frauenrechten. Es gibt viele mutige Menschen im Iran, die sich für Gerechtigkeit und Freiheit einsetzen und deshalb von der Islamischen Republik Iran und deren Revolutionsgarden brutal ermordet, hingerichtet, gefoltert und vergewaltigt werden. Ich halte es für meine Pflicht für diese mutigen Menschen Öffentlichkeit herzustellen und internationale Solidarität zu zeigen. Das Verschwinden der Schwestern Mahsa und Mandana Sotoudehund die Beschneidung ihrer Rechte muss öffentlich angeprangert und kritisiert werden. Deshalb habe ich sehr gerne die Patenschaft übernommen und werde alles in meiner Machtstehende tun, und mich für Aufklärung und vor allem für ihre Freilassung der Schwestern einsetzen.“
– Bürgermeisterin Barbara Akdeniz
Einsatz für politische Gefangene
Die IGFM dokumentiert seit Jahrzehnten systematische Menschenrechtsverletzungen durch die Islamische Republik Iran. Mit politischen Patenschaften macht die IGFM auf Einzelfälle aufmerksam und erhöht den internationalen Druck auf das Regime. In zahlreichen Fällen konnten so Hafterleichterungen, das Abwenden der Todesstrafe oder Freilassungen erreicht werden.
Institutionelle Unterdrückung der Bahá’í als Staatsdoktrin
Die Situation vieler Mitglieder der Bahá’í-Gemeinschaft hatte sich seit Beginn der landesweiten Massenproteste und insbesondere infolge der US-amerikanisch-israelischen Militärangriffe weiter verschärft. In staatlichen Medien sowie im Rahmen von Ermittlungsverfahren werden Bahá’í regelmäßig und ohne Vorlage von Beweisen der „Spionage für feindliche Staaten“ oder der „Zusammenarbeit mit Israel“ beschuldigt. Diese Vorwürfe stützen sich auf den Umstand, dass sich das weltweite administrative und geistige Zentrum der Bahá’í-Religion aus historischen Gründen in Haifa, Israel, befindet.
Die IGFM warnt vor einer weiteren Verschärfung der Umstände für die Schwestern und zahlreichen anderen Bahá’í, die in den vergangenen Wochen in Städten wie Shiraz, Kerman und Teheran willkürlich inhaftiert wurden. In den letzten Wochen sind Dutzende Menschen im Iran vom Regime hingerichtet worden, darunter Personen, die aufgrund der Beteiligung an den landesweiten Protesten im Januar 2026 festgenommen wurden.
Menschenrechtslage im Iran
Die Menschenrechtslage im Iran bleibt weiterhin äußerst besorgniserregend: Sicherheitskräfte, Justiz und Geheimdienste gehen koordiniert gegen Regimekritiker vor. Willkürliche Festnahmen, Verfahren ohne rechtsstaatliche Standards, erzwungene Geständnisse sowie drakonische Urteile prägen das Vorgehen der Behörden.




